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Marktkommentar: Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 12. November 2018
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Marktkommentar Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 12. November 2018

Nachrichtenquelle: Asset Standard
15.11.2018, 11:35  |  547   |   |   

Die Übersicht "Economic Update" vom 12.11.2018 analysiert Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte.

Wachstum

Die Euro-Zone erlebt eine konjunkturelle Abkühlung. Im 3. Quartal 2018 ging das Wirtschaftswachstum auf 0,2% gegenüber Vorquartal zurück. Im 2. Quartal hatte das Plus noch 0,4% betragen. Einer Stagnation in Italien stand im Sommerquartal ein Wachstum von jeweils 0,4% in Frankreich und Spanien gegenüber. Die Industrie in Deutschland zeigte sich zuletzt wieder stärker: Der Auftragseingang legte im September um 0,3 Prozent gegenüber Vormonat zu, der Zuwachs für August wurde auf 2,5% nach oben revidiert. Die Industrieproduktion stieg um 0,2%, und auch im August hatte es ein leichtes Plus von 0,1% statt des ursprünglich gemeldeten Rückgangs gegeben.

Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert weiter von der Herbstbelebung: Von September auf Oktober ging die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 11.000 zurück, gegenüber Vorjahr waren 185.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank im Oktober von 5,0% auf 4,9%. Gleichzeitig legte die Erwerbstätigkeit weniger zu: Im September waren erstmals mehr als 45 Millionen Menschen erwerbstätig. In der Euro-Zone stagnierte im September die Arbeitslosenrate bei 8,1%, allerdings lag sie deutlich unter dem Wert des Vorjahresmonats (8,9%). In den USA schufen die Unternehmen im Oktober 250.000 neue Stellen. Die Durchschnittslöhne legten gegenüber Vorjahr um starke 3,1% zu.

Gewinne

In den USA läuft die Berichtssaison zum 3. Quartal. 74 Unternehmen aus dem S&P 500 haben Zahlen vorgelegt. Die operativen Gewinne dürften im Vergleich zum Vorjahr um 27% bis 28% zulegen, ein Drittel des Gewinnzuwachses resultiert aus den Steuersenkungen. Bislang haben 82% der Unternehmen die Gewinn- und 47% die Umsatzerwartungen übertroffen. In Europa haben 41 Firmen aus dem Stoxx600 Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Derzeit wird mit einem Gewinnplus gegenüber Vorjahresquartal von rund 13% und einem Umsatzplus von fast 10% gerechnet.

Inflation

In Deutschland hat die Inflationsrate im Oktober kräftig angezogen: Nach vorläufigen Berechnungen legte sie auf 2,5% (September: 2,3%) zu. Ursächlich war der Anstieg der Kerninflationsrate (ohne Energie, Lebens- und Genussmittel, Tabak) von 1,5% auf 1,7%, was vor allem Preiserhöhungen bei Pauschalreisen geschuldet war. In der Euro-Zone stieg die Teuerung im Oktober von 2,1% auf 2,2% und die Kernteuerung von 0,9% auf 1,1%.

Zinsen

Die US-Notenbank hat auf ihrem jüngsten Treffen erwartungsgemäß den Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00%-2,25% erhöht. Die Zentralbanker betonten die gute Verfassung der amerikanischen Konjunktur. Laut ihren Projektionen wird es dieses Jahr noch eine weitere Leitzinserhöhung geben. Für das kommende Jahr gehen die Zentralbanker von insgesamt drei Zinsschritten aus. 2020 soll dann eine weitere Erhöhung folgen. Für 2021 ist bislang kein Zinsschritt vorgesehen, das Zinsniveau würde dann bei 3,4% liegen. Die Europäische Zentralbank erwartet unveränderte Leitzinsen „mindestens bis zum Sommer 2019“.

Risiken

• Turbulenzen an den Anleihenmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.

• Konjunkturelle Abschwächung in China und Zahlungsbilanzrisiken in Schwellenländern mit hoher Inflation.

• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen

• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.

• Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.


Investmentthemen

• Aktien und Hochzinsanleihen bleiben aufgrund steigender Gewinne vorerst attraktiv.

• Gestiegene US-Renditen und höhere Marktrisiken rechtfertigen aktuell eine neutrale Duration.

• Wir präferieren zur Zeit neben der Zyklik von Europa den defensiven Charakter von US-Aktien

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