Monopoly mit gezinkten Würfeln – Das staatliche Geldmonopol und seine Folgen

Gastautor: Markus Ross
04.03.2020, 15:59  |  1949   |   |   

Gutes Geld ist die Basis unseres Wohlstands: Unsere Wirtschaft basiert auf Arbeitsteilung und Tauschhandel und all das basiert wiederum auf Vertrauen. Wenn das Vertrauen verloren geht, wird die Wirtschaftstätigkeit stark beeinträchtigt und es kommt zu erheblichen Reibungsverlusten.
Der Tausch ist die fundamentalste soziale Beziehung und der ‚Markt‘ ist der Dreh- und Angelpunkt einer Wirtschaft.
Auf einem ‚Markt‘ können Arbeitsleistungen und Güter sowie Dienstleistungen nur dann effizient getauscht werden, wenn es ein verlässliches und von allen Marktteilnehmern akzeptiertes Tauschmedium gibt. Aus diesem Bedürfnis der Marktteilnehmer entwickelte sich vor Tausenden von Jahren das „Geld“. Als Geld geeignet sind Waren, die leicht zu transportieren, haltbar und nicht beliebig vermehrbar oder reproduzierbar sind.

Über Jahrtausende fungierten daher überwiegend werthaltige Gold- und Silbermünzen als Geld. Die Handelspartner vertrauten auf die Werthaltigkeit der Münzen im Tausch gegen die von ihnen selbst angebotenen Waren. Da Gold und Silber nicht an ein Land gebunden sind, konnte damals sogar schon internationaler Handel sehr gut abgewickelt werden.

Betrogen wurde aber schon immer gern – insbesondere von den Regierenden, die sich irgendwann die Münzprägerechte hoheitlich gesichert hatten und dann regelmäßig beim Edelmetallgehalt der Münzen ‚schummelten‘. 
Der ganz große Betrug wurde möglich als das Papiergeld aufkam und sich die Regierenden gleich auch ein „Geldmonopol“ sicherten, indem sie das von ihnen selbst herausgegebene und in Umlauf gebrachte Geld zum einzig zulässigen gesetzlichen Zahlungsmittel erklärten (‚legal tender‘). Auf diese Weise konnte man den Bürgern das eigene Geld aufzwingen, das die Herrschenden im Anschluss beliebig entwerten konnten.

Der Druck einer 500 Euro Note kostet fast nichts; problematisch wird es nur dann, wenn das Geld so weit entwertet ist, dass der Druck fast so viel kostet wie die frisch erzeugten 500,-- Euro. Das gelang z.B. den Deutschen in der Weimarer Republik, als die Druckkosten zum Schluss etwa ein Drittel des Wertes des bedruckten Papiers ausmachten – und das bei Scheinen im Nominalwert von 100 Billionen Mark. 
Im Jahr der Hyperinflation 1923 arbeiteten bis zu 133 Fremdfirmen mit fast 2000 Druckmaschinen Tag und Nacht für die Reichsdruckerei, um die Menschen jeden Tag mit frischem Papiergeld zu versorgen, das immer schon am selben Tag einen großen Teil seines Wertes wieder einbüßte. 30 Papierfabriken stellten das dafür erforderliche Banknotenpapier her. 30.000 Menschen und zahllose Lastwagen waren mit dem Druck und Transport der Scheine beschäftigt – es war eine immense Verschwendung von Ressourcen.

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