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Wirtschaft / Finanzen JSR-Wochenrückblick KW 09-2019

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Gastautor: Jörg Schulte
04.03.2019, 03:42  |  5402   |   

Mit den Berichten zum abgelaufenen Gesamtjahr 2018 haben die US-Unternehmen ihre Gewinnschätzungen deutlich schneller und stärker zurückgenommen, als Analysten erwartet hatten.

Der Deutsche Aktienindex legte in der vergangenen Woche um rund 1,25 % auf 11.601 Punkte zu und stieg damit deutlich stärker als sein US-amerikanisches Pendant, der Dow Jones, welcher mit einem Schlussstand von 26.026 Punkten 4 Punkte tiefer notierte als zum Schlusskurs der Vorwoche.

 

Allerdings könnten die Unterschiede der beiden Indizes auf längere Sicht kaum größer sein. Denn während dem Dow Jones nur noch rund 2 % zum Allzeithoch fehlen, liegt das deutsche Aktienbarometer noch mehr als 16 % unter seinem Allzeithoch. Marktbeobachter machen für die gute Börsenleistung der Amerikaner vor allem China und die Notenbanken verantwortlich. Und das macht Sinn, denn die stark rückläufigen Erwartungen der Unternehmensgewinne werden kaum der Treibstoff für den starken Dow Jones gewesen sein.

 

Ein Kurstreiber wird auch die verschobene Frist für drohende Einfuhrzölle gewesen sein sowie erzielte Fortschritte beim Handelsstreit. Tao Wang, Volkswirt bei der schweizerischen Großbank UBS, schrieb, dass ein Handelsdeal immer wahrscheinlicher erscheine. Ihm zufolge werde China eine Erhöhung der Importe aus den USA sowie eine Absenkung bestehender Zölle ebenso zusichern wie eine weitere Öffnung der chinesischen Wirtschaft für ausländische Investoren. Hinzu kämen weitere Verhandlungsfortschritte bei Streitpunkten wie Währung, Technologietransfer, Cyberaktivitäten, Schutz geistigen Eigentums, aber auch im Bereich Landwirtschaft. Im März findet dazu ein Gipfeltreffen mit Trump und Xi in Florida statt. Somit stehen die Chancen für einen Kompromiss im Handelsstreit gut.

 

Aber aufgepasst: „Earnings Recession Is Here“ lautet die Überschrift eines Berichtes aus dem Hause Morgan Stanley, in dem die Analysten darauf verwiesen, dass sich die US-Börsen bereits in einer Gewinnrezession befänden. Mit den Berichten zum abgelaufenen Gesamtjahr 2018 hätten die US-Unternehmen ihre Gewinnschätzungen deutlich schneller und stärker zurückgenommen, als man erwartet habe. Selbst im eigenen Haus hat man seine Schätzungen zum Gewinnwachstum im S&P 500 für 2019 von bislang 4,3% auf nur noch 1% reduziert, halte aber sogar einen Ergebnisrückgang von rund 3,5% im Gesamtjahr für möglich. Demzufolge hätte z.B. der S&P 500 im ‚Base-Case‘-Szenario sein diesjähriges Kursziel von rund 2.750 Punkten bereits ausgeschöpft. Frühestens im vierten Quartal und Anfang 2020 gehen die Analysten von Morgan Stanley wieder von steigenden Unternehmensgewinnen aus, allerdings unter der Voraussetzung keiner weiteren Eskalation im Handelsstreit. Dennoch, technisch sind die US-Indizes überkauft, was sie kurzfristig korrekturanfällig macht.

 

Derweil kommt die EZB den europäischen Aktienmärkten entgegen. So gilt es, die inoffizielle Abweichung der einjährigen Inflationsprognose von 0,6 % (Ist 1,4 %, Soll 2 %) sowie die Abweichung der einjährigen Prognose für das BIP zum Produktionspotenzial zu beobachten, da diese für das laufende Jahr zu einer Unterauslastung der Wirtschaft führt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit auf weiteres EZB-Geld.

 

Die Edelmetallinvestoren wurden wieder einmal auf eine Zerreißprobe gestellt, da der Goldpreis einen Wochenverlust von 3 % hinnehmen musste, von dem allein auf den Freitag ein Minus von 1,5 % entfiel, womit er bei 1.290,- USD je Unze aus dem Handel ging. Auch beim Silberpreis mussten Investoren mit einem Wochenminus von rund 5 % wieder herbe Kursverluste hinnehmen, wobei allein am Freitag ein Minus von 2,8 % zu Buche stand.

 

Zwar musste der Goldpreis die Marke von 1.300,- USD je Unze vorerst wieder preisgeben, trotzdem sehen die Analysten der Commerzbank auf aktuellem Niveau ein Kräftesammeln für weiter steigende Preise. Denn lange galt Gold als Profiteur der Unsicherheiten im Zuge der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China. Aus Sicht der Commerzbank würde aber auch eine Lösung im Zollkrieg dem Edelmetall weiteren Auftrieb geben, hat dieser im letzten Jahr doch zu einem aufwertenden USD und abwertenden chinesischen Renminbi geführt, was beides einen Belastungsfaktor für den Goldpreis darstellte. Auch die US-Notenbank hat der Erholung von Gold Vorschub geleistet. Die weltweite Konjunktur zeigt Anzeichen von Schwäche, was wiederum tendenziell niedrige Zinsen erwarten lässt und was Gold-Anlagen darum attraktiver macht. Darüber hinaus stabilisierten auch die Käufe der ETF-Anleger den Goldpreis, die allein im Januar dieses Jahres 70 Tonnen Gold kauften.

 

Der Rohstoffsektor steht zwar noch unter Druck, scheinbar positionieren sich aber die Großkonzerne für die Zukunft. Denn langsam grassiert das Übernahmefieber. Währen Newmont Mining den Konkurrenten Goldcorp. übernehmen will, plant offenbar Barrick Gold, seinen direkten Konkurrenten Newmont Mining zu schlucken. Damit torpediert Barrick Gold Newmonts Plan, durch die Goldcorp-Übernahme die Weltspitze zu übernehmen. Erst im September hatte der Konzern die Übernahme des Mitbewerbers Randgold für 5,4 Mrd. USD eingefädelt.

 

Allerdings, so Marktkenner, dürfte eine Übernahme auf dem aktuellen Preisniveau von 2,5694 Barrick-Aktien pro Newmont-Anteil wohl kaum durchführbar sein, weil sie den Newmont Mining-Aktionären keinen Mehrwert gegenüber dem aktuellen Börsenkurs böte. Es sei deshalb sehr wahrscheinlich, dass Barrick Gold bei seinem Angebot nochmals nachlegen muss.

 

Spannende Meldungen gab es auch wieder von denUnternehmen, über die wir regelmäßig berichten. Die aus Radaktionssicht interessantesten Nachrichten finden Sie hier:

 

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Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte

 

 

 

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