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Nach Selbstmordattacken Islamisten aus Sri Lanka unter Verdacht

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
22.04.2019, 18:52  |  381   |   |   

COLOMBO (dpa-AFX) - Die verheerenden Selbstmordanschläge auf Kirchen und Luxushotels in Sri Lanka gehen nach Einschätzung der Regierung auf das Konto einer einheimischen radikal-islamischen Gruppe. Die Regierung ist jedoch überzeugt, dass die verdächtigte Gruppe National Thowheeth Jamaath die Attacken vom Ostersonntag nur mit Unterstützung eines internationalen Netzwerks verübt haben kann, wie ein Sprecher sagte.

Bei den insgesamt acht Bombenexplosionen starben mindestens 290 Menschen, es gab mehr als 500 Verletzte. Unter den mehr als 30 getöteten Ausländern ist auch ein Deutsch-Amerikaner, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Weitere deutsche Opfer gebe es nach derzeitigen Erkenntnissen nicht, sagte eine Sprecherin am Montag weiter. 14 Ausländer werden nach Angaben des Außenministeriums Sri Lankas noch vermisst.

Die Regierung des Landes kündigte Notstandsbestimmungen an, die um Mitternacht in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) in Kraft treten sollten. Der Sicherheitsrat der Regierung habe beschlossen, dem Militär und der Polizei weitreichende Befugnisse zu erteilen, teilte das Büro des Staatspräsidenten Maithripala Sirisena am Montagabend mit.

Sirisena berief zudem ein dreiköpfiges Team ein, um die Anschlagsserie zu untersuchen. Das Team soll in zwei Wochen einen ersten Bericht vorlegen. Die internationale Polizeiorganisation Interpol kündigte die Entsendung eines Expertenteams an. Es soll aus Spezialisten mit Expertise in den Bereichen Tatortuntersuchung, Sprengstoff, Terrorismusbekämpfung und Opferidentifizierung bestehen.

Kabinettssprecher Rajitha Senaratne sagte, es habe vor den Attacken Hinweise auf Anschlagspläne der Gruppe gegeben. Erste Informationen über mögliche Anschläge auf Kirchen und Touristenziele hätten der Polizei bereits am 4. April vorgelegen. "Wir glauben nicht, dass diese Angriffe von einer Gruppe von Menschen verübt wurden, die auf dieses Land begrenzt waren", sagte er. "Es gab ein internationales Netzwerk, ohne das diese Angriffe nicht gelungen wären."

Die Motive der Attentäter waren auch am Montagmorgen noch unklar. Nach Polizeiangaben wurden 24 Verdächtige festgenommen, die verhört würden. Islamistische Terrorangriffe hatte es bisher in dem tropischen Inselstaat nicht gegeben. Nur rund zehn Prozent der Bevölkerung Sri Lankas sind Muslime. Etwa sieben Prozent der Bevölkerung Sri Lankas sind Christen. Die Mehrheit der 20 Millionen Einwohner sind Buddhisten.

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