3D Druck nimmt zweiten Anlauf

Gastautor: Daniel Saurenz
01.09.2016, 11:00  |  2012   |   |   

Die fehlende Schraube des Ikea-Regals, der abgebrochene Kühlschrankgriff, die lockere Halterung des Duschkopfs – es sind kleine Dinge, die im Alltag am meisten nerven. Wie schön wäre es, wenn wir sie einfach selbst herstellen könnten. Mit einem 3D-Drucker etwa. Und das wird in einigen Jahren auch möglich sein, denn die 3D-Druck-Szene ist derzeit eine der lebendigsten überhaupt. US-Firmen wie Shapeways, 3D-Systems oder Stratasys arbeiten eifrig daran, Kunststoffdrucker für den privaten Gebrauch zu entwickeln – quasi eine kleine Fabrik fürs Wohnzimmer. Geräte, die so einfach zu bedienen sind, wie ein Tintenstrahldrucker. Die UBS hat nun ein Zertifikat emittiert, mit dem Anleger bei diesem Trend dabei sein können. Der Trend ist hoch spannend, die Perspektiven verlockend und vor allem langfristig vielversprechend.

Es ist ein weiter Weg, aber Phantasie ist an der Börse alles. Deshalb sind die Aktien von 3D-Druckern so gesucht wie vor Jahren Papiere aus den Sektoren Biotechnologie oder Social Media. Noch sind die 3D-Drucker aber nicht so weit, als dass sie uns eine Hilfe im Alltag sein könnten: Die Software ist kompliziert und die Maschinen, die man sich für rund 2000 Dollar betriebsfertig liefern lassen kann, sind sperrig, störanfällig und haben ein kleines Druckvolumen.

Wer aber im Internet auf Seiten wie Thingiverse.com stößt, bekommt einen Vorgeschmack auf die Zukunft: Hier bieten Designer und Tüftler bereits heute 3D-Dateien für Handyhalter, Espressotassen, Spielzeug und Kunst zum Download an. Manche der Dateien können individuell verändert werden, etwa per Mausklick vergrößert oder mit einem Schriftzug versehen werden.

Um zu sehen, wie diese Dinge ausgedruckt werden, muss man nur ins nächste Fablab gehen. Ein Fablab ist ein Copyshop, in dem dreidimensional ausgedruckt werden kann. Auf professionellen Geräten, die wesentlich größer und präziser sind, als die für den Hausgebrauch. In Deutschland gibt es bereits zehn Fablabs, eines davon ist an der Universität Aachen. Dort steht ein 3D-Drucker, schrankgroß ist er, mit einem Guckfenster vornedran. Statt mit Tinte wird dieser hier mit einer Kunststoffschnur gefüttert. Der Druckkopf schmilzt den Faden bei mehr als 200 Grad Celsius und trägt eine millimeterdicke Schicht des flüssigen Materials in einem Muster auf die Druckerplatte. Schicht für Schicht druckt er. Bis der Gegenstand fertig ist.

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