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2 wichtige Dinge, die viele ETF-Anleger scheinbar (noch) nicht verstanden haben

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.01.2019, 09:18  |  626   |   |   

ETF sind grundsätzlich ein tolles Anlagevehikel, das vielen generell eher aufwandsscheuen Investoren viele Vorteile bieten. Mithilfe eines Passivfonds kann man als Investor breit diversifiziert, oftmals transparent und in der Regel sehr preisgünstig in viele, viele verschiedene Aktien investieren. Dieser interessante Mix gefällt nicht umsonst vielen Investoren.

Nichtsdestoweniger scheinen viele Anleger die erfolgsbringende Vorgehensweise beim Investieren mithilfe von ETF nicht in Gänze zu verstehen. Zumindest deutet eine Auswertung des ETF-Anbieters und Vermögensverwalters BlackRock auf diese verbesserungswürdige Tatsache hin.

Schauen wir daher mal, worauf ich eigentlich hinaus will und wo wir womöglich gedanklich etwas feinjustieren müssen.

Was die Befragung nun gezeigt hat

Wie der besagte Vermögensverwalter in einer Umfrage herausgefunden hat, scheinen sich viele Investoren derzeit um die Verfassung der Märkte zu sorgen. Soweit eigentlich nichts Neues, denn Sorgen und Börse gehören irgendwie zusammen.

Dennoch gehören vor allem Befürchtungen um die konjunkturelle Situation der Weltwirtschaft zum größten Sorgenfeld, worüber sich viele Investoren während der aktuellen Korrektur ihren Kopf zermartern. Das könnte unter Umständen dazu führen, dass so mancher Anleger unter den Befragten seine Anlagen überdenkt und 2019 die eigene Aktienquote zurückfahren wird. Oder sogar vielleicht gänzlich vom Börsenparkett verschwinden möchte.

Auch wenn die besagte Umfrage eigentlich primär Großinvestoren im Visier hatte, können wir anhand dieser Aussage wohl auch einige Rückschlüsse auf die Vorgehensweise privater Anleger ziehen. Denn immerhin dürften sich die Sorgen der Großanleger oftmals mit den Sorgen viele Kleinanleger decken und potenziell ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Soweit also nun zu den Basics.

Missverständnis Nr. 1: Langfristig investieren!

Solche Aussagen dürften unterm Strich jedoch sehr deutlich unterstreichen, dass viele Investoren nicht so recht wissen, was das erfolgreiche Investieren mithilfe eines ETF wirklich ausmacht. Denn auch wenn die weltweiten Börsen hier und da mal nachgeben, was grundsätzlich ebenfalls eine gewisse Regelmäßigkeit hat, sollte man als passiver Investor in diesen psychologisch möglicherweise schweren Zeiten nicht die Flinte ins Korn werfen.

Vor allem wenn die Börsen marktbreit korrigieren, sei es aufgrund von globalen Wirtschaftseinbrüchen oder aber weil bei einer ganzen Reihe von Investoren die Sicherungen durchbrennt, ist es grundsätzlich ein schlechtes Timing, sich von seinen Wertpapieren zu trennen. Durch den Verkauf werden die kurzfristigen Buchverluste schließlich real. Oder anders ausgedrückt: Man verkauft zu deutlich schlechteren Konditionen als noch vor einigen Wochen, Monaten oder Jahren.

Auch beim erfolgreichen passiven Investieren ist ein langer Atem daher überaus wichtig. Wer jedoch bei der ersten Turbulenz den Markt verlässt, wird nie wirklich erfolgreich bei seiner Geldanlage sein können. Zum einen, wie gesagt, weil man im Minus verkauft. Zum anderen aber auch, weil man kaum eine Chance hat, von der wieder einsetzenden Erholung zu profitieren.

Missverständnis Nr. 2: Sicherheit bei ETF-Anlagen

Zum anderen könnten derartige Verhaltensweisen darauf hindeuten, dass so manche ETF-Anleger sich mit den Risiken eines passiven Investitionsansatzes nicht eingehend auseinandergesetzt haben.

Zwar ist es grundsätzlich richtig, dass ein ETF Einzelrisiken minimiert. Sprich, sollte es mit einer einzelnen Aktien in einem breiten Index aufgrund individueller Probleme mal bergab gehen, wird man das als Passivfondsbesitzer nicht so stark mitbekommen. Nichtsdestoweniger gibt es auch bei ETF so einige Risiken, denen man sich besser bereits vor dem ersten investierten Euro bewusst sein sollte.

Viele ETF, vor allem Indexfonds, partizipieren schließlich von der breiten Entwicklung der Märkte. Und wenn die Börsen auf Sicht ebenjener breiten Märkte korrigieren, führt auch das zwangsläufig zu kurzfristig schlechteren Performances.

Die Quintessenz dessen, was daraus folgt, haben wir im Grunde bereits besprochen. Denn auch diesbezüglich gilt, dass lediglich das Aussitzen schwächerer Perioden langfristig zu hervorragenden Ergebnissen führen wird. Allerdings sollten einige Investoren, die den eingangs genannten Aussagen grundsätzlich zustimmen, möglicherweise besser überlegen, ob sie diese ETF-spezifischen Risiken für sich und ihre privaten Finanzen überhaupt für vertretbar halten.

ETF-Investieren erfordert ebenfalls Disziplin

Wie wir daher abschließend sehen können, erfordert auch das Investieren in breite Passivfonds durchaus Disziplin und einige wesentliche Kenntnisse. Das betrifft grundsätzlich das Umgehen mit schwächeren Marktperioden sowie die anfängliche Beschäftigung mit den Risiken neben den nach wie vor guten, langfristigen Renditechancen.

Erst wenn man diese zwei Prinzipien verinnerlicht hat, sollte man den Schritt auf das passive Börsenparkett wagen. Ansonsten könnte man auch bei den einfachen, günstigen, bequemen und grundsätzlich risikoärmeren ETF so manche teuren Fehler begehen. Vor allem, wenn die Börsen wie zuletzt ein wenig ins Trudeln geraten.

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