Diese Aktienkennzahl solltest du kennen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
21.02.2021, 10:38  |  552   |   |   

Eine beliebte Aktienkennzahl unter Investoren ist das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Das KGV setzt die Gewinne eines Unternehmens in Relation zu dessen Marktkapitalisierung. In vielen Fällen ist das KGV jedoch nicht brauchbar, da Gewinne je nach Rechnungslage verschieden ausfallen. Außerdem berücksichtigt es auch steuerliche Aspekte, die das Ergebnis verzerren können. Wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich in die Kassen spült, lässt sich mit dem KGV nur schwer feststellen.

Anstatt den Gewinn zu betrachten, sollte man sich den Free Cashflow ansehen. Für diese Kenngröße gibt es mit der Free-Cashflow-Rendite (auch Free-Cashflow-Yield, FCFY) eine aussagekräftige Aktienkennzahl, die sogar eine Einschätzung zu zukünftigen Aktienrenditen zulässt. Im Nachgang möchte ich dir diese Aktienkennzahl etwas näherbringen und gebe dazu auch ein Beispiel.

Was ist der Free Cashflow und die Free-Cashflow-Rendite?

Im Normalfall ist der Cashflow eines Unternehmens in drei Arten unterteilt. Den operativen Cashflow, den Investitions-Cashflow und den Finanzierungs-Cashflow. Den Free Cashflow erhält man, wenn man vom operativen Cashflow die Ersatzinvestitionen abzieht. Wenn man konservativer vorgehen möchte, kann man auch den gesamten Investitions-Cashflow vom operativen Cashflow abziehen.

Dieser Free Cashflow gibt dann darüber Auskunft, wie viel das Unternehmen real im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) erwirtschaftet hat, abzüglich aller Investitionen. Diese Aktienkennzahl sagt also aus, wie viel Geld effektiv verdient oder verloren wird.

Dieses Geld kann zurückgelegt oder mittels Dividendenzahlungen (teilweise) an Aktionäre ausgeschüttet werden. Auch können Aktienrückkäufe getätigt oder Schulden abgebaut werden.

Den Free Cashflow kann man als Investor weiterverwenden, indem man die Free-Cashflow-Rendite berechnet. Das Endergebnis dient meiner Meinung nach als Indikator, wie viel Prozent Rendite man von einer Aktie erwarten kann. Weist ein Unternehmen einen FCFY von 3 % auf, könnte dieser Prozentsatz in der Theorie auch zur Dividendenausschüttung werden.

Ein Beispiel zur Aktienkennzahl FCFY

Die Aktienkennzahl FCFY berechnet man, indem man den Free Cashflow durch die Marktkapitalisierung dividiert und anschließend mal 100 nimmt. Effektiver ist es, anstatt der Marktkapitalisierung den Enterprise Value heranzuziehen. Der Enterprise Value berücksichtigt nämlich die Verschuldung und die liquiden Mittel eines Unternehmens und ist somit aussagekräftiger.

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