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KWS SAAT IM FOKUS Nach geplatzten Zukaufsträumen sucht KWS Saat neue Ziele

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.05.2019, 10:46  |  523   |   |   

EINBECK (dpa-AFX) - Im vergangenen Jahr wollte KWS Saat groß herauskommen. In einem überraschenden Coup versuchte der Saatgutkonzern aus Einbeck dem Chemieriesen BASF das Gemüsesaatgut-Geschäft von Bayer wegzuschnappen. Doch die Europäische Union machte KWS einen Strich durch die Rechnung. Der Deal wurde unter den Großen ausgemacht. Seitdem läuft fast alles wie zuvor. Doch einen Unterschied gibt es: Das familiengeführte Unternehmen sucht stärker als früher die Aufmerksamkeit von Investoren. Ein Aktiensplit wurde vollzogen und das Thema Übernahmen bleibt weiter auf der Agenda. Die Lage des Unternehmens, was Analysten sagen und wie es für die Aktie läuft.

DAS IST LOS BEI KWS SAAT:

Die guten Zeiten für das KWS-Kerngeschäft mit Zuckerrüben sind vorbei. Der Wegfall der EU-Zuckermarktordnung im Herbst 2017, die die Branche jahrelang vor internationalem Wettbewerb geschützt hatte, betrifft auch Saatguthersteller. Denn europäische Zuckerrübenproduzenten kürzten seither ihre Produktion drastisch. Allein Südzucker , Europas größter Zuckerkonzern, hatte wegen der stark gesunkenen Zuckerpreise im ersten Quartal Werksschließungen in Deutschland und europaweit angeordnet.

So etwas geht auch an KWS nicht spurlos vorbei: Das hochprofitable Zuckerrübensegment leidet - wie zuletzt die aktuellen Neunmonatszahlen 2018/19 zeigten - unter einem beträchtlichen Rückgang beim Umsatz und dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Das Mais-Geschäft - das zweite Standbein von KWS Saat - wuchs nicht, doch immerhin konnte das Segment-Ergebnis deutlich gesteigert werden.

Mit der Übernahme des Gemüsesaatgut-Geschäfts von Bayer hätte KWS einen riesigen Sprung nach vorn gemacht. Das SDax-Unternehmen wäre deutlich unabhängiger von Mais und Zuckerrüben geworden, deren Saatgut mindestens 80 Prozent vom Umsatz ausmacht. Zudem hätte sich KWS Saat geographisch breiter aufgestellt und seinen Umsatz auf einen Schlag verdreifacht. Selbst kommt das Unternehmen auf Jahreserlöse von etwas über einer Milliarde Euro. BASF hatte den Gesamtumsatz des Bayer-Gemüsegeschäfts samt weiterer kleinerer Geschäftsteile nach der Übernahme auf 2,2 Milliarden Euro beziffert.

Nachdem KWS leer ausging, wird weiter kräftig in Forschung & Entwicklung investiert. Zudem setzt das Unternehmen, das zu mehr als der Hälfte den Familien um Carl-Ernst Büchting und Arend Oetker gehört und an der zusätzlich die Familie Tessner mit rund 15 Prozent beteiligt ist, die Suche nach geeigneten Übernahmezielen in der Saatgutbranche fort. Dafür rüstet es sich zurzeit mit der Änderung seiner Rechtsform, die auf der Hauptversammlung im Dezember 2018 genehmigt wurde.

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