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3 MDAX-Aktien im Kennzahlen-Check: Fraport, K+S und Südzucker

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.02.2018, 15:24  |  356   |   |   

Die Aktien von Fraport (WKN:577330), K+S (WKN:KSAG88) und Südzucker (WKN:729700) verfügen in meinen Augen über vielversprechende Geschäftsmodelle. Selbstverständlich ist diese Tatsache alleine noch längst kein Grund, mir eine der drei MDAX-Aktien in mein Depot zu legen!

Zumindest nicht ohne vorher einen Blick auf die Zahlen geworfen zu haben! Wenn du wissen willst, wie es bei den drei Unternehmen um das Wachstum, die Profitabilität und die Verschuldung steht, dann bist du hier genau richtig!

Fraport: Profitabler Airport-Betreiber

Fraport ist der Betreiber von Deutschlands größtem Flughafen, nämlich dem in Frankfurt. Gleichzeitig ist man an 25 weiteren Flughäfen beteiligt, welche über den ganzen Globus verteilt sind. Da Flughäfen mal nicht eben so aus dem Boden zu stampfen sind, sollte das Geschäftsmodell von Fraport über einen sehr, sehr tiefen Burggraben verfügen.

Genau deshalb befindet sich die Fraport-Aktie derzeit auch ziemlich weit oben auf meiner Watchlist. Umso mehr interessiere ich mich natürlich für das Zahlenwerk von Fraport. Ins Auge sticht sofort die hohe EBIT-Marge, die oft ein Anzeichen für den eben erwähnten Burggraben ist und meine Vermutung damit bekräftigt.

2014 2015 2016
Umsatzwachstum 0,8 % 8,5 % -0,5 %
EBIT-Marge 20,2 % 20,0 % 26,8 %
Zinsdeckungsgrad 3,4 4,1 6,5

Quelle: Geschäftsbericht Fraport 2016

Eine hohe EBIT-Marge deutet darauf hin, dass ein Unternehmen in der Lage ist, hohe Preise für seine Produkte oder Dienstleistungen zu verlangen. Das kann viele Gründe haben, bei Fraport dürfte es vor allem an der Tatsache liegen, dass es beinahe keine Konkurrenz gibt. Die Profitabilität von Fraport halte ich zusammenfassend also für sehr vielversprechend!

Ganz im Gegensatz zum Umsatzwachstum, das mich wirklich nicht begeistern kann. Immerhin bewegt man sich in einer dynamisch wachsenden Branche, konnte aber nur 2015 davon profitieren. Wer auf der Suche nach wachstumsstarken Unternehmen ist, sollte daher ergründen, woran das allenfalls durchschnittliche Wachstum der letzten drei Jahre lag.

Beim Zinsdeckungsgrad hingegen ist die Entwicklung äußerst erfreulich. So konnte im Zuge der gestiegenen Gewinne der Zinsdeckungsgrad kontinuierlich erhöht werden und befindet sich mit 6,5 nun in einem Bereich, mit dem ich sehr gut leben kann.

Was sagen uns diese Zahlen nun? Sie deuten an, dass Fraport über ein hochprofitables Geschäftsmodell verfügt und derzeit keinerlei Probleme hat, seine Zinsen zu bezahlen. Wer allerdings in wachstumsstarke Unternehmen investieren will, der sollte die Ursache der relativ schwachen Umsatzentwicklung der letzten Jahre genauer hinterfragen!

K+S: Großes Wachstumspotential, enttäuschende Umsatzentwicklung

K+S ist ein Bergbaukonzern, der sich auf die Kali- und Salzförderung spezialisiert hat. Das produzierte Salz kommt vor allem in der Lebensmittelindustrie und als Auftausalz zum Einsatz, Kali wird schwerpunktmäßig als Düngemittel in der Landwirtschaft benötigt. Und genau diese Tatsache liefert eine Menge Wachstumsphantasie.

