BAYER IM FOKUS Zwischen Aufbruchstimmung und Glyphosat-Sorgen - Seite 2

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
13.08.2020, 14:50  |  743   |   |   

Bei der Bilanzvorlage bereitete der Konzern die Anteilseigner dann auch gleich noch auf zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit einer weiteren rechtlichen Baustelle vor: Angebliche Gesundheitsschäden durch die Verhütungsspirale Essure, wegen derer Bayer sich in den USA mittlerweile mit Klagen von rund 32 000 Essure-Käuferinnen konfrontiert sieht. Da die Vergleichsgespräche hier mittlerweile auf Hochtouren laufen, legte der Dax-Konzern schon einmal Geld auf die Seite. Auch daher fielen im zweiten Quartal in der Pharmasparte 1,29 Milliarden Euro an Sonderkosten an. Bayer hatte das umstrittene Geschäft mit der Metallspirale 2013 mit dem Kauf des US-Herstellers Conceptus übernommen, Ende 2018 wurde es in den USA eingestellt.

Alles in allem stand denn auch im zweiten Quartal unter dem Strich ein dicker Konzernverlust von 9,5 Milliarden Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten auch dank Kostensenkungen im Zusammenhang mit der Monsanto-Integration um 5,6 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro gestiegen war.

Damit konnte Bayer zumindest beim operativen Ergebnis einen Rückgang des Konzernumsatzes und rund sechs Prozent auf knapp 10 Milliarden Euro wettmachen. Dennoch blickt das Management um Baumann nun vorsichtiger auf 2020 und peilt vor Wechselkurseffekten sowie dem Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen nur noch ein Umsatzwachstum um bis zu einem Prozent auf bis zu 44 Milliarden Euro an. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen sollen davon weiter etwa 28 Prozent hängen bleiben, womit sich ein operatives Ergebnis von etwa 12,1 Milliarden Euro ergäbe.

So bekamen die Leverkusener, die viel Saatgut und Pflanzenschutzmittel in Südamerika verkaufen, den schwachen brasilianischen Real zu spüren. Zudem rechnet Bayer im Zuge der Corona-Krise mit einer trägeren Nachfrage nach Biokraftstoffen, was sich etwa im Geschäft mit Maissaat niederschlagen könnte. Und es nimmt der Wettbewerb bei Sojasaat zu.
Und: Ausgerechnet das Pharmageschäft leidet, da viele nicht dringend notwendige Behandlungen in der Krise verschoben wurden oder Patienten sich schlicht nicht in die Krankenhäuser trauten. Das drückte unter anderem aufs Geschäft mit dem Augenmedikament Eylea, eigentlich einem starken Wachstumstreiber.

Das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten schwächelte ebenfalls. Das lag aber vor allem daran, dass Kunden sich schon im ersten Quartal reichlich eingedeckt hatten und nun erst einmal ihre Vorräte aufbrauchen. Das ausgeklammert kommt die Erholung des Bereichs, der in den letzten Jahren immer mal wieder ein Sorgenkind war, durchaus voran. Und auch sonst läuft der Konzernumbau. So ist der Verkauf der Tiermedizin an das US-Unternehmen Elanco für einen Milliardenbetrag mittlerweile abgeschlossen.

Seite 2 von 5
Bayer Aktie jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel