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Interview Expedeon setzt auf die „Grow, Buy and Build“-Strategie

Gastautor: w:o Gastbeitrag
10.08.2018, 07:55  |  1843   |   |   

Viele Investoren kennen Expedeon noch als Sygnis. Doch mit der Neuausrichtung hat die Gesellschaft einen neuen Namen erhalten. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert Heikki Lanckriet, CEO und CSO von Expedeon, dass er auf ein starkes organisches Wachstum setzt. Lanckriet will die Position seines Unternehmens als globale Marke für Reagenzien und Dienstleistungen im Life Science- sowie Diagnostikbereich forciert ausbauen. Bis Expedeon an seine Aktionäre eine Dividende zahlt, wird es aber vermutlich noch etwas dauern.

 

Redaktion: Sygnis, oder nun Expedeon, hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Ist der Konzernumbau nun weitgehend abgeschlossen?

 

Lanckriet: Ja. Allerdings setzen wir auch zukünftig auf Expansion und Wachstum. Mit den vier Akquisitionen in den letzten zwei Jahren konnten wir unser Wachstum kräftig anschieben und haben inzwischen eine Größe erreicht, in der sich Skaleneffekte realisieren lassen, was sich auch in unseren Finanzzahlen deutlich niederschlägt. Durch unsere erweiterte Palette an innovativen Produkten und Dienstleistungen konnten wir einen breiten und loyalen Kundenstamm aufbauen. Wir nutzen konsequent die Synergieeffekte und setzen hier auch auf starkes organisches Wachstum.

 

Wir verfügen nun über ein globales Vertriebsteam mit Standorten in Großbritannien und in den USA, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Spanien und in Großbritannien sowie Herstellungskapazitäten an allen genannten Standorten und durch die Akquisition von TGR Biosciences seit Neuestem auch in Australien. Der Hauptsitz der Gruppe ist weiterhin in Heidelberg.

 

Redaktion: Eines der am besten sichtbaren Zeichen für die Umstrukturierung von Sygnis ist die Umfirmierung des Unternehmens in Expedeon. Was ist der Grund hierfür und was passiert mit der Marke Sygnis?

 

Lanckriet: Die Umfirmierung der SYGNIS AG zur Expedeon AG ist der Schlusspunkt der erfolgreichen Integration der von uns in den letzten Jahren akquirierten Unternehmen. Die Akquisitionen machen sich speziell in den Bereichen Vertrieb und Marketing positiv bemerkbar. Um die Synergieeffekte optimal zu nutzen, bündeln wir unsere Aktivitäten unter der etablierten und vertriebsstarken Marke Expedeon. Durch die Umfirmierung möchten wir unsere Position als globale Marke für Reagenzien und Dienstleistungen im Life Science- sowie Diagnostikbereich forciert ausbauen. Die Marke SYGNIS wird nun ebenfalls vollständig in die Expedeon AG integriert.

 

Redaktion: Im Zuge der Neuausrichtung von Sygnis wurden eine Reihe von Unternehmen zugekauft. Bleibt es bei dieser Strategie, oder wollen Sie in der nächsten Zeit den Fokus stärker auf organisches Wachstum und Hebung von Synergien legen?

 

Lanckriet: Unsere Wachstumsstrategie beinhaltet sowohl organisches Wachstum als auch Wachstum durch Akquisitionen. Wir werden auch in Zukunft weiterhin an dieser Ausrichtung festhalten. Unser organisches Wachstum durch den gestärkten Vertrieb und die Erweiterung unseres Angebots mit neuen, innovativen Produkten, Technologien und Dienstleistungen sind ein Treiber unseres Geschäftes, die Akquisition von profitablen und innovativen Unternehmen ist ein weiterer starker Hebel.

 

Wir gehen davon aus, dass sich die Art und Weise, wie wir unsere Wachstumsstrategie finanzieren, verändern wird. Bislang war das Unternehmen auf Eigenkapital angewiesen, um Wachstum zu finanzieren. Da sich Expedeon aber in Richtung Profitabilität entwickelt, stehen uns andere Quellen der nicht-verwässernden Finanzierung, wie beispielsweise Fremdkapital, zur Verfügung. Solche werden Teil unserer Wachstumsstrategie sein.

 

Redaktion: In welchem Sektor sind Zukäufe zu erwarten und wie sollen diese finanziert werden?

 

Lanckriet: Wir haben insgesamt die Märkte für Genomik, Proteomik und Immunologie zur Identifizierung weiterer potenzieller Akquisitionsziele im Blick. Innovation und Profitabilität stehen auf der Kriterienliste ganz oben. Wichtig ist uns, dass das zu akquirierende Unternehmen ein zu unserem bestehenden Angebot komplementäres Produktportfolio hat und sich effizient in die Unternehmensstrukturen integrieren lässt.

 

Im konkreten Fall werden wir die aktuelle Markt- und Finanzierungssituation im Detail analysieren und auf dieser Grundlage die passende Finanzierungsmethode wählen. Wir profitieren dabei von einem deutlich gestiegenen Vertrauen der Investoren in unsere Leistungsfähigkeit. Als alternative Finanzierungsstrategie werden wir auch Fremdkapitalfinanzierungen in Betracht ziehen, um dadurch Verwässerung zu vermeiden.

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