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DAX - Candlesticks DAX, DOW, NASDAQ - Warnsignale an den Märkten

24.10.2017, 16:43  |  3809   |   |   

Stabil aber unbewegt verteidigt der DAX seit rund zwei Wochen sein erreichtes Niveau. Die 13.000er-Marke konnte erreicht und kurzzeitig geknackt werden. Doch Anschlusskäufe fehlen und die Bullen scheinen sich auszuruhen, die Bären hingegen bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Der DAX verweilt seit Anfang Oktober innerhalb einer Kursbandbreite zwischen rund 12.900 bis 13.094 Punkten.

DAX – Tageskerzen

Letztlich könnte sich die DAX-Hausse weiter fortsetzen. Die globale Konjunktur läuft und stützt den Exportweltmeister Deutschland, die diversen Unruheherde wie Nord-Korea oder die Krise in Katalonien bringen die Börsianer nicht mehr aus der Ruhe. Einzig die fehlende Breite des Börsenaufschwungs vor allem in den USA mahnt zur Vorsicht – hier treiben wenige Aktien die Indices vor sich her. Doch insbesondere die US-Indices lassen aus charttechnischer Sicht einige Warnsignale aufblitzen. So bildeten sich im US-Leitindex DOW JONES in den vergangenen Wochen längere weiße Wochenkerzen aus.

DOW JONES Weekly

Entsprechende Kerzen sind laut Methodik der japanischen Kerzencharts, den „Candlesticks“ zwar grundsätzlich positiv. Zeigen sie doch ein klares Übergewicht der Bullen an. Doch nach einem reiferen Aufwärtstrends sind paradoxerweise gerade lange weiße Kerzen ein Anzeichen, dass ein Markt in einen irrationalen Überschwang hineinläuft und die Euphorie sodann nicht mehr weiter getragen wird. Die letzten Bullen, die letzten Käuferschichten haben dem Markt in dieser Interpretation einer langen weißen Kerze einen finalen Schub nach oben gegeben. Doch anschließend fehlen einfach neue Käufer und der Euphorie folgt unweigerlich die Ernüchterung.

DOW JONES Monthly

Auch die sich derzeit bildende lange weiße Monatskerze Oktober im DOW JONES mahnt somit zur Vorsicht! Einen weiteren Hinweis auf ein mögliches Ende der Aufwärtsbewegung in den kommenden Wochen zeigt die Trendanalyse im DOW JONES auf. Der Index ist seit Anfang 2016 kräftig angestiegen und notiert nun an der oberen Begrenzung eines langfristigen, seit Ende 2011 bestehenden Aufwärtstrendkanals. Somit wäre das Aufwärtspotenzial kurzfristig abgebaut und eine Konsolidierung als auch ein kräftiger Abprall am gegenwärtigen Niveau sind einzuplanen. Warnsignale zeigen auch die breiteren US-Indices S&P 500 sowie der NASDAQ 100. Der S&P 500 spiegelt ebenso wie der DOW JONES seit rund drei Wochen eine Phase der beschleunigten Aufwärtsbewegung mit teils langen weißen Kerzen wider, die auf eine Euphorie im Markt hindeuten können, auf einen kräftig überkauften Markt. Mahnend ist auch das langfristige Chartbild des NASDAQ 100 mit einer Keilformation seit Mai 2017.

NASDAQ 100 Daily

Die Kraft der Aufwärtsbewegung hat sich im NASDAQ 100 in den vergangenen Wochen verlangsamt, die aufwärtsgerichtete Keilformation spiegelt eine Schwäche in der Aufwärtsbewegung wider und ist laut Statistik eher negativ, da diese in der Regel nach unten verlassen wird. Im DAX können die Seitwärtsbewegung seit rund zwei Wochen und kleine Tageskerzen seit Anfang Oktober als Warnsignal gelten. Denn entsprechende Phasen der Unsicherheit im Markt, der abwartenden Haltung wie derzeit im DAX zu beobachten, gehen oftmals einem Stimmungsumschwung, einer Trendwende voraus. Festzuhalten bleibt so, dass sich die Warnsignale für ein zumindest kurzfristiges Ende der Aufwärtsbewegung der Hausse an den Aktienmärkten häufen. Doch es gilt auch: the trend is your friend! Warnsignale sind eben keine Verkaufssignale. Und diese würden sich zum Beispiel im DOW JONES erst bei einem Rückfall unter die runde Marke von 23.000 Punkten sowie im NASDAQ 100 bei einem Ausbruch aus der Keilformation nach unten bei ca. 5.930 Punkten ergeben – im NASDAQ 100 ergäbe sich allerdings schon zuvor bei einem Re-Break der 5.990 Punkte ein erstes aussagekräftiges Verkaufssignal.

DAX Weekly

Der DAX hingegen bewegt sich im langfristigen Bild der Wochenkerzen noch im intakten Aufwärtstrendkanal. Dessen obere Begrenzung stellt gegenwärtig noch im „Best-Case-Szenario“ ein Kursziel dar. Dieses Kursziel für Mitte bis Ende 2018 darf mit ca. 14.500 Punkten abgeleitet werden. Dagegen spricht jedoch wiederum die Sentiment-Analyse. Der teils sorglose Optimismus der Anleger – gemessen mit den üblichen Sentiment-Indikatoren – darf als Kontraindikator gewertet werden. Ein schwarzer Schwan oder negative Nachrichten, ein ausgeprägter Käuferstreik dürfte so auf einen unvorbereiteten Markt treffen mit der Möglichkeit kräftiger Kursverluste, ausgelöst von Gewinnmitnahmen und Absicherungsgeschäften.

DAX Hourly

Im DAX wäre ein kurzfristiger Ausbruch aus der Range der letzten Tage mit Break der 12.880 Punkten mit Ziel 12.750 Punkten ein erstes negatives Signal – die übergeordnete noch bullishe Stimmung würde jedoch erst bei einem Fall unter ca. 12.500 Punkten kippen. Nach oben hingegen wären neue Tops grundsätzlich prozyklisch eine Bestätigung der Aufwärtsbewegung mit kurzfristigen Zielen bei 13.230 bis 13.460 Punkten. Letztlich gilt: Warnsignale sind vorhanden, Verkaufssignale jedoch nicht. Letztere erhielten allerdings aufgrund der Gesamtmarktsituation eine hohe Relevanz.

Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst www.candlestick.de

Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Eine Angabe von Kurszielen, potenziellen Kauf- oder Verkaufssignalen dient lediglich der Information und dient der Veranschaulichung entsprechend der Methodik der Chartanalyse. Die in den Beiträgen von Stefan Salomon besprochenen Werte können für den einzelnen Anleger je nach dessen Risikoprofil und finanzieller Lage nicht geeignet sein. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrags in dem in diesem Beitrag besprochenen Wert/Werten investiert ist, direkt oder indirekt durch Finanzinstrumente. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: www.tradesignalonline.com sowie www.guidants.com

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