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Steinhoff-Aktie: keine Zahlen, aber gute Geschäfte, die Hoffnung machen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.12.2018, 09:14  |  3268   |   |   

Das Bild bei der Steinhoff Holding (WKN:A14XB9) bleibt unübersichtlich. Entsprechend wird die Aktie fast täglich nach oben oder unten gepeitscht. Die negative Überraschung der letzten Tage war sicherlich die erneute Verschiebung der testierten Bilanz. An vielen anderen Fronten hellte sich das Bild allerdings auf. Hier ist der aktualisierte Überblick.

Noch mal vier Monate warten

Endlich einmal eine fundierte Zahlenbasis zu haben, das ist der Wunsch vieler Aktionäre von Steinhoff. Jetzt im Dezember sollte es endlich so weit sein. Aber was wirklich Sache ist (bzw. war), werden wir wohl frühestens im April erfahren, wenn das laufende Geschäftsjahr schon weit in die zweite Hälfte fortgeschritten ist. Zwischenzeitlich wird sich schon wieder eine Menge tun, sodass deren Informationswert stetig abnimmt.

Aber Tatsache ist eben, dass zuerst die Zahlenknechte und Forensiker von PricewaterhouseCoopers ihren Abschlussbericht abgeben müssen – und das klappt nicht mehr vor den südafrikanischen Sommerferien. Es gibt offenbar noch einige Unregelmäßigkeiten aufzuklären. Ich kann mir schon vorstellen, dass das eine sehr mühsame Tätigkeit ist, mit langwierigen Rückfragezyklen. Die Steinhoff-Gruppe operiert ja praktisch auf allen Kontinenten in unzähligen Rechtssystemen – und das frühere Management hatte sich noch zusätzlich Mühe gegeben, über verschachtelte Strukturen die Komplexität zu erhöhen.

Trotz des Ärgers darüber, noch länger warten zu müssen, sehe ich hier allerdings keine Indizien dafür, dass die Verschiebung wesentliche Auswirkungen auf die Aktienbewertung haben sollte. Den Fokus können wir daher auf die operative und finanzielle Entwicklung legen.

Die Restrukturierung wird vorangetrieben

Erfreulich ist, dass das Management konsequent einen Kopfschmerz nach dem anderen beseitigt. Schneller als von mir erwartet ist Mattress Firm bereits im November aus dem Gläubigerschutz herausgekommen. Nachdem in einer Blitzaktion etwa 660 unrentable Standorte geschlossen wurden, gaben die Geldgeber die zugesagten Finanzmittel in Höhe von 525 Mio. US-Dollar frei, sodass der Matratzenvertrieb nun gute Chancen hat, wieder profitabel zu operieren.

100 % sicher bin ich mir dabei allerdings nicht. Denn erstens wird es nicht einfach, das teure Fremdkapital zu bedienen, und zweitens scheint die Firma weiterhin ein Imageproblem zu haben. Die Verschwörungstheorien rund um die viel zu dicht beieinanderliegenden Standorte halten sich hartnäckig in sozialen Netzwerken. Zudem liest man gelegentlich über Qualitätsprobleme und überteuerte Preise. Ich denke, man sollte das nicht überbewerten, aber auch nicht ignorieren. Wichtig ist jedenfalls, dass nun die Grundlagen dafür gelegt wurden, dass das Amerikageschäft mittelfristig überhaupt wieder einen Beitrag zur Gruppe leisten kann.

Am 14. Dezember wurde dann auch die neue Finanzierungsstruktur für die beiden wichtigsten europäischen Finanzholdings bestätigt. Der designierte Chef Louis du Preez zeigte sich sehr erleichtert über den „entscheidenden Meilenstein“ und denkt, dass nun die Stabilität von Steinhoff weitgehend gewährleistet sei, auch wenn selbstverständlich noch ein langer Restrukturierungsweg vor dem Konzern liege. Folglich kann sich das Management nun verstärkt auf die strategische Weiterentwicklung des operativen Geschäfts konzentrieren.

Das Wachstum geht weiter

Letztlich können die Geldgeber nur überzeugt werden, wenn das Geschäft in den Einkaufsstraßen brummt. Je nach Marke und Region gibt es noch erhebliche Unterschiede, aber insgesamt sind zahlreiche positive Entwicklungen zu beobachten. Das fängt an bei der Aktie der südafrikanischen Tochter Pepkor Holdings (WKN:A2JPBS), die zuletzt einen Spurt hingelegt hat, sodass sich der Kurs nun rund 30 % oberhalb der Oktobertiefs befindet. Seither legte die Beteiligung von Steinhoff um ca. 700 Mio. Euro an Wert zu – was gegenüber der eigenen Marktkapitalisierung von 470 Mio. Euro (Stand 14.12.) eine Menge ist.

Sehr positiv verliefen die letzten Quartale auch für die 100-Prozent-Tochter Pepkor Europe, und zwar über alle Marken hinweg. Das länderübergreifende Schöpfen von Synergien zwischen Poundland, Dealz, Pep&Co und Pepco greift nun offenbar immer besser, sodass der Teilkonzern selbstbewusst weiteres Wachstum anpeilt.

Auch bei Conforama sieht es mittlerweile recht gut aus. Derzeit wird ein Feuerwerk an Weihnachtspromotionen abgebrannt und vor wenigen Tagen wurde in der Schweiz der 22. Standort eröffnet, sodass die Kette dort nun hinter IKEA die Nummer 2 unter den Einrichtungsspezialisten ist.

Das Gesamtbild: schwierig, aber aufwärts

Auf der einen Seite haben wir also die anhaltende Unsicherheit über die verbleibende Substanz und wie sich der juristische Teil der ganzen Affäre letztlich auswirken wird. Auf der anderen Seite sehe ich eine Reihe von operativen Unternehmen unter dem Dach der Holding, die Mut machen. Das Geldverbrennen rund um die ganzen Restrukturierungsmanöver dürfte bald ein Ende haben, auch wenn ich wegen der hohen Finanzierungskosten noch nicht so schnell mit großen Nettogewinnen rechne.

Positiv stimmt mich daneben folgende Überlegung: Wenn die Kapitaldecke tatsächlich praktisch aufgebraucht wäre, wie manche befürchten, warum hat dann niemand der strengen Buchprüfer Alarm geschlagen, als Mattress Firm wie ein Totalverlust aussah und die PEPKOR-Beteiligung 700 Mio. Euro weniger wert war als heute?

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