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Der Akku als Schlüsselfaktor bei Elektroautos

Gastautor: Marcus Landau
02.11.2018, 10:19  |  718   |   |   

Trotz der bisher enttäuschenden Entwicklung werden E-Mobile mit deutlich günstigeren Akkus langfristig ihren Durchbruch schaffen. Dank frühzeitiger Positionierung könnte von den deutschen Automobilbauern hiervon insbesondere BMW profitieren.

Die klassische Automobilindustrie sieht sich in Europa mit immer größeren Herausforderungen konfrontiert. Der Besitz teurer PKWs gilt schon lange nicht mehr als Statussymbol, effiziente Nutzungsmöglichkeiten wie etwa das Carsharing gewinnen zunehmend an Bedeutung und der Dieselskandal führt zu enormen Belastungen, insbesondere für deutsche Hersteller. Entsprechend stark sind die Aktien der Autobauer in den vergangenen Monaten unter Druck geraten. Ein Ausweg aus dieser Misere könnte mittelfristig der Strukturwandel hin zu mehr E-Mobilität und dem autonomen Fahren sein, auf den wir in unserer Oktober-Kolumne (https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10908381-autozulieferer-rue ...) bereits eingegangen sind.

Teure Akkus, geringes Interesse

Während Komponenten des (teil)autonomen Fahrens, angefangen bei intelligenten Einparkhilfen, Spur-, Abstands- und Bremsassistenten bis hin zur vollautomatischen Fahrzeugführung, sukzessive und in den verschiedenen Preiskategorien unterschiedlich schnell die Marktdurchdringung erreichen werden, tut sich die Elektromobilität aufgrund der binären Kaufentscheidungsstruktur – Elektroantrieb ja oder nein – deutlich schwerer, es auf wirklich nennenswerte Stückzahlen zu bringen.

Als Begründung geben Verbraucher oftmals lange Ladezeiten und zu kurze Reichweiten an. Hauptknackpunkt ist jedoch der Preis. So kosten elektrisch betriebene Automobile fast das Doppelte ihrer mit Benzin oder Diesel fahrenden Brüder. Diese Mehrkosten entstehen durch die benötigten Lithium-Ionen-Akkus mit Preisen, die denen eines Kompaktklasse-Modells entsprechen. Die Erfolgsformel liegt für die Branche deshalb in der Weiterentwicklung der Akkus und der deutlichen Reduzierung ihrer Produktionskosten.

BMW: Nummer vier bei E-Mobilen

Um diese Herausforderungen anzugehen, hat BMW als weltweite Nummer vier beim Absatz von Elektroautos (Stand 2017) erst vor kurzem 1,5 Mrd. Euro in die Entwicklung besserer Stromspeicher investiert. Dadurch will der Konzern bis 2021 zu Tesla aufschließen. Zudem soll bis 2025 der Feststoffakku als neue Technologie kommerzialisiert werden. Mit diesen Batterien können schnellere Ladezeiten und größere Reichweiten erzielt werden. Ob die neue Technologie dann auch deutlich preiswerter ist, bleibt allerdings abzuwarten.

So peilen die Münchner für das laufende Jahr über 140.000 Verkäufe in diesem Segment an (Quelle: BMW Group Investoren Präsentation Oktober 2018). Im Vorjahr hatte der Konzern noch 103.000 Stromer neu auf die Straße gebracht. Da das Unternehmen von den deutschen Herstellern bislang am wenigsten in die Dieseldiskussion involviert ist und in den kommenden Quartalen zudem von der laufenden Modelloffensive profitieren sollte, erwarten Analysten unter Berücksichtigung des historisch niedrigen KGVs von rund sieben (2018er – Konsensschätzung) zukünftig wieder deutlich steigende Aktienpreise. So liegt das mittlere Kursziel der Analysten auf Jahressicht bei rund 88,50 Euro, was einem Kurspotenzial von fast 20% entspricht.

Hohe Kupons und Sicherheitspuffer

Für konservative Anleger, die trotz dieser Aussichten nicht auf einen gewissen Sicherheitspuffer verzichten wollen, könnten deshalb attraktiv verzinste Aktienanleihen mit einem Basispreis etwas oberhalb des aktuellen BMW-Kurses interessant sein. So erhalten Besitzer einer Aktienanleihe auf BMW Stämme mit der Wertpapierkennnummer DDG9VV bei Fälligkeit in knapp elf Monaten (25.09.2019) einen absoluten Kupon in Höhe von 8,6% ausgezahlt. Zudem wird die Aktienanleihe, die Insolvenz des Emittenten DZ BANK einmal ausgeschlossen, zum Nennwert von 1.000 Euro zurückgezahlt, sofern die Stammaktien des Autobauers am Bewertungstag (18.09.2019) auf oder über dem Basispreis von 83,33 Euro notieren. Liegt der Aktienkurs unterhalb dieser Schwelle, erhalten Anleger statt der Barzahlung 12 BMW-Aktien je Aktienanleihe ins Depot gebucht. Beim aktuellen Briefkurs von 94,33% wirft die Aktienanleihe aktuell eine aufs Jahr umgerechnete Seitwärtsrendite von 5,3% ab. Im Maximum, also bei BMW-Kursen ab 83,33 Euro, sind sogar 15,68% per annum möglich. Dabei rutschen Käufer der Papiere aufgrund des Kupons erst dann in den negativen Bereich, wenn der DAX-Wert in knapp elf Monaten unter die Marke von 71,44 Euro fällt.

Autor: Marcus Landau, Derivate-Sales-Experte bei der DZ BANK

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Marcus Landau
Abt.-Direktor Public Distribution, DZ Bank

Marcus Landau, Derivate-Experte bei der DZ BANK, schreibt zu aktuellen Markt- und Produktthemen. Als Abteilungsdirektor Public Distribution ist er bei der DZ BANK für die Bereiche Vermarktung und Emission von Hebelprodukten und Zertifikaten mitverantwortlich und besitzt rund 15 Jahre Branchenerfahrung. In seinen Kommentaren beleuchtet er regelmäßig verschiedene Märkte und zeigt Handlungsmöglichkeiten für Anleger und Trader auf. Die DZ BANK ist einer der größten Derivate-Emittenten in Deutschland.

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