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Wie geht es weiter? Steinhoff verspricht Kreditgebern forensische Aufarbeitung des Bilanzskandals

21.09.2018, 14:38  |  6555   |   |   

Bis Ende 2018 will Steinhoff seinen Kreditgebern den auditierten Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2017 vorlegen.

Der krisengeschüttelte Möbelkonzern Steinhoff hat seinen Kreditgebern eine forensische Untersuchung der Bilanzskandals zugesichert. Dies berichtet die südafrikanische Tageszeitung "Business Day". Ende 2017 waren Unregelmäßigkeiten in der Bilanz von Steinhoff bekanntgeworden, die zu einem 96-prozentigen Kursverfall der Aktie führten.

Während einer Präsentation am Donnerstag versprach das neue Steinhoff-Management den Kreditgebern eine umfassende Aufklärung des Bilanzskandals. Bis zum 31. Dezember 2018 wolle man den auditierten Geschäftsbericht für 2017 vorlegen. Für 2018 sollen die Ergebnisse bis zum 31. Januar 2019 veröffentlicht werden. Zuvor hatte der Konzern mit seinen Kreditgebern bereits eine dreijährige Stundung seiner Schulden in Höhe von 9,4 Milliarden Euro vereinbart.

Erste Ergebnisse der Untersuchung führten dazu, dass Anfang 2018 bereits zwölf Milliarden US-Dollar, das sind mehr als zehn Prozent der Vermögenswerte der Steinhoff Gruppe, abgeschrieben werden mussten.

Das Management von Steinhoff erklärte am Donnerstag, dass es einen Streit über den geplanten Verkauf des verbleibenden Steinhoff-Anteils am deutschen Möbelhändler Poco in Höhe von 270,68 Mio. Euro gebe. Dadurch sei eine Verbesserung der Liquidität des Konzerns gefährdet.

Zwar habe Steinhoff die Streitigkeiten mit Andreas Seifert, seinem Joint-Venture-Partner bei Poco, beigelegt, jetzt gebe es jedoch Streit mit Mitgesellschaftern der Holding. Deshalb werde ein Großteil der Einnahmen aus dem Verkauf der restlichen Poco-Anteile in Höhe von 270,68 Mio. Euro bis zur Beilegung des Rechtsstreits eingefroren. Zuvor hatte es einen jahrelangen Streit zwischen Steinhoff und Seifert über die Kontrolle von Poco gegeben. Die deutschen Steuerbehörden hatten ebenfalls in dem Fall ermittelt.

Erst kürzlich hatte der ehemalige Steinhoff-Chef Markus Jooste vor dem südafrikanischen Parlament in einer Anhörung ausgesagt. Er erklärte, dass es sein größter Fehler gewesen sei Seifert zu sehr zu vertrauen. "Er stellte sich als schlechter Partner heraus", so Jooste. Er können nicht sagen, ob sich die Steinhoff-Aktie erholen werde: "Das Unternehmen hat viele Vermögenswerte verkauft und was übrig ist, ist nicht das Gleiche".

Am Freitagnachmittag steht die Steinhoff-Aktie im Xetra-Handel deutlich im Minus. Ein Anteilsschein kostet derzeit rund 0,14 Cent (Stand: 21.09.2018, 14:11 Uhr):

Steinhoff International Holdings



Quelle:

BusinessDay



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Kommentare

Das Versprechen sollten Steinhoff besser zurückziehen.
Davon hat keiner der Kreditgeber einen Vorteil.
Vorteile haben die Kläger, die Steinhoff ausnehmen wollen
wie eine Weihnachtsgans.
Wenn Steinhoff soviel zahlen könnte wie gefordert,
dann führt sich die Klage doch selbst schon absurdum.
Wo war dann der Bilanzbetrug?
Wo soll er gewesen bei 16 Milliarden Eigenkapital inklusive
Milliarden an Goodwill.
Wie kann man da 12 Milliarden Euro fordern?
Spinnen die die Kläger?
Da muss man mauern, so hoch wie möglich, statt sich
selbst zu bezichtigen.

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