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Marktkommentar: Dr. Andreas Busch (Bantleon): Nicht vom robusten US-BIP-Wachstum einlullen lassen!
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Marktkommentar Dr. Andreas Busch (Bantleon): Nicht vom robusten US-BIP-Wachstum einlullen lassen!

Nachrichtenquelle: Asset Standard
24.04.2018, 10:00  |  573   |   |   

Während Donald Trumps Regierungsstil einer Achterbahnfahrt gleicht, glänzt die US-Wirtschaft mit stabilen Wachstumsraten.

Von dieser Beständigkeit sollte man sich aber nicht einlullen lassen, denn mit Blick voraus droht Ungemach, vor allem vonseiten der gestiegenen Zinsen.

Am Immobilienmarkt sind die davon ausgehenden Bremswirkungen bereits unverkennbar. In den kommenden Quartalen dürften auch die Unternehmensinvestitionen belastet werden. Ein wichtiger Stabilitätsanker der Weltwirtschaft verliert damit an Bedeutung was mit dazu beiträgt, dass sich das Umfeld für die Aktienmärkte eintrübt.

Während Donald Trumps Regierungsstil einer Achterbahnfahrt gleicht, bei der auf aggressive Rhetorik oftmals kurze Zeit später eine 180-Grad-Wende mit beschwichtigenden Tönen folgt, glänzt die wirtschaftliche Entwicklung in den USA mit Stabilität. Seit dem Frühjahr letzten Jahres wächst das Bruttoinlandsprodukt in fast jedem Quartal um rund 3,0% (annualisiert gegenüber dem jeweiligen Vorquartal).

Selbst die wenigen zu beobachtenden Ausschläge sind moderat und gut vorhersehbar. Wie in drei der vergangenen vier Jahre erlaubte sich das Wachstum auch in Q1 2018 eine Verschnaufpause. Saisonale Effekte sorgten dafür, dass der BIP-Zuwachs mit rund 2,0% etwas schwächer ausgefallen sein wird (die erste offizielle Schätzung des Statistikamtes wird kommende Woche veröffentlicht). Schon im laufenden Quartal deutet indes alles auf eine Rückkehr zum 3%-Wachstumstempo hin. So spiegelt die erfreuliche Entwicklung der Auftragseingänge eine robuste Investitionsdynamik wider und die Konsumenten dürften im Windschatten der in diesem Jahr etwas später ausgezahlten Steuerrückerstattungen erneut ausgabefreudiger werden.

Gleichwohl – einlullen lassen sollte man sich von dieser ruhigen Gangart nicht. Denn mit Blick voraus sind inzwischen einige dunkle Wolken am Horizont aufgezogen, die ein raueres Fahrwasser ankündigen. Das grösste Ungemach droht dabei von den gestiegenen Zinsen. Über alle Laufzeiten hinweg sind diese im Zuge der geldpolitischen Normalisierung der Notenbank in die Höhe geklettert: Die Renditen zweijähriger US-Treasuries – die sich lange Jahre in der Nähe von 0,50% bewegten – haben sich seit Mitte 2016 vervierfacht. Bei 5-jährigen Notes ist im gleichen Zeitraum fast eine Verdreifachung zu beobachten und bei den 10-jährigen Pendants immerhin eine Verdopplung.

Erste Bremswirkungen dieser Entwicklung sind unverkennbar. So hat der Anstieg der 30-jährigen Hypothekenzinsen auf den höchsten Stand seit vier Jahren die Immobilienkäufe merklich gedämpft. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sind die Umsätze von Einfamilienhäusern um 2% gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das ist nicht nur eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu dem durchschnittlichen Zuwachs von 5% in den Jahren 2015 und 2016, sondern auch das grösste Minus seit über drei Jahren.

Es kommen aber nicht nur die privaten Haushalte durch die gestiegenen Zinsen unter Druck. Die Unternehmen spüren ebenfalls die verschlechterten Finanzierungskonditionen und werden mit einem etwas grösseren zeitlichen Nachlauf als die Konsumenten ihre Investitionsprojekte auf den Prüfstand stellen. Trotz des Impulses, der von der Unternehmenssteuerreform auf die Kapitalgüternachfrage ausgeht, kündigt sich somit eine Abschwächung der Investitionsnachfrage an. Das BIP-Wachstum wird da­durch im weiteren Jahresverlauf gebremst werden.

Für die Weltwirtschaft verliert damit ein wichtiger Stabilitätsanker an Bedeutung. Zusammen mit der sich abzeichnenden Wachstumsverlangsamung in China trüben sich in der Folge auch die Perspektiven für die Eurozone ein – der geringere Rückenwind vom Aussenhandel wird hier ebenfalls zu einem schwächeren Expansionstempo führen. Für die Aktienmärkte bedeutet das rund um den Globus rauere Zeiten. Die Kurse dürften nochmals nachgeben, während die sicheren Häfen im Gegenzug profitieren.


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