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4 Ursachen für den CRASH der AMS-Aktie und wie sie heute bewertet ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.01.2019, 09:05  |  900   |   |   

Noch im März 2018 notierte die AMS (WKN: A118Z8)-Aktie bei 102,60 Euro. Damals wurde sie als trendstarke Aktie stark beworben. Dieser Ansatz ist jedoch mehr Spekulation als Investition. Warren Buffett meint dazu sinngemäß: „Spekulanten kaufen eine stark gestiegene Aktie bei hohen Bewertungen in der Hoffnung, dass sie ihnen ein noch dümmerer Anleger zu noch verrückteren Bewertungen abkauft.“ Heute, etwa zehn Monat später, ist AMS über 83 % gefallen (04.01.2019). Die Bitcoin-Spekulation war ein ähnlicher Fall.

Investoren kaufen Unternehmen hingegen aufgrund ihres soliden Geschäfts und ihrer günstigen Bewertung. Meist sind diese Werte auch weniger schwankungsanfällig.

Warum AMS so stark gefallen ist und wie sie heute einzuschätzen ist, erfährst du hier.

1. Konjunktureintrübung

Im Grunde gibt es nur zwei Arten von Unternehmen: Jene, die Produkte herstellen und verkaufen, die fast immer benötigt werden, wie beispielsweise Nestlé (WKN: A0Q4DC), und jene, die auf jede Art von Umfeldänderung (Zinsen, Preise, Nachfrage) extrem stark reagieren, wie AMS.

Im letzten Jahr gab es viele Ereignisse, die zu einer Senkung der Wachstumsprognosen für 2019 führten. Unternehmen wie AMS werden daraufhin sofort verkauft, weil für sie stark rückläufige Gewinne erwartet werden, auch wenn sie in den Ergebnissen noch lange nicht sichtbar sind. Dadurch begann der Kurs zu fallen.

2. Apple mit Problemen

Auch die Apple (WKN: 865985)-Aktie musste im letzten Halbjahr verstärkt abgeben (04.01.2019). Obwohl Warren Buffett sie gekauft hat, war sie mit ihrer starken iPhone-Abhängigkeit (etwa 60 % des Gesamtumsatzes) auch schon vorher nicht ganz ungefährlich. Die Konkurrenz holt auf und ob die hohen Preise haltbar sind, ist genau dann sehr fraglich.

Nun gerät Apple in den Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zudem wäre es der amerikanischen Regierung lieber, wenn das Unternehmen in den USA statt in China produzieren würde. Die hohe Gewinnmarge wäre dann nicht mehr haltbar.

Die Folge ist eine Nachfrageabschwächung in China, die nun auch AMS trifft, da das Unternehmen ein Zulieferer für Apple ist. Deshalb musste AMS zuletzt seine Gewinn- und Umsatzprognose weiter reduzieren. Erfahrungsgemäß sind in Krisen bei Sensorwerten auch Verluste nicht ausgeschlossen, wie es bei AMS zuletzt 2009 der Fall war.

Auch andere Zulieferer, wie Dialog Semiconductor (WKN: 927200), Lumentum (WKN: A14WK0) oder Foxconn (WKN: A2N7M5), mussten schon früh im Jahr 2018 aufgrund der hohen Apple-Abhängigkeit ihre Prognosen kürzen und Sparmaßnahmen einleiten.

3. Unkalkulierbare Prognosen

Zwar rechnet AMS auch für die kommenden Jahre mit einem zweistelligen Umsatzwachstum und einer starken operativen Gewinnmarge von 30 %, aber aufgrund der hohen Nachfrage- und Preisschwankungen sind Prognosen in diesem Sektor fast unmöglich. Im November 2018 hat AMS deshalb mitgeteilt, für sein Wachstum keine Mittelfristprognose mehr abgeben zu können. Dies verunsichert die Anleger ebenfalls.

4. Vorherige Überbewertung

Wenn du dir vor Augen führst, dass AMS von Ende 2008 bis Ende 2017 um etwa 4.900 % gestiegen ist, der Umsatz aber „nur“ um circa 475 %, wird deutlich, dass der Kurs bereits extrem von den Ergebnissen abgewichen war. 2009 war die Aktie zu einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von nur 0,2 zu haben, 2017 hingegen mit 8,0 schon sehr teuer.

Foolishes Fazit

AMS verfügt mit seinen Produkten über eine gutes Geschäft. Dies haben die letzten zehn Jahre gezeigt. In diesem Zeitraum ist der Gewinn um etwa 642 % gestiegen. Zudem ist das Unternehmen Weltmarktführer für hochwertige Sensorlösungen.

Aber das Geschäft und die Aktie sind eben auch sehr zyklisch und stark von der Konjunktur abhängig. Der beste Kaufzeitpunkt für diese Aktien ist, wenn sie eingebrochen sind, möglichst unter Buchwert notieren und sich dazu noch eine Besserung im Geschäft abzeichnet. Aktuell ist AMS eingebrochen und notiert nun wieder bei einem KBV von 1,1, was nicht mehr zu teuer ist. In den Ergebnissen ist der Einbruch aber noch nicht sichtbar und eine Besserung der Aussichten ist auch noch nicht eingetreten.

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