DAX-0,11 % EUR/USD-0,75 % Gold+0,65 % Öl (Brent)-0,04 %

Röntgenlaser zeigt Schwäche von Antibiotika in 3D

Nachrichtenquelle: Pressetext (News)
22.06.2018, 06:15  |  1029   |   |   

Stanford/Livermore (pte004/22.06.2018/06:15) - Ein internationales Forscher-Team hat beobachtet, wie Bakterien Antibiotika töten, gegen die sie resistent sind. Den ungleichen Kampf hat das ultrahelle und ultrascharfe Röntgenlicht sichtbar gemacht, das der Röntgenlaser des SLAC National Accelerator Laboratory in Stanford erzeugt. Beteiligt waren Experten des Lawrence Livermore National Laboratory http://llnl.gov und 13 weitere Einrichtungen und Unternehmen, darunter vier deutsche.

TBC wieder auf dem Vormarsch

Die Forscher arbeiteten mit dem Tuberkelbazillus (Mycobacterium tuberculosis), der die gefährliche Lungenkrankheit TBC auslöst. Seit dieser Mikroorganismus Resistenzen entwickelt hat, steigt die Zahl der Krankheitsfälle wieder an. Weltweit sterben, so die WHO an dieser Krankheit mehr Menschen als an jeder anderen Infektion. Die Entdeckung in Stanford könnte jetzt dazu beitragen, den Abwehrmechanismus der Bakterien zu entschlüsseln, sodass Gegenmittel gegen die Resistenzen entwickelt werden können.

Die Forscher vermischten Beta-Lactamase, das Enzym, mit dem die resistenten Tuberkelbazillen ein Antibiotikum namens Ceftriaxone deaktivieren, mit eben diesem Antibiotikum. Im grellen Röntgenstrahl konnten sie nun beobachten, wie sich das Enzym über das Medikament hermachte. Das wurde in einer schnellen Folge von Schnappschüssen sichtbar. Das Enzym geht eine Verbindung mit Ceftriaxone ein und zerstört eine bestimmte chemische Bildung. Das deaktiviert das Antibiotikum.

Millionen Schnappschüsse in 3D

Aus Millionen dieser Schnappschüsse entwickelten die Forscher ein 3D-Bild des Zerstörungswerks. Jetzt sollen noch Millionen Bilder des Vorgangs für Details geschossen werden. Mit diesen Infos hoffen die Forscher, darunter Mitarbeiter des Pharma-Riesen GlaxoSmithKline, Antibiotika so zu designen, dass der fatale Angriff der Beta-Lactamase wirkungslos verpufft. Mit der gleichen Röntgentechnik hoffen die Forscher weitere biologische Vorgänge sichtbar zu machen, bei denen Enzyme Reaktionen hervorrufen oder steuern.

An den Forschungsarbeiten waren vier Institute aus Europa beteiligt: Das Deutsche Elektronensynchrotron in Hamburg, die dortige Universität, das Hamburg Center for Ultrafast Imaging und das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: kempkens@pressetext.com
Website: www.pressetext.com

[ Quelle: http://www.pressetext.com/news/20180622004 ]

Mehr zum Thema
EuroEuropaHamburgWHO


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel