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Deutschland: Keine Legalisierung von Cannabis in absehbarer Zeit

12.06.2018, 08:10  |  25243   |   |   

In Kanada wurde in der vergangenen Woche die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum beschlossen - die medizinische Verwendung ist seit 2001 legal. In Deutschland ist die medizinische Anwendung ebenfalls zulässig, jedoch lehnt die Bundesregierung eine weiterführende Legalisierung ab.   

Eine Petition von Georg Wurth, dem Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbandes, mit mehr als 79.000 Unterschriften gab den Anstoß dafür, dass sich die Bundesregierung zum Thema Cannabis-Konsum äußern musste. Wurth fragte, ob Deutschland, nachdem Cannabis in Kanada und einigen US-Bundesstaaten legal ist, der "letzte Mohikaner sein wird". Für eine Legalisierung sprechen laut Wurth die jährlich 100.000 unnötigen Strafverfahren, erheblichen Steuermehreinnahmen und ein regulierter Markt, statt einem unkontrollierten Schwarzmarkt. 

In der öffentlichen Sitzung am Montag wurde deutlich, dass die Bundesregierung eine Legalisierung von Cannabis ablehnt. Als ein Argument führte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), Thomas Gebhart (CDU), an, dass die Gesundheitsgefährdung durch Cannabis-Missbrauch erwiesen sei. Ferner rechnet Gebhart bei einer Legalisierung mit einem rasanten Anstieg der Konsumentenzahlen. Aus diesem Grund wird es auch kein Modellprojekt in Deutschland geben.

Gebhart verteidigt den bislang verfolgten Kurs und unterstreicht dies mit dem Argument, dass es in der deutschen Bevölkerung einen sehr hohen Anteil gebe, der nie mit Cannabis in Kontakt gekommen sei, "weil es verboten ist". Ferner widersprach Gebhart dem Argument, dass die Legalisierung die organisierte Kriminalität schwächen würde. In seinen Augen würde es vielmehr zu einer Verlagerung krimineller Aktivitäten kommen und sich der Handel mit anderen Drogen verstärken. Und auf das Argument, dass dem Staat Steuermehreinnahme entgehen, antwortete Gebhart, dass an erster Stelle nicht finanzpolitische Aspekte stehen dürfen, "sondern der Gesundheitsschutz der Menschen".

 

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Kommentare

Diese ewig scheinheilige Argumentation von politischer Seite geht mir inzwischen wirklich auf die Nerven. Es geht um die Gesundheit des Menschen? Wieso sind dann so viele andere gesundheitsschädigende Dinge überall zu finden? Da können wir gleich mal anfangen mit raffinierten Zucker, welcher in fast jedem industriell hergestellten Lebensmittel steckt. Zucker macht süchtig, schädigt die Gesundheit nachweislich in hohem Maße.
Was ist mit den Pestiziden mit dem unsere Nahrungsmittel „geschützt“ werden? Gesund?
Alkohol wird ja immer gern als Argument genommen und vermutlich ist nur nie jemand auf die Idee gekommen ihn zu verbieten, weil er schon eine Jahrhundertelange Tradition hat. Und? Ist Alkohol gesund? Selbst wenn: so ein kleiner Rausch ab und zu ist auch ganz nett, nicht?
Bei all diesen Dingen kann ich selbst entscheiden ob ich sie zu mir nehme oder nicht, wieso wird mir dieses Recht bei Cannabis aberkannt?!
Und: wie ein Vorredner schon schrieb: Die Menge macht’s!
Also, wovor hat die Bundesregierung denn eigentlich Angst?
Es gibt verschiedene Canabis Pflanzen. Diese haben auch unterschiedliche Wirkstoffe. Die Erforschung der Pflanzen steckt eigenllich erst im Beginn. Canabis der geraucht wird wird ist eine Rauschpflanze und hier wird Abhängigkeit befürchtet. Was allerdings ja auch bei Zigaretten der Fall ist. Die unterschiedliche Behandlung von Tabak und Canabis und auch Alkohol durch den Staat wirft natürlich auch Fragezeichen auf. Schädlicher als Alkohol in größeren Mengen ist Canabis sicher nicht.
Da verdient der STAAT ja erheblich mit. Warum also nicht am Canabis Genuss?
Wie immer im Leben... auf die Menge kommt es an.
Und auf das Argument, dass dem StaatSteuermehreinnahme entgehen, antwortete Gebhart, dass an erster Stelle nicht finanzpolitische Aspekte stehen dürfen, "sondern der Gesundheitsschutz der Menschen".

 
Ich dachte Canabis ist eine Medizin und daher gut für die Gesundheit? Also was jetzt?

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