Lithium und Kobalt: China greift nach strategischen Metallen

Lithium und Kobalt China greift nach strategischen Metallen

Gastautor: Helge Rehbein
18.11.2020, 10:18  |  549   |   |   

Sowohl der Kampf gegen den Klimawandel als auch der technologische Fortschritt ist eng mit Materialien wie Lithium und Kobalt verknüpft.

Bahnbrechende Technologien wie künstliche Intelligenz, 5G, autonomes Fahren und E-Mobilität haben eine Gemeinsamkeit: Sie benötigen Seltene Erden und andere strategisch wichtige Metalle. Somit ist sowohl der Kampf gegen den Klimawandel als auch der technologische Fortschritt nicht zuletzt eng mit Materialien wie Lithium und Kobalt verknüpft.

Seltene Erden sind entscheidend für den Ausbau der Solar- und Windenergie. Auch für E-Autos sind sie unabdingbar. Doch leicht erschließbare Vorkommen dieser Ressourcen konzentrieren sich an nur wenigen Orten der Welt. Handelskonflikte und Covid-19 sorgen für einen Wettlauf um die Kontrolle über die globalen Lieferketten – und ein Land hat sich an die Spitze gesetzt.

Die Rohstoffmacht China schreckt vor Drohungen nicht zurück

Innovative Unternehmen und Produkte kommen immer öfter aus China. Aufgrund der Ambitionen des Landes, in Zukunftstechnologien eine globale Führungsrolle einzunehmen und die entsprechenden Lieferketten zu kontrollieren, greift das Reich der Mitte immer stärker in den Wettlauf um die insgesamt zurückgehenden Bodenschätze ein. Prominentestes Beispiel ist die „Belt and Road Initiative“ (BRI), ein Infrastrukturprogramm in Afrika, Asien und Südamerika, mit dem sich China einen immer größeren Einfluss in jenen Ländern sichert, die über Lithium und Kobalt verfügen.

Wie abhängig die Welt von kritischen Rohstoffen ist, lässt sich anhand von Seltenen Erden zeigen: Als Japan 2010 im Streit um eine Inselgruppe einen chinesischen Kapitän festnahm, der Schiffe der japanischen Küstenwache gerammt hatte, hieß es aus Branchenkreisen, die Regierung in Peking habe den Export Seltener Erden nach Japan eingestellt. Daraufhin wurden sowohl der Kapitän als auch seine Crew ohne Anklage freigelassen. Der Vorfall brachte das Monopol Chinas bei wichtigen Rohmaterialien eindrücklich in Erinnerung – und dass sich das Land nicht scheut, dieses als potenzielles Druckmittel zu nutzen.

Auch im Zuge des Handelsstreits mit den USA droht die Regierung in Peking mit einer Exportbeschränkung Seltener Erden. Die Drohung hat dabei einiges Gewicht: Die Volksrepublik hat etwa 80 Prozent der Seltenen Erden geliefert, die die USA im Zeitraum der Jahre 2014 bis 2017 importiert haben.

Wettrennen um die Zeit

Zwischen 2008 und 2018 stieg der Lithium-Abbau der maßgeblichen Förderländer von etwa 25.000 auf 85.000 Tonnen. Ein wichtiger Wachstumstreiber ist dabei die Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien. Die größten Vorkommen des Rohstoffs befinden sich im sogenannten „Lithium-Dreieck“ zwischen Bolivien, Argentinien und Chile. Zwei dieser Länder beteiligen sich an Chinas „Belt and Road Initiative“ und sind Nutznießer chinesischer Investitionen.

Seite 1 von 2
Platin jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Lithium und Kobalt China greift nach strategischen Metallen Bahnbrechende Technologien wie künstliche Intelligenz, 5G, autonomes Fahren und E-Mobilität haben eine Gemeinsamkeit: Sie benötigen Seltene Erden und andere strategisch wichtige Metalle. Somit ist sowohl der Kampf gegen den Klimawandel als auch der technologische Fortschritt nicht zuletzt eng mit Materialien wie Lithium und Kobalt verknüpft.

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel