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Exklusiv Fachkräftemangel auf Platz eins der Hochrisiko-Liste deutscher Unternehmer

20.08.2019, 12:47  |  7106   |   |   

Mit weitem Abstand vor anderen Unsicherheitsfaktoren stufen vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) befragte Unternehmen den Fachkräftemangel als hohes Risiko für ihre Geschäftsabläufe ein.

Laut einer Umfrage-Auswertung des IW, die für die wallstreet:online-Redaktion exklusiv erstellt wurde, stufen 61 Prozent der befragten Unternehmen die fehlende Verfügbarkeit von Fachkräften als ein hohes Risiko ein. Weitere 29 Prozent sehen im Fachkräftemangel ein geringes Risiko und für zehn Prozent ist er keine Gefahr für ihre Betriebsabläufe. An der Umfrage haben sich fast 2.400 Unternehmen beteiligt.

Die IW-Forscher befragten im Rahmen einer Konjunkturumfrage Unternehmen in Deutschland, ob bestimmte Unsicherheiten derzeit eine Bedrohung für die eigenen Geschäftsabläufe darstellten, erklärt Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur beim IW. Den Unternehmern wurden insgesamt 15 Unsicherheitsfaktoren mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten – kein Risiko, geringes Risiko und hohes Risiko – vorgelegt.

Nach dem Fachkräftemangel bezeichnen die Unternehmer höhere Arbeitskosten, die Abschwächung der Inlandsnachfrage, die Verschlechterung der Kosten bei gleichzeitig eingeschränkter Verfügbarkeit von Energie und Rohstoffen sowie die Cyberkriminalität als hohe Risiken für ihre Betriebe.

Für Marco Wagner, Senior Economist bei der Commerzbank, ist der Fachkräftemangel eines von zwei Hauptproblemen für die Konjunktur: "In einem Ranking sehe ich vor allem zwei Faktoren, die für das strukturelle Wachstum ein Problem darstellen: der Fachkräftemangel sowie die erodierende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, wobei ich beide etwa gleich bewerte".

Der Ausblick von Uwe Burkert, Chefvolkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), unterstreicht, dass die Gefahr des Fachkräftemangels vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung weiterwachsen könnte: "Gerade in den wichtigsten Zukunftsfeldern Software-Entwicklung, IT und Digitalisierung wurde viel zu wenig ausgebildet und weitergebildet. Daher bleibt der Fachkräftemangel ein zentrales Problem, insbesondere wenn man es für die nächsten fünf Jahre betrachtet".

Autor: Christoph Morisse

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3 Kommentare

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Kommentare

Der Fachkräftemangel existiert. Punkt. Das ist Fakt. Nicht erst seit der IW Umfrage.

Im ganzen Land wird es schwieriger, die richtigen Fachkräfte zu akquirieren. Das Problem begründet sich einerseits durch die demografische Entwicklung in Deutschland un Europa, andererseits an der Unfähigkeit vieler Unternehmen, vakante Stellen zu besetzen.

Der Arbeitgebermarkt der vergangenen Jahre hat sich in einen Arbeitnehmermarkt gewandelt. Dass es noch Unternehmen gibt, die denken, Fachkräfte gäbe es „wie Sand am Meer“, wundert mich sehr. Für Fachkräfte in vielen Branchen, von der Pflege über Logistik bis zur IT, wird kein angemessenes Gehalt gezahlt.

Unternehmensführungen, die die tatsächlichen Notwendigkeiten noch nicht erkannt haben, steuern Kamikaze und lassen notwendige Perspektiven auf Zukunft und Verantwortung den eigenen Mitarbeitern gegenüber vermissen.

Das Argument, die Flüchtlingsschwemme würde uns die benötigten Fachkräfte ins Land spülen, war eine politische Lüge, ie Realität ist anders. Die meisten Asylsuchenden kommen ohne nachgewisene Ausbildung in unser Land. Diese Menschen können, wenn es überhaupt gewollt ist, nur langfristig als Fachkräfte tätig werden. Auf der anderen Seite machen wir es in Deutschland den tatsächlich gut qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten schwer, Fuß zu fassen.

Jedes Unternehmen ist gefordert und sollte für sich überprüfen, wie es in die Zukunft geht. Mit welcher Strategie die erforderlichen Fachkräfte gewonnen und gehalten werden können, erfahren zukunftsorientierte Unternehmen auf meinem Solution-Day: https://berndwenske.com/vor-ort/#solution-day
"Gerade in den wichtigsten Zukunftsfeldern Software-Entwicklung, IT und Digitalisierung wurde viel zu wenig ausgebildet und weitergebildet. Daher bleibt der Fachkräftemangel ein zentrales Problem, insbesondere wenn man es für die nächsten fünf Jahre betrachtet"

Gerade in diesem Bereich wird doch massiv mit Dienstleistern und Outsourcing gearbeitet. Jeder Konzern zieht seine "IT Services GmbH" auf, hat seinen Kontraktorenpool und lagert wenn möglich nach Indien aus. Nicht zu vergessen sind hier die Heerscharen an IT-Freelancern, z.T. scheinselbständig. Früher hat man die Leute noch direkt im Konzern eingestellt, aber über Dienstleister kann man eben Steuern sparen, die Produktivität der internen Beamten steigt, die Leute können jederzeit entfernt und Tarifvereinbarungen umgangen werden. Über Urlaubs-/Weihnachtsgeld, bezahlte Überstunden, etc. freuen sich zumeist nur die Kundenmitarbeiter, jedoch nicht der Mitarbeiter beim IT-Dienstleister mit seiner Vertrauensarbeitszeit. Neben wenig attraktiven Arbeitsbedingungen wird ebenso eine hohe Flexibilität erwartet (ständige Reisebereitschaft, ständige Einarbeitung in neue Systeme, Techniken und Prozesse). Wirft man dann einen Blick hinter die Kulissen "attraktiver" IT-Arbeitergeber, stellt man sehr schnell fest, dass dort auffallend viele 20-30 jährige sitzen, die billig, willig, flexibel und naiv sind. Kein Wunder also, dass angesichts dieser miesen Konditionen ITler "händeringend" gesucht werden. Über die Konditionen und Steuerbelastung für Arbeitnehmer könnte man den "Fachkräftemangel" wirkungsvoll bekämpfen, was man aber scheinbar nicht will. Stattdessen jammert man über einen selbstverschuldeten Fachkräftemangel schon seit über 10 Jahren herum, um die Löhne über ein massives ITler-Überangebot noch mehr drücken zu können.
Ist schon interessant das wir immer noch das Fachkräftegejammer haben, wo doch inzwischen weit mehr als 1,5 Millionen hoch qualifizierte Fachkräfte seit 2015 importiert haben.

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