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Fonds-Management Quereinsteiger erzielen mehr Rendite

Gastautor: Dominik Weiss
27.03.2018, 15:58  |  510   |   |   

Eine Studie belegt, dass es beim Fonds-Management auf den Lebensweg ankommt. Die beste Performance liefern nicht die akademisch besonders gut ausgebildeten Ökonomen.

Fondsmanager mit einem Bruch im Lebenslauf erzielen bessere Erträge als andere. Allerdings beschränkt sich die Überperformance auf Manager, die in den Bereichen investieren, in denen sie zuvor beruflich tätig waren ohne. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hohenheim. In Kooperation mit der Universität Köln und der Mason School of Business wurden Performance und Lebensläufe von US-Fondsmanagern untersucht.

Die Forscher fanden eine eindeutige Korrelation zwischen den Ergebnissen, die die Manager in bestimmten Branchen ablieferten und ihrem bisherigen Karriereweg. Einzelmanager erzielten dort eine signifikante Überperformance, wo sie zuvor berufliche Erfahrung gesammelt hatten. „Ein ehemaliger Arzt wählt zum Beispiel Pharma-Aktien mit einer deutlich höheren risikoadjustierten Performance aus“, erläutert Prof. Dr. Gehde-Trapp, Leiterin der Studie. 

Für die Studie untersuchten die Forscher gezielt das Alpha von Einzelmanagern und recherchierten die Lebensläufe. Bei rund zehn Prozent fanden die Forscher einen Bruch im Karrriereweg. Rund 130 Personen, die bereits über Erfahrungen in anderen Branchen verfügten, wurden anschließend näher geprüft. Verglichen wurde aber nicht, ob die Manager in ihren Erfahrungsindustrien besser abschnitten als ihre Kollegen ohne diesen beruflichen Hintergrund, sondern ob sie in diesen Bereichen bessere Ergebnisse erzielten, als in anderen Branchen. „Das ist eindeutig der Fall“, so Gehde-Trapp. 

Die Professorin empfiehlt Fondsgesellschaften dieses Wissen weiter zu nutzen: „Vor allem bei Sektorfonds kann man sicherlich mit einer Steigerung der Rendite rechnen, wenn ein solcher Spezialist im Team ist“. Auch Privatanleger könnten von den Ergebnissen der Studie profitieren. Da die Portfolios der Spezialisten veröffentlicht werden, könnten Privatanleger sie nachbilden. 

Gehde-Trapp warnt allerdings davor, dass Branchenkenntnis nur dann von Nutzen ist, wenn Anleger die Branche verlassen haben. Wenn Anleger in Branchen investieren, in denen sie noch tätig sind, seien sie zu wenig selbstkritisch, die Ergebnisse daher meist sehr schlecht.

 

(DW) 

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