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ROUNDUP 2/Harte Konkurrenz Lufthansa senkt Gewinnziel für 2019

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
17.06.2019, 10:22  |  399   |   |   

(neu: Börsenkurs, Analystenstimmen.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der heftige Preiskampf im europäischen Luftverkehr durchkreuzt die Gewinnpläne der Lufthansa . Die Gesellschaft streicht deshalb ihre Ziele für das Jahr zusammen. Mit der Gewinnwarnung traf die Lufthansa das ohnehin bereits schwer angeschlagene Vertrauen der Anleger hart: An der Börse rutschte die Aktie am Montagmorgen kurz nach dem Handelsbeginn um mehr als zwölf Prozent auf 15,415 Euro ab.

Damit sank die Aktie sogar unter die jüngsten Zwischentiefs bei 17 Euro, in deren Bereich sich der Kurs im vergangenen Herbst sowie Ende Mai noch gefangen hatte. Das ohnehin triste Chartbild trübte sich weiter ein. Der Börsenwert des Unternehmens ist damit in diesem Jahr bereits um mehr als ein Fünftel auf rund 7,4 Milliarden Euro gefallen. Damit gehört die Aktie zu den schwächsten Dax -Werten, nachdem sie 2018 mit einem Abschlag von 37 Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern gezählt hatte.

Die Airline bekommt den starken Preiskampf im europäischen Luftverkehr zu spüren und rechnet auch wegen fallender Ticketpreise für 2019 nur noch mit einem operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro. Bislang hatte die Konzernführung noch etwa 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro anvisiert. In ihrem Rekordjahr 2017 hatte die Lufthansa operativ rund 3,0 Milliarden Euro verdient, ein Jahr darauf waren es immerhin noch gut 2,8 Milliarden Euro. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten für 2019 zuletzt im Schnitt immerhin noch rund 2,7 Milliarden auf dem Zettel.

Analyst Daniel Roeska von Bernstein Research fürchtet, dass mit der Gewinnwarnung das kurzfristige Vertrauen der Investoren verloren geht. Angesichts der vielen Probleme dürfte es Lufthansa-Chef Carsten Spohr schwerfallen, bei dem anstehenden Kapitalmarkttag in der kommenden Woche die Gunst der Anleger wieder schnell zu gewinnen. Dazu brauche es mehr als nur einen halbwegs optimistischen langfristigen Ausblick.

Auch RBC-Experte Damian Brewer geht davon aus, dass der Aktienkurs wegen des verloren gegangenen Vertrauens weiter sinken dürfte. Es sei erstaunlich, dass die Lufthansa immer noch über die Verteidigung von Marktanteilen rede, obwohl zunehmend erkennbar werde, dass sie dafür weder die Kostenbasis noch den Produkt-Preis-Mix habe, ohne Aktionärswerte zu vernichten. Kurzfristig könnten Investoren das Vertrauen in die Strategie des Konzerns verlieren, was den Aktienkurs vorübergehend bis auf rund 12 Euro nach unten ziehen könnte. Damit würde die Lufthansa - wie schon im Jahr 2011 - nur noch mit etwa der Hälfte des Nettoinventarwerts bewertet.

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