Fledermaus-Effekt für Fonds: So verstärkt Corona den Öko-Trend

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
30.07.2020, 10:58  |  260   |   |   
Vermögen vorbildlich anzulegen, gehört nicht erst seit Greta Thunberg zum guten Ton. Öko-Investments sind dank üppiger Renditen auf dem Vormarsch. Den kann auch die Corona-Krise nicht stoppen, vielmehr gibt sie neuen Schub.Die Welt steht Kopf: Reicht tatsächlich ein kleiner Fledermaus-Snack auf einem chinesischen Markt aus, um eine weltweite Virus-Pandemie mit bald einer halben Million Todesopfern und gigantischen wirtschaftlichen Schäden auszulösen? Ein eindeutiger Beleg wird wohl noch auf sich warten lassen. Dass aber die Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel dramatisch ausfallen, daran kann kaum ein Zweifel herrschen.
Für Bundesentwicklungsminister Gerd Müller steht längst fest: "Je weiter die natürlichen Lebensräume schrumpfen, desto größer wird die Gefahr, dass Viren vom Tier auf den Menschen überspringen. Corona ist das jüngste Beispiel." Die Pandemie mit aktuell knapp 9 Millionen Infizierten und zirka 470.000 Verstorbenen sei Folge eines ausbeuterischen Umgangs mit dem Planeten Erde.
Deswegen müssten Politik und Wirtschaft die Umwelt viel entschlossener schützen. Für rund 60 Prozent des Wildtierbestands kam in den zurückliegenden 50 Jahren das Aus, zugleich schwindet die Artenvielfalt mit atemberaubender Geschwindigkeit. Das Massensterben gefährdet nicht nur Ökosysteme, sondern bedroht wie das Corona-Virus Sars-Cov-2 Menschenleben. Schließlich stammt ein Großteil der wichtigen Medikamentenwirkstoffe direkt aus der Natur.
"Die biologische Vielfalt nimmt besorgniserregend ab", so CSU-Politiker Müller. Pro Tag verschwänden bis zu 150 weitere Pflanzen- und Tierarten von der Erde. Alle vier Sekunden holzen Menschen Wald von der Fläche eines Fußballfeldes ab – nicht selten für Soja- und Palmölplantagen, wie der Minister betont.

Die vermeintliche Virus-Überträgerin vom Wildtiermarkt kommt auch Anleger teuer zu stehen. Denn der konjunkturelle Kahlschlag durch die Corona-Schutzmaßnahmen fordert seinen Tribut. Rund um den Globus wütete von Februar bis März die Panik an den Kapitalmärkten und vernichtete rund 20 Billionen Euro an Börsenwert. Wenig erstaunlich, belegen die Wirtschaftsdaten doch die größte ökonomische Katastrophe seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren.
Müller steht mit seiner Einschätzung der Wirkungskette nicht allein: "Die schwindende Biodiversität verursachte die Übertragung des Virus auf den Menschen", sagt Ophélie Mortier, Chefstrategin für nachhaltige Anlagen bei der Fondsgesellschaft Degroof Petercam. Investoren müssten ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.
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