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Bayer verkauft Tiermedizin in Milliardendeal an US-Konzern

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
20.08.2019, 15:11  |  619   |   |   

(neu: Reaktion des Bayer-Betriebsrats im neuen achten Absatz)

LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer trennt sich von seiner Arzneimittelsparte für Haus- und Nutztiere. Sie geht für 7,6 Milliarden Dollar (6,85 Mrd Euro) an das US-Unternehmen Elanco, wie das Leverkusener Dax -Unternehmen am Dienstag mitteilte. Mit dem Verkauf kommt Bayer bei seiner Absicht voran, Geschäftsteile zu verkaufen und die Schulden nach der teuren Übernahme des Saatgutkonzerns Monsanto zu senken. Über einen solchen Deal wurde bereits spekuliert.

Von der Summe sollen 5,3 Milliarden Dollar in bar gezahltwerden, berichtete Bayer. Die übrigen 2,3 Milliarden begleiche Elanco in Aktien. Die Leverkusener wollen sich zu "gegebener Zeit" von dem Anteil an Elanco trennen. Das Transaktionsvolumen entspricht den angaben zufolge dem 18,8-Fachen des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (Ebitda) des Bayer-Tiermedizingeschäfts in den zwölf Monaten bis Juni. Der Deal soll Mitte 2020 abgeschlossen werden - vorbehaltlich der Zustimmung von Wettbewerbsbehörden.

Die Aktie von Bayer drehte kurzzeitig ins Plus. Am frühen Nachmittag lag das Papier wieder leicht im Minus. Elanco verloren vorbörslich 3 Prozent.

Elanco, einst ein Teil des US-Pharmariesens Eli Lilly , ist mit 5600 Mitarbeitern und 3,1 Milliarden Dollar Umsatz eine Branchengröße. Mit dem Bayer-Deal entstehe die globale Nummer zwei in der Tiergesundheit, hieß es. Marktführer ist der US-Konzern Zoetis.

Bayer vertreibt in der Tiermedizin Floh-, Zecken- und Entwurmungsmittel sowie Halsbänder zur Abwehr des Ungeziefers. Bauern bietet der Konzern Mittel, um die Abwehrkräfte von Nutztieren zu stärken, Schädlinge im Stall zu bekämpfen und die Hygiene zu verbessern. Die Aussichten der Sparte hatte Bayer als gut bezeichnet.

Doch die Tiermedizin ist auch die kleinste Sparte von Bayer, die Tochter mit Sitz in Monheim und Produktionsanlagen in Kiel und Shawnee (USA) hat rund 3700 Mitarbeiter, das sind gut drei Prozent der Bayer-Belegschaft. Auch gemessen am Erlös von 1,6 Milliarden Euro ist die Sparte vernachlässigbar: Bayer setzte 2018 fast 40 Milliarden um.

Die Beschäftigten der deutschen Animal Health GmbH bleiben nun gemäß geltender Vereinbarungen bis Ende 2025 von betriebsbedingten Kündigungen geschützt, betonte Bayer. Für Beschäftigte der KVP Kiel und der Vertriebsgesellschaft Bayer Vital gelte ein nicht ganz so langer Schutz. 4200 Bayer-Mitarbeiter wechseln insgesamt zu Elanco.

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