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Börse Stuttgart-News bonds weekly

Gastautor: Börse Stuttgart
16.11.2018, 14:18  |  625   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

Aktuelles Marktgeschehen

Katerstimmung nach Kabinetts-Party

Die britische Premierministerin Theresa May konnte ein Etappenziel erreichen und das britische Kabinett vom Vertrags-Entwurf für den Brexit überzeugen. Die Chancen für einen geordneten Brexit stehen somit etwas besser. Jedoch hat May noch eine weitere, weitaus höhere Hürde vor sich: das britische Parlament muss dem Vertrags-Entwurf ebenso zustimmen. Die Labour-Party hat bereits ihren Widerstand angekündigt. Nachdem das Kabinett den Entwurf zum EU-Austritt abgesegnet hat, herrschte am Donnerstagmorgen Katerstimmung bei einigen Ministern - es hagelte Rücktritte. Den Anfang machte der Staatssekretär für Nordirland Sailesh Vara gefolgt von Brexit-Minister Dominic Raab, der Arbeitsministerin Esther McVay, der Staatssekretärin für den Brexit Suella Braverman, sowie der Staatssekretärin des Erziehungsministeriums Anne-Marie Trevelyan. Es bleibt abzuwarten, ob May - vom Handelsblatt zuletzt bezeichnet als „Dancing Queen aus der Downing Street“ - es schafft, das Parlament zu überzeugen oder ob die Abstimmung in einem (innen-) politischen Desaster endet.

Dämpfer für Trump

Die Mid-Terms in den USA sind gelaufen. Zwar haben die Republikaner die Mehrheit im Senat behalten, mussten diese im Repräsentantenhaus jedoch an die Demokraten abgeben. Für Trump bedeutet dies das Ende des einfachen Durchregierens. Der US-Präsident vermutet Wahlbetrug durch die Demokraten. Gute Nachrichten kommen aus der amerikanischen Wirtschaft. Trotz des schwächelnden Aktienmarktes und dem angeschlagenen Tec-Sektor sind die Aussichten für das amerikanische Wirtschaftswachstum stabil. Allerdings warnte FED-Chef Powell erstmals vor einer drohenden Abschwächung, die die FED mit leichten Sorgenfalten im Blick behält. Dennoch hält die FED, zum Leidwesen Trumps, nach wie vor an ihrer angekündigten Zinspolitik fest. Die Rendite der amerikanischen Treasurys ist im Wochenverlauf auf 3,103% gefallen.

Konjunktur: Trübe Herbststimmung

In der EU und in Deutschland hingegen sind die Aussichten nicht sehr rosig. Deutschland muss im dritten Quartal einen Rückgang des BIPs hinnehmen. Gründe hierfür sind vor allem in den schlechten Absatzahlen der Automobilindustrie zu verorten. Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im November zwar minimal verbessert, jedoch berichtet das ZEW von einer erheblichen Verschlechterung der gegenwärtigen konjunkturellen Lage. Die Einschätzung des ZEW für die gesamte Eurozone sieht noch schlechter aus - der Indikator sinkt auf einen Wert von -22 Punkten und damit so tief, wie seit Juli 2012 nicht mehr.

Aktienmärkte unter Druck

Die schwächelnden Tech-Werte sowie die warnenden Aussagen des FED-Chefs bezüglich einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums trieben die amerikanischen Aktienindizes in dieser Woche um. So haben sowohl der Dow Jones, der S&P 500 sowie der Nasdaq vier Tage in Folge mit Verlusten geschlossen. Der DAX verhielt sich indes launisch - am Montag schloss der deutsche Leitindex mit einem Minus von 1,77%, am Dienstag schloss er 1,30% im Plus um anschließend am Mittwoch ein halbes Prozent abzugeben. Nach positiven Meldungen von der Brexit-Front startete der Leitindex schon fast euphorisch in den Donnerstagshandel, verlor dann aber im Laufe des Tages an Elan.

Bundes-/Staatsanleihen

Sinkendes BIP und eine schwächelnde Konjunktur in Deutschland lassen den Euro-Bund-Future Anfang der Woche die 160-Zähler-Marke knacken, anschließend verweilte er in einer Seitwärtsbewegung. Am Donnerstagvormittag erwachte der Future aus seiner Trance und stieg auf über 160,70 Zähler. Die Renditen der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen fielen am Donnerstag um 10 Prozent auf 0,36 Prozent. Nachdem die italienische Regierung die Frist zur Nachbesserung des Haushaltsentwurfes hat verstreichen lassen, stiegen die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen. Der Rendite-Spread zu Bundesanleihen beträgt nun 314,5 Basispunkte.

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