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Aumann: Kommt jetzt der Ausbruch?

Gastautor: Holger Steffen
20.11.2019, 08:50  |  608   |   |   

Noch vor wenigen Wochen wurde faktisch alles, was irgendwie mit Auto zu tun hatte, an der deutschen Börse geradezu verdammt. Was nicht ganz wunderte. Denn natürlich steckt die deutsche Automobilindustrie in einem Umbauprozess, der politisch und gesellschaftlich angestoßen wurde, diese Schlüsselindustrie derzeit aber eher ratlos zurücklässt und bisherige Geschäftsmodelle infrage stellt.

Aber inzwischen beginnt an der Börse langsam das Nach- und Umdenken. Das gilt nicht nur für die Autohersteller selbst, sondern erst recht für deren Zulieferer. Diese werden sehr wahrscheinlich im Gesamtjahr 2019 überwiegend schwache Zahlen melden. Doch die jüngsten Quartals- und Neun-Monats-Zahlen haben gezeigt, dass hier bei etlichen Gesellschaften wohl die Talsohle erreicht bzw. sogar schon durchschritten sein könnte. Exemplarisch dafür steht der Maschinenbauer Aumann, dessen Aktivitäten im Bereich von Produktionsanlagen für den „klassischen“ Zweig der Automobilherstellung das Geschäft noch dominieren.

Aumann selbst hat aber schon längere Zeit die Devise ausgegeben, sein Geschäft im Bereich E-Mobilität auszubauen. Hier bietet das Unternehmen vor allem Wickeltechnikanlagen zur Großproduktion von Elektromotoren.

Auch wenn hier noch viele Herausforderungen bestehen, so haben die jüngst vorgelegten Neun-Monatszahlen doch gezeigt, dass Fortschritte sichtbar werden. Zwar fielen die reinen Umsatz- und Gewinnzahlen im dritten Quartal schwach aus. Doch feierte der Markt sichtbar das Detail, dass Aumann im Bereich E-Mobilität neue Aufträge im Wert von 50 Millionen Euro abschließen konnte. Im vergangenen Jahr waren es nur 22 Millionen Euro. Kontrastprogramm: Im klassischen Geschäft waren es überschaubare 9 Millionen Euro.

Nach den Zahlen konnte die Aumann-Aktie rund 25 % zulegen. Da sind natürlich erhebliche Vorschusslorbeeren hinsichtlich der Annahme, dass Aumann die positive Entwicklung im E-Mobilitäts-Segment verstetigen kann, enthalten. Das bleibt spekulativ. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Aktie nochmals an Momentum gewinnen könnte, wenn sie auch endlich ihre aktuelle Widerstandszone bei rund 16 Euro signifikant überwinden könnte. Für interessierte Anleger würde sich hier sicherlich ein Stopp-Buy empfehlen.

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