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Erste Bitcoin-Anleihe Bitcoin City: Financal Hub und Steuerparadies in El Salvador geplant

El Salvador plant am Fuße des Vulkans Conchagua an der Pazifikküste die erste Bitcoin-Stadt der Welt zu bauen. Präsident Nayib Bukele will das mit einer Bitcoin-Anleihe im Wert von einer Milliarde US-Dollar finanzieren.

"Investieren Sie hier und verdienen Sie so viel Geld, wie Sie wollen", sagte der vierzigjährige Nayib Bukele bei der Abschlussveranstaltung einer einwöchigen Bitcoin-Werbewoche im Badeort Mizata. "Dies ist eine vollständig ökologische Stadt, die funktioniert und von einem Vulkan mit Energie versorgt wird."

Das Megaprojekt Bitcoin City soll als Technologie-Zentrum im Stil einer runden Münze und mit zentralem Bitcoin-Logo-Plaza aus dem Boden gestampft werden. Wer in Bitcoin City investiert, wird mit attraktiven Steuervorteilen belohnt: Steuern wie Einkommensteuer, Gemeindeabgaben, Kapitalertragsteuern, Grundsteuer und Lohnsteuer soll es nicht geben.

Einzig eine Mehrwertsteuer von zehn Prozent soll erhoben werden. Die Hälfte dieser Einnahmen werde zur Finanzierung der Bitcoin-Anleihen verwendet, die andere Hälfte für städtische Dienstleistungen wie beispielsweise die Müllabfuhr. Präsident Bukele schätzt, dass die öffentliche Infrastruktur rund 300.000 Bitcoins kosten werde, also aktuell rund 17 Milliarden US-Dollar.

"Volcano Bond"

Die ersten Bitcoin-Bonds, die "Vulkan-Anleihe", im Wert von einer Milliarde US-Dollar will El Salvador bereits im nächsten Jahr ausgeben. Das Finanzinstrument wird von Blockstream entwickelt und von Liquid Network gehostet. Um die Ausgabe der Anleihe abzuwickeln, will das Land ein neues Wertpapiergesetz verabschieden. Laut Samson Mow, Chief Strategy Officer von Blockstream, wird die Bitcoin-Anleihe in US-Dollar für ein Jahrzehnt mit 6,5 Prozent verzinst sein, berichtete Bloomberg.

Nach einer Fünf-Jahres-Sperrfrist werde das Land beginnen, Bitcoin zu verkaufen und den Inhabern der Anleihe eine zusätzliche Dividende zu zahlen. Mow prognostiziert auf Basis von Modellrechnungen, dass die prozentuale Jahresrendite in zehn Jahren 146 Prozent erreichen werde. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass Bitcoin in den nächsten fünf Jahren eine Million US-Dollar erreicht.

Marketing oder realistische Pläne?

Laut Timo Emden, Kryptoexperte von Emden Research, haben die Pläne El Salvadors Anleger mehr oder weniger kalt gelassen. Auf taube Ohren stoßen dürften diese jedoch in Zukunft nicht, glaubt Emden: "Spätestens bei der Herausgabe der Bitcoin-Bonds könnten Investoren hellhörig werden. Sollte es tatsächlich zu dem Bau der "Bitcoin City" kommen, wäre dies durchaus begrüßenswert."

Die Hoffnung, dass El Salvador auch in derartigen Bauvorhaben in Zukunft als mögliche Blaupause für weitere Staaten fungiert, bleibe aktuell überschaubar. Theorie und Praxis bleiben derzeit zwei verschiedene Paar Schuhe, meint Emden: "Möglicherweise handelt es sich aktuell in erste Linie um einen weiteren Marketing-Schachzug als tatsächlich praxisnahe Pläne."

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion




Wertpapier



1 Kommentare
22.11.2021, 15:51  |  7913   |   |   

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Kommentare

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23.11.21 13:36:02
Sauber, viele weitere Steuerparadiese braucht man in der zivilisierten Welt!
Irgendwo muss ja das viele Schwarzgeld hin. Und all die hunderte Milliarden an hinterzogenen Steuergeldern wollen ja auch sicher deponiert werden.

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Erste Bitcoin-Anleihe Bitcoin City: Financal Hub und Steuerparadies in El Salvador geplant El Salvador plant am Fuße des Vulkans Conchagua an der Pazifikküste die erste Bitcoin-Stadt der Welt zu bauen. Präsident Nayib Bukele will das mit einer Bitcoin-Anleihe im Wert von einer Milliarde US-Dollar finanzieren.