WDH/ROUNDUP 4/Zeitung Trump zahlte kaum Steuern - Präsident: 'Fake News'

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.09.2020, 21:39  |  121   |   |   

(ausgefallener Buchstabe ergänzt)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Gut einen Monat vor der US-Präsidentenwahl gerät Amtsinhaber Donald Trump unter Druck durch einen explosiven Bericht der "New York Times" zu seinen Steuern und Finanzen. Die Zeitung schrieb unter anderem, dass der US-Präsident in den Jahren 2016 und 2017 jeweils nur 750 Dollar Einkommensteuer auf Bundesebene bezahlt habe. Außerdem gehe aus Trumps Steuerunterlagen hervor, dass er persönlich für Schulden von 421 Millionen Dollar hafte. Davon würden mehr als 300 Millionen Dollar in den kommenden vier Jahren fällig.

Die Veröffentlichung gibt den US-Demokraten um Trumps Herausforderer Joe Biden die Möglichkeit, erneut Fragen nach dem Steuergebaren und potenziellen Interessenkonflikten des Präsidenten aufzuwerfen.

So sprach die demokratische Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, prompt von einer "Frage der nationalen Sicherheit" mit Blick auf die Informationen zu Trumps Schulden. Es wäre wichtig zu wissen, wer die Gläubiger seien, sagte sie im TV-Sender MSNBC. "Sind es verschiedene Länder? Wie weit gehen ihre Einflussmöglichkeiten? Für mich ist es eine Frage der nationalen Sicherheit."

Trump schrieb in einem Tweet am Montag, er habe sehr geringe Schulden gemessen an seinen "außerordentlichen" Vermögenswerten. Er habe schon bei seiner ersten Kandidatur für das Weiße Haus erklärt, dass er Angaben zu seinen Finanzen veröffentlichen könnte, die alle Vermögenswerte und Schulden offenlegten. "Es ist ein sehr beeindruckender Bericht, der auch zeigt, dass ich der einzige Präsident bin, der nachweislich auf sein Präsidentengehalt von mehr als 400 000 Dollar verzichtet", twitterte Trump.

Trump hatte den Bericht am Sonntag umgehend als "totale Fake News" abgetan. Sein Sohn Donald Trump Jr. bestritt am Montag allerdings keine Angaben aus dem Artikel, sondern kritisierte lediglich, dass die "New York Times" sich selektiv Informationen herausgepickt habe.

Der Schlagabtausch dürfte weitergehen, wenn Trump und Biden am Dienstagabend Ortszeit (3.00 MESZ am Mittwoch) in dem mit Spannung erwarteten ersten TV-Duell aufeinandertreffen.

Die "New York Times" bekam nach eigenen Angaben Zugang zu Steuerunterlagen Trumps und Hunderter Firmen seiner Unternehmensgruppe aus mehr als zwei Jahrzehnten. Daraus gehe unter anderem hervor, dass Trump vor 2016 in 10 von 15 Jahren angesichts hoher gemeldeter Verluste gar keine Einkommenssteuern bezahlt habe, schrieb die Zeitung.

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