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Belastung durch Fragilitätsfrakturen kostet europäische Gesundheitssysteme Milliarden, warnt der neue IOF-Bericht

Nachrichtenquelle: PR Newswire (dt.)
19.10.2018, 01:01  |  513   |   |   

GENF, October 19, 2018 /PRNewswire/ --

Ein neuer Bericht, der heute von der International Osteoporosis Foundation (IOF) veröffentlicht wurde und sich mit der Belastung durch Fragilitätsfrakturen und deren Behandlung in sechs europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich) befasst, zeigt die versteckte, aber reale Belastung durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche auf. Die damit verbundenen Kosten von schätzungsweise 37,5 Milliarden € pro Jahr belasten die europäischen Gesundheitssysteme nachhaltig.

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Mit der zunehmenden Alterung der europäischen Bevölkerung ist absehbar, dass die Prävalenz chronischer Erkrankungen wie etwa Osteoporose ansteigen wird, was auch zu einem exponentiellen Anstieg der Prävalenz von Fragilitätsfrakturen führen wird.

Jedes Jahr kommt es in diesen sechs EU-Ländern zu 2,7 Millionen Fragilitätsfrakturen. Erwartungsgemäß wird diese Zahl bis 2030 voraussichtlich um weitere 23 Prozent steigen und die damit verbundenen Kostenauswirkungen im Vergleichszeitraum weiterhin bis auf schätzungsweise 47 Milliarden € ansteigen. Die Belastung durch Fragilitätsfrakturen übersteigt die vieler anderer chronischer Krankheiten wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), der rheumatoiden Arthritis und des Bluthochdrucks.

Neben der Kostenbelastung darf auch die körperliche und emotionale Wirkung nicht übersehen werden. Professor John Kanis, Ehrenpräsident der IOF, erklärt: "In Europa sind über 20 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Weltweit erleidet jede dritte Frau und jeder fünfte Mann ab 50 Jahren Osteoporse bedingte Knochenbrüche. Fragilitätsfrakturen können zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, die oft tägliche Aktivitäten wie Essen, Ankleiden, Waschen oder Einkaufen stark erschweren. Nach einer Hüftfraktur wird man mit einer 40-prozentigen Wahrscheinlichkeit nicht mehr selbstständig laufen können. Die physischen und psychologischen Auswirkungen sind enorm."

Der Bericht mit dem Titel "Broken bones, broken lives: A roadmap to solve the fragility fracture crisis in Europe" (Gebrochene Knochen, zerbrochene Leben: ein Fahrplan zur Lösung der Fragilitätsfrakturkrise in Europa) belegt, dass trotz der Verfügbarkeit von wirksamen präventiven Therapien und Behandlungsansätzen für Fragilitätsfrakturen 73 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer ab 50 Jahren, die an Osteoporose leiden, keine adäquate Betreuung oder Behandlung erhalten. Nach einer Fragilitätsfraktur wird der Betroffene mit einer fünfmal höheren Wahrscheinlichkeit in den nächsten zwei Jahren eine zweite Fraktur erleiden. Dennoch erhält die Mehrheit der Patienten keine Behandlung, die diese nächste Fraktur verhindern könnte.

Die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Fragilitätsfrakturen unterstreichen die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Umsetzung der zielführendsten Versorgungsmodelle, die zur Verfügung stehen. Modelle wie orthogeriatrische Dienstleister und Frakturkontaktstellen haben sich in Ländern wie Australien, Kanada, Neuseeland, Singapur, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten als fähig erwiesen, effektiv verbesserte Patientenergebnisse zu erreichen und kostensparende Behandlungen umzusetzen.

Bei entsprechender medizinischer Behandlung lassen sich viele Fragilitätsfrakturen vermeiden. Politische Entscheidungsträger spielen eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung von diagnostischen Dienstleistungen und kostengünstigen Interventionen wie pharmakologischen Behandlungen, Fallpräventionsprogrammen und integrierten sektorübergreifenden Versorgungsmodellen sowie bei der Durchsetzung notwendiger Standards für medizinische Fachkräfte und Institutionen.

Professor Cyrus Cooper, Präsident der IOF, kommentiert: "Angesichts der zunehmenden Belastung, die Fragilitätsfrakturen für Gesundheitssysteme in ganz Europa mit sich bringen, ist es unser Ziel, dass diese Berichte die Interessenvertreter dabei unterstützen können, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die damit verbundenen Kosten zu senken und zu verhindern, dass gebrochene Knochen Leben zerstören. Der wirtschaftliche Würgegriff, den Fragilitätsfrakturen auf die Gesundheitssystemen ausüben, verschärft sich immer mehr, und daher ist es an der Zeit, Maßnahmen zu ergreifen und stärker auf diese Situation zu reagieren. Wir fordern die Gesundheitsbehörden auf, diesen Prozess zu beschleunigen, indem sie den Pflegestandards und der Finanzierung der Versorgung Priorität einräumen, um eine effektive Behandlung von Fragilitätsfrakturen zu unterstützen und dadurch eine Eskalation der damit verbundenen Kosten zu vermeiden."

Neben dem gesamteuropäischen Bericht sind auch detaillierte Länderberichte für Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich verfügbar.

Cooper zieht diese Schlussfolgerung: "In Zeiten von beschränkten Gesundheitsbudgets können wir es uns nicht mehr leisten, die Vorbeugung und die Versorgung von Fragilitätsfrakturen zu ignorieren."

Weitere Informationen zu den Berichten finden Sie unter http://www.iofbonehealth.org/broken-bones-broken-lives

Hinweise an die Redaktion:   

Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochen schneller zerbrechlich werden als normalerweise; sie werden schwächer und brechen leichter. Schon der geringste Stoß oder Fall kann zu einem Knochenbruch führen (dies nennt man dann eine "Fragilitätsfraktur"). Nach einer ersten Fraktur nimmt die Wahrscheinlichkeit, eine weitere zu erleiden, stark zu. Weltweit wird jede dritte Frau und jeder fünfte Mann ab 50 Jahren einen Knochenbruch durch Osteoporose erleiden.

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