Tesla-Aktie fällt nach Battery Day: Eine Enttäuschung?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
24.09.2020, 08:42  |  379   |   |   

Der heiß erwartete Battery Day hat am Abend des 22. September endlich stattgefunden – und der Aktienmarkt zeigt sich wenig beeindruckt. Im deutschen Handel lag die Tesla-Aktie (WKN: A1CX3T) zur Mittagszeit des Folgetags um 4 bis 5 % unter dem Schlusskurs vom Vortag.

Die größte wahrgenommene Enttäuschung: CEO Elon Musk und Technologiechef Drew Baglino machten viele Ankündigungen, hatten jedoch nichts Fertiges vorzuweisen. Teslas eigene Zellfertigung, in der die verkündeten technologischen Meilensteine eingebaut sein werden, wird erst in den nächsten Jahren auf nennenswerte Niveaus hochgefahren werden. Das drückte auf den Kurs der Tesla-Aktie.

Nehmen wir jedoch mal einen langfristigen Blick ein und schauen, ob der Battery Day wirklich eine Enttäuschung war oder vielmehr ein aufregender Schritt in eine Zukunft, in der Tesla vieles dominieren wird – mit entsprechenden Folgen für die Tesla-Aktie.

Durchbrüche auf allen Ebenen

Schauen wir uns im Folgenden mal an, welche technologischen Fortschritte Tesla beim Battery Day verkünden konnte.

Beginnen wir mit der Zellchemie. In der Kathode hat Tesla das umstrittene Metall Kobalt eliminieren können und setzt stattdessen stärker auf Nickel. Je nach Anwendungsfall sollen jedoch auch weniger energiedichte Materialien wie Mangan oder Eisenphosphat in den Kathoden zum Einsatz kommen. So diversifiziert das Unternehmen seine Lieferkette. In der Anode hat Tesla den Anteil an leistungsstarkem Silizium erhöht, was die Energiedichte um 20 % steigert.

Die größte Innovation auf Ebene der Zelle ist die Eliminierung der Tabs – quasi die elektrische Verbindung vom Inneren der Zelle in die Außenwelt. Ein radikal neues Zelldesign hat es Tesla erlaubt, diese Konnektoren aus den Zellen zu streichen. Dadurch entsteht weniger Widerstand und damit Hitze in der Zelle. Gleichzeitig wird die Kühlung verbessert. Dadurch konnte Tesla den Durchmesser seiner Zellen von 21 auf 46 Millimeter steigern. Das wiederum bringt eine Reichweitensteigerung von 16 % und Einsparungen von 14 % mit sich.

Bei der Zellproduktion kommt Tesla die Übernahme von Maxwell Technologies in 2019 zugute. Der trockene Elektrodenbeschichtungsprozess reduziert den Platz, den eine Batterielinie einnimmt, dramatisch. Künftig wird Tesla pro Gigawattstunde Produktionskapazität nur noch ein Zehntel des Platzes brauchen. Die Kosten sinken durch diese Innovation um weitere 18 %.

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