Denn aufgrund der erwarteten, wachsenden Weltbevölkerung geht die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO von einer globalen Steigerung der Nachfrage nach Nahrung- und Futtermittel von 70 % bis zum Jahr 2050 aus. Großes Wachstumspotential also für einen Hersteller von Düngemitteln! Dass das Ganze allerdings trotzdem nicht so einfach ist, zeigt ein Blick auf die Umsatzentwicklung der letzten Jahre:

2014 2015 2016
Umsatzwachstum -3,4 % 8,5 % – 0,8 %
EBIT-Marge 16,8 % 18,7 % 6,6 %
Zinsdeckungsgrad 5,3 6,7 1,9

Quelle: Unternehmensangaben K+S

Die fällt mehr als ernüchternd aus, nur im Jahr 2015 konnte man wachsen, was den Aktionären allerdings nicht lange Freude bereitete. Denn schon ein Jahr später sank der Umsatz um mehr als 20 % und macht das Wachstum aus dem Vorjahr mehr als zunichte.

Die Gründe hierfür waren ein milder Winter (geringere Nachfrage nach Streusalz), niedrige Kalipreise und Probleme im Werk Werra. All diese Dinge zeigen, wie abhängig ein Rohstoffkonzern wie K+S von externen Faktoren ist. Deshalb bin ich bei Aktien aus diesem Bereich grundsätzlich eher zurückhaltend.

Dass trotz dieser Tatsache großes Potential in K+S steckt, verrät ein Blick auf die EBIT-Marge. In den Jahren 2014 und 2015 war diese nämlich nicht von schlechten Eltern! Das spricht für eine gute Marktstellung von K+S, aber auch für eine hohe Kostendisziplin.

Völlig in Ordnung war in diesen beiden Jahren auch der Zinsdeckungsgrad, aber: In Jahren, in denen die Geschäfte mies laufen, gerät man schnell an die Grenze, an welcher der Gewinn die Kapitalkosten deckt (Zinsdeckungsgrad 1). Siehe 2016. Trotzdem bereitet mir die Verschuldung von K+S nicht wirklich Kopfschmerzen.

Fassen wir also zusammen: K+S verfügt über das Potential, ein hochprofitabler Konzern zu sein und bietet seinen Anlegern hervorragende Wachstumsaussichten durch die wachsende Weltbevölkerungen. Ein No-Brainer ist die K+S-Aktie trotzdem nicht, das zeigt das Jahr 2016 deutlich!

Südzucker: Weltmarktführer am Tropf des Zuckerpreises

Die Südzucker AG ist der größte Zuckerproduzent der Welt. Die Zuckerproduktion stellt auch den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeiten von Südzucker dar. Daneben hat man sich mit der Produktion von Bioethanol, Spezialitäten wie Tiefkühlprodukten und Fruchtkonzentraten weitere Geschäftsfelder erschlossen. Eine nicht uninteressante Mischung, wie ich finde!

An der Abhängigkeit vom Zuckerpreis haben die neuen Bereiche bisher allerdings wenig geändert, wie ein Blick auf die schleppende Umsatzentwicklung der letzten Jahre verdeutlicht. Wie der Zuckerpreis entwickelte sich nämlich auch der Umsatz negativ.

2014/15 2015/16 2016/17
Umsatzwachstum -10,0 %  -5,8 %  1,4 %
EBIT-Marge 2,3 % 4,3 % 6,8 %
Zinsdeckungsgrad 2,1 2,5 5,2

Quelle: Geschäftsberichte 2014/15 und 2016/17 Südzucker AG

Immerhin: Für das Geschäftsjahr 2017/18 hat Südzucker seine Umsatzprognose vor kurzem angehoben. Zumindest in diesem Jahr scheint also wieder ein ordentlicher Umsatzanstieg möglich zu sein.

Im Zuge der schwachen Gewinnentwicklung in 2014/15 und 2015/16 haben auch die EBIT-Marge und der Zinsdeckungsgrad gelitten. Das Jahr 2016/17 zeigt allerdings, dass man gelernt hat, mit den niedrigen Zuckerpreisen besser umzugehen. Denn eine EBIT-Marge von knapp 7 % ist im Rohstoff- und Lebensmittelsegment gar nicht so schlecht. Und auch mit einem Zinsdeckungsgrad von über fünf kann ich sehr gut leben!

Als Weltmarktführer in der Produktion von Zucker mit der Fähigkeit, sein Know-how auch in anderen Bereichen gewinnbringend einzusetzen, ist Südzucker meiner Meinung nach ein interessanter Konzern. Allerdings schreckt mich die starke Abhängigkeit vom Zuckerpreis doch ein bisschen ab. Denn ob eine sich immer bewußter ernährende Gesellschaft in Zukunft mehr Zucker konsumieren wird, halte ich doch für sehr fraglich.

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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