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Börse Indien Plus 10 Prozent in zwei Wochen

Gastautor: Gerhard Heinrich
06.04.2011, 12:19  |  867   |   |   

Nach dem deutlichen Anstieg in 2009 und 2010 ging dem indischen Aktienmarkt dieses Jahr zunächst die Puste aus. In den vergangenen beiden Wochen allerdings zog Indiens Leitindex plötzlich wieder deutlich an. Der Sensex verbesserte sich in dieser kurzen Zeit um 10,4 Prozent oder annähernd 2000 Punkte. Damit war der Index zuletzt sowohl asienweit als auch weltweit wieder einer der klaren Outperformer. Was war geschehen?

Zunächst wurden kürzlich wieder überraschend gute Wirtschaftsdaten vorgelegt. Vor allem die Außenhandelsstatistik vom Februar überzeugte. Indiens Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr um unglaubliche 49,7 Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar. Dabei hatten viele Ökonomen erwartet, dass sich das Nachfragewachstum aus Übersee 2011 moderat verringern werde. Die Importe erhöhten sich um 21 Prozent auf 31,7 Milliarden Dollar. Das Handelsbilanz-Defizit Indiens, das vielen Marktteilnehmern ein Dorn im Auge ist, verringerte sich dadurch im Jahresvergleich deutlich von 10,4 auf 8,1 Milliarden Dollar. Nicht zuletzt dies trug auch dazu bei, dass die indische Rupie gestern gegenüber dem Dollar auf ein neues 5-Monats-Hoch anstieg.

Der indische Einkaufsmanager-Index für das produzierende Gewerbe blieb im März mit 57,9 ebenfalls erstaunlich robust. Trotz hoher Inflation dürfte Indiens Wirtschaftswachstum im vergangenen Fiskaljahr (das Ende März endete) zwischen 8,5 und 9 Prozent gelegen haben. Die offizielle Schätzung liegt bei mindestens 8,75 Prozent. Wachstumstreiber waren dabei nicht nur die Exportwirtschaft, sondern auch der stark wachsende Binnenkonsum und die hohen Infrastruktur-Investitionen.

Das Sorgenkind der indischen Ökonomen ist die nach wie vor hohe Inflation. Bei den Großhandelspreisen lag die Steigerungsrate im Februar erneut bei über 8 Prozent. Der schlimmste Druck kommt dabei von Seiten der Nahrungsmittelpreise, die wieder um über 10 Prozent gestiegen sind. Hier könnte sich demnächst eine gewisse Entspannung ergeben – schließlich war das vergangene Jahr in Indien von Missernten geprägt, was sich hoffentlich nicht wiederholen wird. Die Energiepreise allerdings bleiben unkalkulierbar, und auch die Löhne zogen zuletzt stark an. Im sehr bedeutsamen Dienstleistungssektor ergab sich zuletzt ein durchschnittlicher Lohnanstieg um 14 Prozent. Letzteres sollte aber im Gegenzug auch den heimischen Konsum weiter befeuern.

Immerhin gehörte die indische Notenbank weltweit auch zu den ersten Zentralbanken, die entschlossen gegen inflationäre Tendenzen vorgegangen sind. Die Reserve Bank of India hob den Leitzins bereits acht Mal auf inzwischen 6,75 Prozent an. Viele Marktteilnehmer hoffen, dass jetzt nur noch einige wenige Leitzinserhöhungen folgen werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Sollte dies so kommen, dann befände sich Indien schon bald wieder am Ende des Leitzins-Zyklus – und hätte damit dann eine Entwicklung abgeschlossen, die den meisten großen Volkswirtschaften der Welt erst noch bevorsteht.

Die jüngste Outperformance indischer Aktien weckt die Hoffnung, dass genau dieses optimistische Szenario demnächst eintritt. Überhaupt hat bereits in den vergangenen beiden Jahren die Inflation die Rallye am indischen Aktienmarkt zu keinem Zeitpunkt ernsthaft beeinflusst. Auch zuletzt hieß das Motto der Anleger einmal mehr: „Bei Schwäche kaufen!“.

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