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Willkommen neue EZB-Chefin Christine Lagarde Wertpapiermärkte außer Rand und Band?!

Gastautor: Volker Glaser
19.10.2019, 00:13  |  1562   |   |   

Der Preis eines Wertpapiers bildet sich aus Angebot und Nachfrage, der Marktplatz ist die Börse, an dem viele Akteure bekannt und unbekannt aufeinandertreffen. Dieses Modell gewährleistet eine Vielzahl von Meinungen zu Märkten und einzelnen Papieren, zu Trends und Tendenzen in Ländern und Branchen. Nur wenn es viele Meinungen zu Wertpapieren gibt, können sich viele Preise bilden, da ein jeder Investor eine unterschiedliche Auffassung zu einer Aktie oder einem Bond hat. Die Funktion der Preisbildung ist also eine Grundvoraussetzung für den Wertpapierhandel. Eigentlich alles logisch, könnte der geneigte Leser nun denken. Ja, ist es auch in normalen Zeiten. Doch wir haben keine normalen Zeiten mehr am Kapitalmarkt.

So gibt es nun auf breiter Front Negativzinsen, also eine Aufbewahrungsgebühr für Geld statt eines Zinses für Geld. Geld ist damit denklogisch wertlos geworden und müsste es auch de facto in der Zukunft werden, wenn das Publikum erkennt, dass unser Papiergeldsystem nur auf Vertrauen beruht und nicht auf Sachwerten. Zudem haben die Notenbank quer über den Globus Vermögenswerte gekauft und damit Geld geschaffen, so dass etwa die frei umlaufenden Staatsanleihen um ein Viertel unter deren nominalem Ausgabewert liegen. Das verknappt die Liquidität in den Papieren. Ähnliches, wenngleich noch nicht so radikal, ist bei Standardwerten zu beobachten. Das Handelsvolumen in S&P 500 und im Euro Stoxx weicht vom langjährigen Mittel deutlich ab. Also auch hier eine Störung des Preisbildungs-Mechanismus, der ja so wesentlich für die Märkte ist - ist das gut? Nun, das muss jeder selbst entscheiden, doch rein dogmatisch und logisch ist das Ganze nicht mehr.

Das System krankt und es stellt sich die Frage, wann es kollabiert oder sich zumindest stark angeschlagen (=Crash) zeigt. Und wenn Christine Madeleine Odette Lagarde über die Europäische Zentralbank, deren neue Chefin sie nun bald ist, vielleicht bald ein Liquiditätssteigerungsprogramm verabschieden wird, dann ist der nächste Balken im Fundament der Märkte neutralisiert und die Preisbildung entfernt sich noch weiter weg von ihrer klassischen Aufgabe. Unruhige Zeiten sind das.

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