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Exklusiv Interview: Neue 5,25-Prozent-Logistik-Anleihe unter der Lupe

20.08.2019, 17:52  |  3101   |   |   

Sven Mückenheim, Prokurist bei der CH2 AG, bezieht im Kapitalmarkt w:o-Interview Stellung zu Fragen nach dem fehlenden Wertpapierprospekt und Rating der "Zweite Aves Transport 1"-Anleihe. Zudem gibt er Auskunft zu den Investitionsrisiken des neuen 5,25-Prozent-Festzinsangebotes der Emittentin Aves Transport 1 aus Hamburg.

wallstreet:online: Herr Mückenheim, Sie bieten Anleihegläubigern 5,25 Prozent Zinsen pro Jahr an. In Zeiten von Niedrigzins-Angeboten kommt die Frage auf, warum Sie keine preiswertere Finanzierung gefunden haben.

Sven Mückenheim: Die Frage ist verständlich, lässt sich aber leicht erklären. Die Bankfinanzierung mit den zuletzt sehr günstigen Marktkonditionen spielt in der Aves Gruppe natürlich eine Rolle. Wie man im Konzernbericht für das Jahr 2018 nachlesen kann, konnte der Nominalzinssatz der längerfristigen Bankfinanzierungen von ca. 5,4 Prozent im Jahr 2015 auf ca. 3,6 Prozent im Jahr 2018 gesenkt werden. Nachrangkapital ist natürlich etwas teurer und das betrifft die Emittentin der Anleihe, die das Geld der Anleger als Eigenkapitalersatz in den Projektgesellschaften investiert. So gesehen ist die Höhe des Zinses für den Anleger fair. Da die Notenbanken ihre Nullzinspolitik allerdings fortsetzen, müssen sich die Anleger wohl oder übel auch bei Zinspapieren auf niedrigere Zinsen einstellen.

wallstreet:online: Sie haben für die "Zweite Aves Transport 1" kein klassisches Wertpapierprospekt, aber ein genehmigtes Wertpapier-Informationsblatt gemäß dem Wertpapierprospektgesetz für Ihre Anleiheemission veröffentlicht. Was entgegnen Sie interessierten Anlegern, die es gewohnt sind, auf Basis von herkömmlichen Wertpapierprospekten eigenständige Anlageentscheidungen zu treffen?

Sven Mückenheim: Die Bundesregierung hat vor einiger Zeit mit der entsprechenden Anpassung des Wertpapierprospektgesetzes bewusst die Möglichkeit geschaffen, dass kleinere Emissionen ohne Wertpapierprospekt durchgeführt werden dürfen. Allerdings muss die Emittentin ein Wertpapier-Informationsblatt (WIB) erstellen, das von der Bafin unserer Erfahrung nach kritisch und konstruktiv geprüft wird, und außerdem weitere Spielregeln einhalten. Es gibt eine Einzelanlagegrenze und die Werbung muss sich an das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) halten. In unserem konkreten Fall beträgt das Emissionsvolumen knapp drei Millionen Euro. Dass wir dafür kein "herkömmliches Wertpapierprospekt" benötigen, das aufwändig ist und entsprechend hohe Kosten verursacht, halte ich für vernünftig. Denn die Emissionskosten schlagen sich auf den Netto-Emissionserlös nieder. Im Übrigen ist die Emission auch ohne Prospekt sehr transparent: Einerseits gibt die Emittentin in ergänzenden Unterlagen – Beispiel Exposé – Auskunft über wirtschaftliche Zusammenhänge und die Märkte, in die sie investiert, und andererseits ist der Konzern, zu dem die Emittentin gehört, börsennotiert und deshalb zur Transparenz verpflichtet. Ich kann also keinen Nachteil erkennen, wenn es kein Prospekt gibt, und im Vertrieb machen wir leider regelmäßig die Erfahrung, dass die aufwändig erstellten Prospekte aus verschiedenen Gründen nicht gelesen werden.

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