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Hochspannung vor den Zahlen! Hat diese Aktie Veropplungspotenzial?

Gastautor: Volker Glaser
20.03.2019, 00:02  |  747   |   |   

Unsere jüngste Kaufempfehlung bei Kursen von über 40 Euro für Koenig & Bauer könnte sich als Volltreffer erweisen. Die Aufnahme in das Vorstandswoche Realgeld-Depot ist ebenfalls geglückt. In Kürze wird CEO Claus Bolza-Schünemann den Bericht für 2018 präsentieren. Negative Überraschungen schließen wir aus. Spannend wird die Prognose für 2019 sein. Wir rechnen mit keinen Enttäuschungen.

Kräftig aufwärts ging es jüngst mit der Aktie aufgrund einer Kaufempfehlung von Hauck & Aufhäuser. Analyst Henning Breiter hat sein Kursziel auf 88 Euro belassen. Das entspricht fast einem Verdopplungspotenzial. Breiter erwartet für Q4 „herausragende Zahlen und eine solide Wachstumsprognose für 2019“. Das entspricht exakt dem, was wir schon berichtet hatten. Inzwischen scheint die Aktie auch von anderen entdeckt worden zu sein. Auf geht’s, Herr Bolza-Schünemann!

Hinweis nach WPHG §34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte: Die Aktie der Koenig & Bauer AG ist unserem Vorstandswoche Real-Geld Depot und/oder im Depot des Redakteurs enthalten.

www.vorstandswoche.de

Unser Artikel aus der Vorstandswoche vom 25. Februar 2019: 

Die Aktie von Koenig & Bauer hat binnen eines Jahres rund 40 % an Kurswert verloren. Gegenüber dem Rekordhoch von knapp 80 Euro hat das Papier gut die Hälfte des Wertes verloren. Angesichts der desaströsen Kursentwicklung würden wir uns über eine saftige Gewinnwarnung nicht wundern. Fehlanzeige. Jedoch: Das Zahlenwerk für die ersten 9 Monate 2018 war brüchig. In dem Berichtszeitraum reduzierte sich der Umsatz von 848 Mio. Euro im Jahr zuvor auf gut 789 Mio. Euro. Das EBIT ging von 36.4 auf 28.6 Mio. Euro zurück. Netto implodierte der Gewinn von 29.5 auf 20.4 Mio. Euro. Sexy ist das natürlich nicht. CEO Bolza-Schünemann begründete die schwache Entwicklung nach 9 Monaten mit einer starken Auslieferungskonzentration im Q4 und Engpässen bei Teilen der Lieferkette. Lichtblick: Der Auftragsbestand ist im selben Zeitraum um satte 25.5 % auf rund 770 Mio. Euro gestiegen.

Für das Gesamtjahr hatte der Vorstand die Prognose im November bekräftigt. „Die bis zum Jahresende noch anstehenden Maschinenauslieferungen und Serviceleistungen werden zu einem Umsatz- und Ertragsschub im 4. Quartal führen. Trotz der durch die hohe Kapazitätsauslastung und Teilesituation anspruchsvollen, aber grundsätzlich nicht außergewöhnlichen Geschäftskonzentration im Schlussquartal streben wir für 2018 einen organischen Umsatzanstieg im Konzern von rund 4 % an.“ Damit müsste das Unternehmen im Jahr 2018 einen Umsatz von 1.265 Mrd. Euro ausweisen. Bei der EBIT-Marge hat der Vorstand eine Kennzahl von 7 % ausdrücklich bekräftigt, was einem stattlichen Gewinn von rund 89 Mio. Euro vor Steuern und Zinsen entspricht. Analysten sehen den Gewinn in 2018 zwischen 73 und 78 Mio. Euro. CFO Mathias Dähn schränkte die Umsatzprognose allerdings ganz moderat ein. Er budgetierte vorsichtshalber Umsatzverschiebungen im Volumen von rund 35 Mio. Euro wegen verzögerter Auslieferungen infolge der Engpässe bei Teilen. Sollte sich dies realisiert haben, dann würde sich die Marge trotzdem auf 7 % belaufen. In dem Fall verdient die Firma eben nicht 89 Mio. Euro vor Steuern und Zinsen, sondern „nur“ 86 Mio. Euro. Damit können wir gut leben. Im neuen Jahr hat sich Koenig & Bauer noch nicht zu den Zahlen des Jahres 2018 geäußert. Das neue Jahr ist nun fast 2 Monate alt. Eine Gewinnwarnung kann sich Bolza-Schünemann und sein CFO für 2018 nicht mehr erlauben. Dafür ist es definitiv zu spät. Ansonsten müsste sich Dähn die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt einen Überblick über die Finanzen und die Entwicklung des Unternehmens hat. Da Dähn ein professioneller Finanzchef ist, schließen wir negative Überraschungen aus. Jüngst war der CFO bei der Oddo BHF Konferenz in Frankfurt vertreten und diskutierte eifrig mit Investoren. Unsere Rückmeldung ist, dass der CFO keine Andeutungen über zu erwartende negative News gemacht hat.

