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US-Leitmärkte Alarmstimmung an Wall Street: Nach diesem Signal folgte immer eine Rezession

06.12.2018, 16:16  |  8236   |   |   

Die Akteure auf den Weltfinanzmärkten sind besorgt, da erstmals seit mehr als zehn Jahren ein wichtiges Warnsignal auf dem US-Leitmarkt aufleuchtet: eine drohende inverse Zinskurve.

So ist es erstmals seit mehr als eine Dekade zu einer Inversion der amerikanischen Zinsstrukturkurve gekommen, berichtet die "Börsen-Zeitung" heute. "Nach einer solchen Konstellation ist es in vielen Fällen einige Quartale danach zu einer Rezession gekommen", berichtet die Zeitung. Demnach gilt die Invertierung der Zinskurve als ein verlässlicher Indikator für bevorstehende Rezessionen. Dass eine derartige Struktur mit höheren Kurzfrist- als Langfristzinsen als Rezessionssignal gilt, bestätigt auch das "Wall Street Journal".

Auf der anderen Seite geht die US-Notenbank Fed nicht von einer Rezession aus. Das bestätigt auch das am Mittwoch veröffentlichte Beige Book - einem Konjunkturüberblick der einzelnen Fed-Distrikte. Alle Distrikte berichteten von mäßigem bis moderatem Wirtschaftswachstum.

Doch das Zinskurven-Signal verdunkelt den Börsenhimmel. Denn eigentlich zeigt eine Zinskurve an, dass mit steigender Laufzeit eines Kredites bzw. einer Anleihe die Rendite steigt. Für längere Laufzeiten werden höhere Zinsen bezahlt, was zu mehr Rendite führt. Bei einer inversen Zinskurve werfen Papiere mit im Vergleich kürzerer Laufzeit mehr Rendite ab. Solch eine ungewöhnliche Zinskurve sehe man jetzt beim Vergleich von zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen (Treasuries). US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit werfen nur noch 0,1 Prozentpunkte mehr Rendite ab als Anleihen mit nur zwei Jahren Laufzeit, rechnete die "Wirtschaftswoche" (Wiwo) gestern vor.

Investoren macht nervös, dass das Prinzip von "langer Laufzeit gleich mehr Rendite" umgedreht wird. Dahinter steht, dass immer mehr Investoren als "sicher" geltende, langlaufende US-Staatsanleihen kaufen, weil sie der US-Konjunktur – also besonders der Entwicklung der Aktienkurse - auf lange Sicht nicht mehr trauen. Infolgedessen steigen die Kurse der zurzeit stark nachgefragten, langlaufenden US-Anleihen, so dass deren Rendite sinkt.  

Die Effektivverzinsung von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit ist inzwischen unter die Drei-Prozent-Marke gefallen. Erst Anfang November hatte sie mit 3,3 Prozent den höchsten Stand seit sieben Jahren erreicht.

Am Anleihenmarkt wird es in diesem Jahr noch einmal spannend, wenn am 19. Dezember die US-Bundesbank (Fed) tagt. Zwei Drittel der Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Fed die Leitzinsen erhöhen wird. Die Kurse älterer US-Anleihen mit weniger Zins dürften dann sinken und gleichzeitig dann mehr Geld aus dem Aktienmarkt in den Anleihenmarkt fließen.

Quellen:

Börsenzeitung

WirtschaftWoche

Wall Street Journal            

 

                 



2 Kommentare

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Kommentare

Ne, lieber Atreffer1, irgendwann ist jede Party zuende, nämlich dann, wenn jeder Einzelne Angst um seine Kohle kriegt, und diese Phase ist bereits in vollem Gange; die Großen ziehen sich aus den Aktienmärkten schon länger zurück, den Kleinen erzählt man noch was von Elliot-Wave und großartigen Chancen, wie damals bei der Telekom-Aktie, nix is, wir stehen vor einem Desaster, dass es noch niemals gegeben hat, jeder weiß es und jeder hat Schiss, selffullfilling prophecy...
Die Amerikaner finden immer einen weg die Party weiter laufen zu lassen, seit jahren hört man das die Verschuldung zu hoch und es massive Probleme gibt aber die Börse und die Menschen interessiert es nicht und wenn doch alles zusammen bricht zahlen die anderen die Zeche und alles geht von vorne los als wäre immer alles in Ortnung gewesen, es gibt eben nur Gewinner und normale Bürger die Verlierer.

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