WDH/ROUNDUP China will weniger abhängig von der Welt sein - Fünf-Jahres-Plan

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
26.10.2020, 17:03  |  119   |   |   

(Grammatikfehler im ersten Satz korrigiert)

PEKING (dpa-AFX) - Wegen der Spannungen mit den USA und des globalen Wirtschaftsabschwungs durch die Corona-Pandemie will sich China unabhängiger vom Rest der Welt machen. Die Führungselite der Kommunistischen Partei begann am Montag in Peking viertägige Beratungen über den neuen Fünf-Jahres-Plan, der die Selbstständigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde stärken soll. Die seit langem bedeutendste Neuausrichtung umschrieb Staats- und Parteichef Xi Jinping mit dem Schlagwort der "dualen Kreisläufe".

Mit dieser Strategie soll sich die chinesische Wirtschaft stärker auf den heimischen Konsum, die Produktion und Verteilung im eigenen Land stützen, was als "interne Zirkulation" beschrieben wird. Der "externe Kreislauf" - also internationaler Handel und Investitionen aus dem Ausland - dient in diesem Konzept eher der Unterstützung des internen Hauptmotors. Der neue Wirtschaftskurs wird auch in Deutschland aufmerksam verfolgt, da China im vergangenen Jahr - noch vor den USA - der wichtigste deutsche Handelspartner war.

Details könnten zum Ende der Beratungen am Donnerstag bekannt werden. Der neue Fünf-Jahres-Plan für die Zeit von 2021 bis 2025 wird im März auf der Jahrestagung des Volkskongresses abgesegnet. Er soll die eigene technologische Innovation stärken und China angesichts amerikanischer Strafmaßnahmen und der Unterbrechung von Lieferketten eigenständiger machen. Es ist so etwas wie Pekings Antwort auf amerikanische Überlegungen für eine "Entkoppelung" von China.

US-Sanktionen haben chinesische Technologieriesen wie den Telekomausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei, Chiphersteller oder Internetunternehmen wie Tiktok oder Wechat in Schwierigkeiten gebracht und ihre Verwundbarkeit demonstriert. Experten sehen hinter dem Konflikt auch die wachsende Rivalität zwischen der angeschlagenen Supermacht USA und der aufstrebenden asiatischen Macht China.

Die Führung in Peking geht auch bei einem Sieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden bei der US-Wahl am 3. November über Amtsinhaber Donald Trump davon aus, dass die Spannungen anhalten werden. Dahinter stecke tiefsitzendes Misstrauen, "weil China so schnell wächst - vielleicht über die Erwartungen, die Vorstellungen oder das Ausmaß hinaus, das die entwickelte Welt akzeptiert", sagte Vizeaußenminister Qin Gang vor Journalisten. "Wir holen schnell auf. (...) Das macht einige Länder wie die USA nervös."

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