Per Ende September hortet die Firma Wertpapiere und Barbestände im Volumen von rund 140 Mio. Euro. Netto verfügt Koenig & Bauer über eine Liquidität von knapp 75 Mio. Euro. Die Kapitalflussrechnung sollte für 2018 positiv ausgefallen sein. Die Bilanz ist gesund. Einzig Pensionsrückstellungen im Volumen von 145 Mio. Euro trüben das Bilanzbild etwas. Aufgrund der guten Bilanz kann sich die Firma weiterhin locker eine solide Ausschüttung an die Anteilseigner leisten. Nach einer Auszahlung von 90 Cent je Aktie für 2017, fordern wir mindestens eine Auszahlung von 1 Euro je Aktie für das Jahr 2018. Diese Auszahlung kostet den Konzern lediglich 16.5 Mio. Euro. Parallel sollte sich der Vorstand einmal ein Aktienrückkaufprogramm überlegen. Angesichts der desaströsen Kursentwicklung muss das Management mehr für die Aktionäre machen und eine insgesamt deutlich verbesserte Arbeit im Bereich Investor Relations forcieren. Bolza-Schünemann verdiente in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 450 000 Euro fix. Die Gesamtvergütung lag in 2017 bei rund 1.6 Mio. Euro. Dähn konnte sich 2017 über eine Grundvergütung von 425 000 Euro freuen. Deutlich mehr als 2016. Er brachte es für 2017 ebenfalls auf eine Gesamtvergütung von 1.6 Mio. Euro. Die restlichen Vorstände werden ebenfalls gut bezahlt. Der Vorstand sollte sich immer im Klaren darüber sein, dass am Ende die Aktionäre die Gehälter zahlen. Wer als Vorstand gut kassieren will, muss liefern und sollte auch immer an seine Aktionäre denken. Bolza-Schünemann ist immerhin selbst Aktionär und hält gut 5 % der Anteile. Dähn und die anderen Kollegen sind lediglich angestellte Manager.

An der Börse wird Koenig & Bauer nur noch mit weniger als 700 Mio. Euro kapitalisiert. Wir gehen davon aus, dass die Firma auch in 2019 Umsatz und Gewinn steigern wird. Damit dürfte der Vorstand die Aktionäre positiv überraschen. Ziel ist, den Umsatz pro Jahr um 4 % zu steigern. Die EBIT-Marge soll sich zwischen 4 und 9 % belaufen. Die untere Bandbreite gilt für den Fall, dass die Konjunktur einbricht. Das ist derzeit aber nicht abzusehen. In den Zielen ist eine neue Produkt- und Wachstumsoffensive gar nicht enthalten. Möglicherweise müssen Management als auch Börse einmal ganz neu rechnen. Die Aktie ist ein sehr spannender Kandidat für einen Turnaround an der Börse. Bisher hat sich das Papier von den Tiefs kaum erholt. Wir raten zum Kauf der Aktie.

 

Wertpapier
Koenig & Bauer


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