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Wird NVIDIA 2019 sich bewähren oder untergehen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.01.2019, 12:00  |  939   |   |   

Die Aktien von NVIDIA (WKN:918422) sind in den letzten drei Monaten um mehr als 50 % gefallen, da das Ende des Kryptowährungsbooms den Markt mit billigen Grafikkarten überschwemmt und das Kerngeschäft gestört hat. Die schwächere Nachfrage nach Künstliche-Intelligenz-Chips von Rechenzentrums-Kunden und ein breiterer Ausverkauf bei Halbleiteraktien machten die Sache nur noch schlimmer.

Der Ausverkauf von NVIDIA zwang die Analysten, ihre Kursziele hastig zu senken. Der Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hat kürzlich sein Kursziel von 245 US-Dollar auf 230 US-Dollar gesenkt und festgestellt, dass sich die Krypto-Preise zwar stabilisierten, aber nicht schnell genug stiegen, um wieder Interesse an neuen GPUs zu erzeugen.

RBC-Analyst Mitch Steves senkte sein Kursziel von 230 US-Dollar auf 200 US-Dollar und erklärte, dass der  durchschnittliche Verkaufspreis für GPUs auf dem Sekundärmarkt fallen und das vierte Quartal von NVIDIA „beeinflussen“ könnte. Dennoch rechneten sowohl Rakesh als auch Steves bei NVIDIA mit steigenden Kursen und bewerteten die Aktie mit „buy“ bzw. „outperform“.

Die Anleger sollten Kursziele und Bewertungen von Analysten nicht immer ganz ernst nehmen. Werfen wir einen genaueren Blick auf NVIDIA, um zu sehen, ob die Aktien 2019 abtauchen oder auf Höhenflüge gehen werden.

Was ist mit NVIDIA passiert?

Im vergangenen November verpasste NVIDIA den Ausblick zum ersten Mal seit drei Jahren. Der Umsatz stieg jährlich  um 21 % auf 3,18 Milliarden US-Dollar, verfehlte aber die Erwartungen um 60 Millionen US-Dollar. Damit war auch die langsamste Wachstumsrate seit über zwei Jahren zu verzeichnen. Im vierten Quartal erwartet NVIDIA einen Umsatzrückgang von rund 7 % gegenüber dem Vorjahr, während der Analystenkonsens ein Wachstum von 17 % gefordert hatte.

NVIDIA führte den Fehlschlag auf das Ende des Booms der Kryptowährungen zurück, der dazu führte, dass die mittelgroßen Pascal-GPUs den Einzelhandel und den Sekundärmarkt überschwemmten. Die verschärfte Konkurrenz durch die neueren GPUs von AMD hat auch das Absatzpotential NVIDIAs bei den teureren GPUs beeinträchtigt.

Das waren tolle Neuigkeiten für Gamer, die endlich ihre Gaming-PCs mit günstigeren GPUs aufrüsten konnten. Aber es torpedierte die Umsätze von NVIDIA, die im Jahresvergleich nur um 13 % stiegen und im letzten Quartal um 2 % sanken.

Dieser sequenzielle Rückgang fiel mit einem langsameren Wachstum des Umsatzes im Geschäft mit Rechenzentren zusammen, der im Laufe des Quartals um 58 % jährlich und 4 % sequentiell stieg. Das war eine deutliche Verlangsamung des Wachstums von 83 % im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr, die anscheinend durch ein schwächeres Interesse an  maschinellem Lernen und KI verursacht wurde. Diese Herausforderungen führten dazu, dass die Nicht-GAAP-Bruttomarge um 250 Basispunkte auf 61 % zurückging.

Die hässliche Performance von NVIDIA in den Bereichen Gaming und Rechenzentren, die zusammen 80 % des Umsatzes ausmachten, überschattete das sich beschleunigende Wachstum in den Märkten für professionelle Visualisierung und Automotive und schlug die Investoren in die Flucht.

Erwartungen und Bewertungen

NVIDIA geht davon aus, dass es ein bis zwei Quartale dauern wird, bis sich das Gaming-Geschäft stabilisiert hat. Die Analysten erwarten, dass das Ergebnis pro Aktie im Geschäftsjahr 2020 bei einem Umsatzanstieg von 6 % um 1 % sinken wird — verglichen mit den Erwartungen von 26 % Umsatzwachstum und 50 % Gewinnwachstum im Geschäftsjahr 2019 (das am 28. Januar endet).

Die NVIDIA-Aktie handelt nun nur noch mit dem 19-fachen des erwarteten Gewinns, was ein Mehrjahrestief darstellt. Allerdings ist die Aktie im Vergleich zur schwachen Wachstumsrate immer noch nicht billig. Die niedrige Dividendenrendite von 0,5 % wird keine ernsthaften Dividendeninvestoren anziehen und keine Bodenbildung schaffen, und die Präferenz für Rückkäufe gegenüber Dividenden ging 2018 auch zurück.

Ausgehend von diesen Faktoren erscheint NVIDIA im Vergleich zum Branchenprimus Intel als schwächere Investition. Die Analysten erwarten, dass Umsatz und Gewinn pro Aktie im nächsten Jahr bei Intel um 3 % bzw. 1 % steigen werden — aber die Aktien des Unternehmens werden nur mit einem erwarteten KGV von 10 gehandelt, weisen eine höhere Dividendenrendite von 2,6 % auf, beruhen auf einem stärker diversifizierten Geschäftsmodell und sind nicht den volatilen Märkten der Kryptowährungen ausgesetzt.

Einfach ausgedrückt, hat NVIDIA den Investoren bereits mitgeteilt, dass sie für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2020 mit unangenehmen Ergebnissen rechnen müssen. Steigende Kryptowährungskurse, steigende Content-Share-Zuwächse bei vernetzten Autos, eine steigende Nachfrage nach der Drive-PX-Plattform für selbstfahrende Autos und die Stabilisierung des Gaming-Geschäfts könnten das Wachstum von NVIDIA wieder auf Kurs bringen.

NVIDIA wird wahrscheinlich nicht untergehen, aber es wird auch nicht davonfliegen

Der enorme Kursturz von NVIDIA ist nicht verwunderlich, da die Bewertung hoch war und der Verkauf von GPUs an Krypto-Miner den Kernmarkt für Gaming deutlich gestört hat. Anstatt große Bewegungen zu zeigen, wird NVIDIA wahrscheinlich den größten Teil des Kalenderjahres 2019 auf der Stelle treten, während es seine Lagerbestände anpasst und auf die Stabilisierung der Marktpreise wartet. Der Abwärtstrend könnte zu diesen Kursen begrenzt ausfallen, aber ich erwarte keine bedeutende Erholung, bis sich das Umsatzwachstum wieder beschleunigt.

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