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Steuern auf Bitcoin & Co. „Sehr verlockend“: Krypto-Boom ruft Finanzämter auf den Plan - BMF will bald Klarheit schaffen

Bitcoin, Ethereum und Co. hat vielen Anlegern in den vergangenen Monaten hohe Gewinne beschert. Manche Investoren brüten derweil über ihrer Steuererklärung. Denn die Rechtslage ist alles andere als klar.

Im Interview mit dem Manager Magazin rät der Steueranwalt Jörg Andres Krypto-Anlegern sogar, gegen ihren Steuerbescheid Einspruch einzulegen. Denn widersprüchliche Gerichtsentscheide in Krypto-Steuer-Angelegenheiten lassen Spielraum für Interpretationen. Und das zuständige Bundesfinanzministerium hat bisher auch keine einheitliche Linie vorgegeben. Bedarf für eine Gesetzesänderung sieht man im Hause von Olaf Scholz offenbar nicht. Doch nach Informationen des Manager Magazins erstellt das Ministerium zusammen mit den anderen Finanzbehörden gerade ein Schreiben, das die Besteuerung von Kryptowährungen klären soll.

Ganz unter dem Radar des Finanzamtes fliegen Krypto-Anleger ohnehin nicht, wie Timo Emden, Krypto-Experte von Emden Research, gegenüber wallstreet:online erklärt. „Steuern werden ja bereits bezahlt, aber der Gesetzgeber ist sich da offensichtlich noch nicht ganz einig, was der richtige Weg ist, und wie groß der Umfang sein soll.“ Grundsätzlich sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen steuerfrei, wenn sie länger als ein Jahr gehalten werden - die so genannte Spekulationsfrist.

Wer seine Bitcoins oder Ether innerhalb eines Jahres wieder verkauft, zahlt darauf Steuern – zumindest wenn diese Gewinne höher als der Freibetrag von 600 Euro sind. Dann greift nicht wie bei Aktien die Abgeltungssteuer von 25 Prozent, sondern der persönliche Steuersatz. Übrigens: Auch das Bezahlen mit Kryptowährungen wird als Veräußerung gewertet, auf die Steuern zu zahlen sind.

Selbst digitale und dezentrale Währungen wie Bitcoin seien schon längst nicht mehr anonym. „Seit dem Geldwäschegesetz 2017 kann man keine Kryptowährungen kaufen, ohne sich vorher bei einer entsprechenden Börse auszuweisen. Eine gewisse Transparenz gibt es also schon“, meint Emden.

Die jüngste Kursrallye und die allgemeine Beliebtheit haben das Thema Krypto-Steuern wieder in den Fokus gerückt. „Gerade jetzt, wo Kryptowährungen nahe an den Höchstständen notieren und das Anlegerinteresse groß ist, ist es für Behörden natürlich verlockend, dort aktiv zu werden“, so Emden weiter.

Könnten neue Krypto-Steuern die Krypto-Rallye möglicherweise in Gefahr bringen? Krypto-Fachmann Timo Emden glaubt das nicht. „Auf den Krypto-Markt spielt die steuerliche Situation in Deutschland ohnehin nur eine Nebenrolle. Wichtig ist eher, was in den USA passiert.“

In den USA wird in dieser Woche ein neuer Report erwartet, in dem neue Vorschläge zur Regulierung von Kryptowährungen gemacht werden sollen. Dabei geht es vor allem um die Bekämpfung von kriminellen Hackern, die mit Trojanern – so genannter Ransomware - Privatpersonen, Behörden und Unternehmen erpressen. Häufig werden bei diesen Erpressungsversuchen Kryptowährungen zur „Lösegeld-Zahlung“ gefordert.

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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29.04.2021, 19:06  |  16643   |   |   

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