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André Poggenburg gründet neue Partei: Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland

Gastautor: w:o Gastbeitrag
11.01.2019, 07:50  |  1034   |   |   

Berlin. Der ehemalige Partei- und Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, hat am Donnerstag in Sachsen die neue Partei „Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland“ gegründet.

Diese soll im Herbst bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg antreten. Die Differenzen mit der AfD-Parteiführung in Berlin hätten „letztlich ein unüberbrückbares Ausmaß angenommen, sodass ich mich dazu entschieden habe, meinen politischen Kampf für dieses Land außerhalb der AfD weiterführen zu müssen“, sagte Poggenburg WELT mit Blick auf seinen Austritt aus der AfD. 

Seiner neuen Partei hätten sich noch weitere enttäuschte AfD-Mitglieder angeschlossen. Im Vorstand der neuen Partei sitzen nach Angaben von Poggenburg Egbert Ermer und Benjamin Przybylla, die bisher der sächsischen AfD angehörten. Am Montag hatte der Bundesvorstand der AfD Ordnungsmaßnahmen gegen den Landtagsabgeordneten Poggenburg verhängt und ihm untersagt, in den nächsten zwei Jahren Parteiämter zu bekleiden. „Ich hatte mit dieser oder einer ähnlichen Entscheidung gerechnet“, sagte Poggenburg. Die Ordnungsmaßnahme sei „völlig hysterisch überzogen und letztlich substanzlos“, kritisierte er.

In der AfD habe es in der letzten Zeit einen „spürbaren Linksruck“ gegeben, auch aus Angst vor einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz, kritisierte der frühere Landesvorsitzende. Einer möglichen Beobachtung könne man aber „nicht durch Selbstaufgabe begegnen“. Poggenburg sagte weiter: „Die Leisetreterei, gerade durch die westlichen Mehrheiten in der Partei verordnet, war nie mein Kurs.“ Der AfD warf der ultrarechte Politiker schwindende Glaubwürdigkeit vor: „Sie wird oft nicht mehr als wirklich patriotische Alternative wahrgenommen und hat diesbezüglich stark an Glaubwürdigkeit verloren.“

Eine Zusammenarbeit mit ostdeutschen „Bürgerbewegungen“ – gemeint ist damit etwa Pegida - sei in der AfD inzwischen unerwünscht, kritisierte der frühere Landesvorsitzende. Er selbst wolle aber nicht nur im Parlament, sondern auch auf der Straße aktiv bleiben, das „haben wir unseren Wählern immer wieder versprochen“, so Poggenburg. „Und da ich meine Wahlversprechen zu halten pflege, kann die AfD nicht mehr meine politische Heimat sein.“ 

Dennoch sähen er und seine Mitstreiter die AfD „nicht als unseren politischen Gegner“, sondern als „Verbündeten“, betonte Poggenburg. Man wolle sie „im mitteldeutschen Raum ergänzen“. Eine Kooperation mit der NPD sei hingegen „überhaupt nicht geplant“.

Quelle: WELT, Vorabmeldung, 11. Januar 2019.



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