Deutschland macht Öl- und Gasheizungen künstlich billiger (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
15.09.2020, 09:30  |  293   |   |   
Holzminden (ots) - Die in Deutschland verbrauchte Energie wird etwa zu einem
Drittel dafür verwendet, Wärme zu erzeugen. Dieser Sektor wird angesichts des
Klimawandels und der deutschen Klimaziele jetzt konsequent auf grüne Technologie
umgestellt - so sollte man meinen: Die fossilen Brennstoffe Erdöl- und Erdgas
müssten als Klimaschädlinge teuer sein, Strom für umweltfreundliche neue
Heiztechnologie günstig. Die Realität im September 2020: In Deutschland ist es
genau anders herum.

"Wir haben aktuell in Deutschland die teuersten Strompreise in Europa", sagt Dr.
Nicholas Matten, Geschäftsführer des Heiz- und Wärmetechnikunternehmens Stiebel
Eltron. "Die Verbraucher bezahlen für jede Kilowattstunde 17 Eurocent staatliche
Abgaben - bei einer Kilowattstunde Erdgas dagegen nur 3 Eurocent."

Strom in Deutschland europaweit am teuersten

Das Problem: Der teure Strompreis bremst den verstärkten Einsatz von
Wärmepumpen, einer Heizung, die elektrisch angetrieben wird und erneuerbare
Umweltenergie nutzbar macht. Bis 2030 müssten nach Expertenschätzungen und
verschiedenen vorliegenden Studie zwischen fünf und zehn Millionen Wärmepumpen
in Deutschland installiert sein, um die Klimaschutzziele von Paris zu erreichen.
Aktuell sind gerade einmal knapp eine Million Geräte installiert - es müssten
also pro Jahr mindstens 500.000 Wärmepumpen installiert werden. 2018 wurden aber
bundesweit nur rund 84.000 Wärmepumpen eingebaut.

Heiztechnik der Zukunft wird ausgebremst

"Die deutsche Heizungsindustrie hat bei der Heiztechnik der Zukunft weltweit
derzeit noch eine führende Position. Deutschland kann es sich jetzt aber nicht
länger leisten, bei der Energiewende mit den Füßen gleichzeitig auf dem Gaspedal
und der Bremse zu stehen - grünen Strom zu erzeugen und dann künstlich teuer zu
machen", so Matten. Dass der Einsatz von Wärmepumpen industriepolitisch äußerst
sinvoll ist, hat erst kürzlich eine Studie der Beratungsgesellschaft PwC belegt,
die die Chancen und Risiken der Heizungsindustrie im globalen Wettbewerb
eingehend untersucht hat (
https://www.pwc.de/de/energiewirtschaft/die-deutsche-heizungsbranche.html ).

Wie es in Europa anders geht - Norwegen, Schweden, Finnlan d

Wie es in Europa anders geht, zeigen uns skandinavische Länder: In Norwegen,
Schweden und Finland werden mehr als 20 Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte
installiert - in Deutschland bisher nur gut 2.

"Es wird der Bevölkerung schwer erklärbar sein, dass Deutschland bei den
verbindlich zugesagten Klimazielen für 2030 scheitert und damit Milliarden
Strafzahlungen leisten muss, weil wir fossile Energien wie Öl und Gas künstlich
verbilligen und Strom, der für die Dekarbonisierung verschiedener Sektoren
gebraucht wird - unter anderem im Wärmebereich für den Betrieb der effizienten
und umweltfreundlichen Wärmepumpen - extrem teuer. Da ist es ein geradezu
verspielter Erfolg, dass hierzulande 55 Prozent des Stroms im ersten Halbjahr
2020 bereits aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne erzeugt werden konnte,
wie das Fraunhofer Institut berichtete", sagt Dr. Nicholas Matten.

Über Stiebel Eltron

Stiebel Eltron, gegründet 1924, gehört mit einem Jahresumsatz von rund 594
Millionen Euro netto (2019) zu den führenden Unternehmen auf dem Markt der
Erneuerbaren Energien, Wärme- und Haustechnik.

Als innovationsgetriebenes Familienunternehmen verfolgt Stiebel Eltron bei der
Produktion und Entwicklung von Produkten eine klare Linie - für eine
umweltschonende, effiziente und komfortable Haustechnik. Mit 3.900 Mitarbeitern
weltweit setzt das Unternehmen von der Produktentwicklung bis zur Fertigung
konsequent auf eigenes Know-how. Das Resultat sind effiziente und innovative
Lösungen für Warmwasser, Wärme, Lüftung und Kühlung. Stiebel Eltron produziert
am Hauptstandort im niedersächsischen Holzminden, in Freudenberg (NRW) und in
Eschwege (Hessen) sowie an vier weiteren Standorten im Ausland
(Arvika/Schwerden, Tianjin/China, Ayuttaya/Thailand, Poprad/Slowakei).

Pressekontakt:

econNEWSnetwork
Carsten Heer
Tel. +49 (0) 40 822 44 284
E-Mail: mailto:redaktion@econ-news.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/62786/4706606
OTS: STIEBEL ELTRON
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