Überblick über die Baubranche

Gastautor: Martin Brosy
07.07.2020, 11:01  |  367   |   |   

Das Baugewerbe ist mit mehr als 2,3 Millionen Beschäftigten - das sind 5,6% der Erwerbstätigen -  einer der größten Arbeitgeber der deutschen Volkswirtschaft. Etwa 10% des deutschen Bruttoinlandsproduktes werden für Baumaßnahmen verwendet.
Die mehr als 75.000 Unternehmen im Bauhauptgewerbe beschäftigen im Jahresdurchschnitt rund 870.000 Menschen. Diese Unternehmen gehören zu 71 % dem Handwerk an und drei Viertel der Gesamtbeschäftigten des Bauhauptgewerbes sind ebenfalls im Handwerk beschäftigt. Dementsprechend ist auch der Anteil, den das Baugewerbe bei der Ausbildung des Berufsnachwuchses leistet sehr hoch.

Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe: Zahlen aus dem Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und Öffentlichem Bau

Die Bauwirtschaft unterteilt sich grob in das Bauhauptgewerbe und das Baunebengewerbe oder auch Ausbaugewerbe mit allen Wirtschaftszweigen, welche im Bereich Bauinstallation und sonstiger Ausbau tätig sind. Detaillierter ist das Bauhauptgewerbe nochmals unterteilbar in Bauhauptgewerbe mit Hoch- und Tiefbau, Wohnungsbau, Wirtschaftsbau mit Hoch- und Tiefbau sowie Öffentlicher Bau mit Hoch-, Straßen- und sonstigem Tiefbau. Das Ausbaugewerbe beschäftigt bspw. Installateure, Raumausstatter, Maler und Lackierer, Heizungsbauer und Klempner.

Das Bauhauptgewerbe wird in Deutschland von Kleinbetrieben dominiert. Fast 90% der Baubetriebe haben weniger als 20 Beschäftigte und erwirtschaften ca. 30 Prozent des Umsatzes. 2019 erzielte das deutsche Bauhauptgewerbe einen Umsatz in Höhe von etwa 135 Milliarden Euro. Auf den Wohnungsbau und den Wirtschaftsbau entfallen jeweils etwa 36 Prozent Umsatzanteil, 27 Prozent dagegen auf den Öffentlichen Bau.

Nachdem der Umsatz im Bauhauptgewerbe in den 2000er Jahren stark zurückgegangen war, stieg er in den letzten Jahren wieder enorm an, sodass 2019 das erste Mal ein höherer Umsatz erzielt werden konnte als in den Jahren nach der Wiedervereinigung.

Bei der Betrachtung der Bauinvestitionen hatte der Wohnungsbau 2019 mit 61%, vor dem Wirtschaftsbau mit ca. 27% und dem Öffentlichen Bau mit ca. 12%, deutlich die Nase vorn.

Kreisdiagramm hier: https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/bauwirtschaft-im-zahlenbild/ ...

In den letzten Jahren konnte bezüglich der Höhe der Investitionen auch ein Anstieg der Hochbauprojekte mit einem Projektvolumen von über 500.000 Euro von 7% auf 17% verzeichnet werden. Dies ist den gestiegenen Ansprüchen, dem starken Zufluss internationalen Kapitals und dem Trend zu größeren Projekten im Geschosswohnungsbau geschuldet, aber auch den gestiegenen Baukosten aufgrund der Energieeinsparverordnung. Der Anteil der Projekte im unteren Preissegment bis 150.000 Euro ist im gleichen Zeitraum von 41% auf 17% zurückgegangen. Es wurde also schlicht nicht nur mehr, sondern auch teurer, gebaut.

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