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Warum mich der 100 Miliarden-Dollar-Aktienrückkauf von Apple nicht vom Hocker reißt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.05.2018, 09:00  |  689   |   |   

Als Apple (WKN:865985) am 1. Mai seine Finanzergebnisse bekannt gab, wurde auch ein neues Aktienrückkaufsprogramm im Wert von 100 Mrd. US-Dollar verkündet. Dieser Schritt kam nicht ganz unerwartet, zumal die Führungskräfte von Apple zu Protokoll gaben, dass das Ziel des Unternehmens darin bestehe, eine Netto-Cash-Neutralität zu erreichen. Darüber hinaus erwartet Apple, sein älteres Aktienrückkaufsprogramm in Höhe von 210 Mrd. US-Dollar im laufenden Quartal abzuschließen, sodass Apple unter Druck stand, ein neues zu genehmigen.

Während die Größe dieses Aktienrückkaufsprogramms zweifellos eine Menge Begeisterung unter Investoren und Analysten gleichermaßen auslösen wird, sage ich dir hier, warum ich – als jemand, der regelmäßig selbst in Apple investiert – nicht begeistert bin.

Aktienrückkäufe sind Financial Engineering

Wenn ich Aktien eines Unternehmens kaufe, dann deshalb, weil ich glaube, dass sich die fundamentale Geschäftsentwicklung des Unternehmens verbessern wird. Das bedeutet, dass ich sehr zuversichtlich bin, dass der Umsatz und das Betriebsergebnis des Unternehmens im Zielbereich liegen und konsistent wachsen werden.

Aktienrückkäufe haben keinen Einfluss auf die fundamentale Geschäftsentwicklung eines Unternehmens. Sie reduzieren im Idealfall die Anzahl der ausstehenden Aktien, was das Ergebnis je Aktie erhöht (da der Jahresüberschuss des Unternehmens auf weniger Aktien aufgeteilt wird).

Aktienrückkäufe führen auch zu einer höheren Nachfrage nach Aktien eines Unternehmens. Da der Aktienkurs eines Unternehmens von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sollte die steigende Nachfrage nach einem festen Angebot den Aktienkurs theoretisch nach oben treiben.

Es ist nicht zu leugnen, dass Aktienrückkäufe gut sein können, um den Gewinn pro Aktie sowie die Marktnachfrage nach der Aktie zu erhöhen, aber ich betrachte das nur als nette Vergünstigung – das beeinflusst meine Entscheidung nicht, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen.

Was mich beunruhigt

Apple ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen, das jedes Jahr enorme Einnahmen und Gewinne erzielt, aber es hat eine potenzielle Schwachstelle, von der mich das große Aktienrückkaufsprogramm nicht ablenken kann.

Ein großer Teil des Apple-Umsatzes – fast 62 % im Geschäftsjahr 2017 – stammt aus dem Verkauf von Smartphones. Apple sieht sich mit zwei großen Risiken durch die hohe Abhängigkeit vom iPhone konfrontiert. Das erste ist, dass der gesamte Smartphone-Markt zu schrumpfen scheint (IDC sagt, dass die weltweiten Smartphone-Lieferungen im vierten Quartal 2017 um 2,9 % zurückgingen). Das zweite Problem ist, dass das Unternehmen einem zunehmenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist.

In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres schien Apple diese beiden Risiken geschickt zu bewältigen, wobei die Stückzahlen in einem leicht rückläufigen Markt in etwa unverändert blieben und der Umsatz dank deutlicher Preiserhöhungen um 14 % stieg. Die Finanzprognose von Apple für das kommende Quartal deutet jedoch darauf hin, dass die Auslieferungen der iPhone-Einheiten konstant bis leicht rückläufig sein werden, wobei das Umsatzwachstum des iPhones vom durchschnittlichen Verkaufspreisanstieg herrührt.

Das Hauptanliegen, das ich auf lange Sicht habe, ist die Nachhaltigkeit des iPhone-Umsatzwachstums für Apple. Kann das Unternehmen weiterhin in ausreichendem Maß die durchschnittlichen Verkaufspreise oder die Stückzahlen nach oben treiben, um den Gesamtumsatz in den kommenden Jahren zu steigern? Ich denke, dass Apples bevorstehender iPhone-Produktzyklus – der, offen gesagt, aus viel wettbewerbsfähigeren Geräten bestehen sollte als der aktuelle Zyklus – gut verlaufen wird, aber die Dinge sehen darüber hinaus wirklich düster aus.

Apple kann natürlich auch auf andere Segmente blicken, wenn es um Umsatz- und Gewinnwachstum geht, wie das Dienstleistungsgeschäft (das nach Umsatz zweitgrößte Segment von Apple, das im letzten Quartal um 31 % gewachsen ist) und sogar das Geschäft mit „anderen Produkten“, das aus der Apple Watch, Zubehör und anderen ähnlichen Produkten besteht und im letzten Quartal ein Umsatzwachstum von 38 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete.

Wenn jedoch Apples iPhone Geschäft schließlich zu wachsen aufhört oder sogar beginnt, unter milden jährlichen Einkommensrückgängen zu leiden (etwas, das während des iPhone-6s-Produktzyklus geschah und wieder geschehen könnte), dann könnte auch das Wachstum in diesen anderen Sprten womöglich nicht verhindern, dass Apples Geschäft als Ganzes – und möglicherweise sein Aktienkurs – stagniert. Ein stagnierendes Technologieunternehmen ist sicher nicht der beste Ort für Investoren, ihr Geld anzulegen.

Für mich läuft alles darauf hinaus: Wenn ich glauben kann, dass Apples iPhone-Geschäft noch viele Jahre vernünftiges Umsatzwachstum vor sich hat, dann wäre ich wahrscheinlich bereit, langfristig an Bord zu bleiben. Wenn dieses Vertrauen jedoch fehlt, dann ist ein Aktienrückkauf — auch im Wert von 200 Mrd. US-Dollar — nicht genug, um mich bei der Stange zu halten.

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