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Kräftemessen Brasilien und Russland: Eine blutige Angelegenheit

22.11.2017, 09:53  |  4664   |   |   

Russland importierte in diesem Jahr bereits 230.395 Tonnen Schweinefleisch aus Brasilien. Vom 1. Dezember 2017 an darf kein Schweinefleisch mehr aus Brasilien eingeführt werden. Damit versucht der Kreml die nationale Landwirtschaft nach vorne zu bringen.

Die Regierung Russlands versperrt zukünftig Schweine- und Rindfleischimporten aus Brasilien den Zugang zum russischen Markt. Grund hierfür ist, dass man bei Prüfungen das Wachstumsmittel Ractopamine nachgewiesen hat, so die Berichterstattung bei Bloomberg. Die brasilianische Fleischlobby sagte, dass der Futtermittelzusatzstoff nicht bei dem exportierten Fleisch verwendet wurde und das man sich an die russischen Regeln halte. 

Die Gesamtimporte betrugen dieses Jahr bereits mehr als 230.395 Tonnen Schweinefleisch, so die Angaben aus Russland. Russland gehört zu den größten Kunden brasilianischen Schweinefleischs. Immerhin gehen 40 Prozent der gesamten Erzeugung nach Russland. Zudem wurden 131.083 Tonnen Rindfleisch dieses Jahr exportiert - 11 Prozent der Gesamtproduktion.

Somit kommt aus Brasilien gut 90 Prozent des in Russland angebotenen Fleisches und die wenigen nationalen Produzenten stehen in harter Konkurrenz zu den günstigen Angeboten aus Brasilien. Zwei Unternehmen würden von den Importbeschränkungen profitieren: Miratorg und Rusagro. Laut dem Miratorg-Chef, Viktor Linnik, verdiente Brasilien mit den Fleischexporten nach Russland jährlich circa eine Milliarde Dollar. Seit dem 12. November 2017 sind die Importpreise um 13 Prozent gestiegen, so das Landwirtschaftsministerium. 

JBS, Brasiliens größter Fleischexporteur, und BRF, einer der größter Hühner- und Schweinefleischexporteure, lehnten es ab, sich zu dem Verbot zu äußern. Es könnte der Beginn eines längeren Kräftemessens sein, denn Russland, der weltgrößte Weizenexporteur, möchte zukünftig mehr Getreide, Pflanzenöle und Fisch nach Brasilien verkaufen. Bislang sieht es so aus, dass Brasilien mehr Waren ins Ausland verkauft, als es selber einkauft. 



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