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    WhatsApp-Übernahme  3353  0 Kommentare Facebook in der 10 Milliarden Dollar-Falle?

    Die Nachricht schlug eine wie eine Bombe: Facebook übernimmt den Kurznachrichtendienst WhatsApp und das für die Rekordsumme von 19 Milliarden US-Dollar. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher hätte Zuckerberg womöglich zögern lassen. Wieso?

    Angeblich sollen die Verhandlungen nur 10 Tage gedauert haben. Danach stand fest, dass Facebook den Kurznachrichtendienst WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Vier Millarden werden sofort gezahlt, dazu Facebook-Aktien im Wert von weiteren 12 Milliarden für WhatsApp Besitzer. In den kommenden Jahren sollen dann nochmals Aktien in Höhe von 3 Milliarden an WhatsApp Mitarbeiter fließen. Die Branche staunte nicht schlecht über diese stolze Summe, zumal WhatsApp noch im August des vergangenen Jahres auf gerade einmal 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde.

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    Facebook-Aktie auf Höhenflug

    Facebook-Chef Zuckerberg verteidigte indes die Übernahme und verwies auf das Wachstumspotenzial des Kurznachrichtendienstes. Eine Milliarde Nutzer seien laut Zuckerberg drin. Aktuell sind es 450 Millionen Nutzer. Doch rechtfertigt dies tatsächlich eine Summe von 19 Milliarden US-Dollar?

    Offenbar ja, denn an der Börse wurde der Deal überwiegend positiv aufgenommen. Die Facebook-Aktie verzeichnete zwischenzeitlich sogar ihr bisheriges Rekordhoch von 71,44 US-Dollar. Damit wird der Internetkonzern momentan für das 55-fache der erwarteten Gewinne gehandelt.

    Bisherige Übernahmen nahmen kein gutes Ende

    Und doch könnte laut "Welt" ausgerechnet ein Blick in die Geschichtsbücher die Stimmung trüben: Denn bisher gab es lediglich vier Übernahmen im Internetbereich, die über einem Kaufpreis von 10 Milliarden US-Dollar liegen - der WhatsApp-Deal ist der Fünfte. Die Moral von der Geschicht’: Sie alle lohnten sich nicht.

    Den Anfang machte der Network-Anbieter VeriSign, als er im Jahr 2000 mit Network Solutions fusionierte und sich dadurch eine Expansion in den Bereich der Vergabe von Internetadressen erhoffte. Der Kaufpreis von 15,3 Milliarden US-Dollar entpuppte sich nur drei Jahre später als Flopp, Network Solutions wurde für gerade einmal 100 Millionen wieder abgestoßen. Ähnlich erging es im gleichen Jahr Terra Networks, welches das Web-Portal Lycos für 13,8 Milliarden US-Dollar übernahm. Doch auch hier währte die Freude nicht lange. Zwei Jahre später wurde Lycos für 95 Millionen wieder verkauft.

    Auch der bislang größte Coup der Internetgeschichte stand unter keinem guten Stern. Stolze 124 Milliarden US-Dollar ließ sich AOL im Jahr 2001 die Übernahme von Time Warner kosten. Als sich jedoch die erwarteten Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen nicht einstellen wollten, musste der Konzern zwei Jahre später Abschreibungen in Höhe von 45,5 Milliarden hinnehmen.

    Droht eine neue Internet-Blase?

    Und Facebook? Noch wehren die Beteiligten jegliche Parallelen ab. Der Unternehmensentwickler von WhatsApp, Neeroj Arora verkündete per Twitter, ein solcher Vergleich sei naiv, da jeder Deal verschieden und einzigartig sei. Auch Zuckerberg wird nicht müde zu betonen, es gebe mehrere Wege, wie Facebook mit WhatsApp Geld verdienen könne. Werbung soll indes nicht darunter sein. Setzt der Internetkonzern also tatsächlich allein auf eine steigende Nutzerzahl? Das fällt schwer zu glauben, zumal alles ganz anders kommen könnte. Immerhin verzeichnen WhatsApp-Konkurrenten seit Bekanntwerden der Übernahme einen regen Zulauf an neuen Mitgliedern.

    So darf weiter gerätselt werden, was tatsächlich hinter dem Megadeal steckt. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales jedenfalls bezeichnete die Übernahme in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ jüngst als verrückt. Und tatsächlich spricht der Verlauf der Geschichte gegen eine Erfolgsstory. Aber Geschichte muss sich nicht zwangsläufig wiederholen. Das werden sich wohl auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg und WhatsApp-Mitbegründer Jan Koum gedacht haben.




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