Staatlich gelenkte Geldbewegungen in unruhigen Zeiten – Härteprobe für die Modern Monetary Theory im Kampf gegen die Folgen der Covid-19-Krise

Gastautor: Martin Brosy
22.05.2020, 22:07  |  459   |   |   

Bürger in den Europäischen Ländern sind es heutzutage aus allen Branchen und Bereichen längst gewohnt, dass immer mal wieder ein neuer Begriff durch die Gazetten geistert, oder wie der Volksmund es süffisant umschreibt, eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Die Crux an diesen neuen Säuen ist, dass jede genau so ist, wie die vorangegangene, insbesondere dann, wenn sie in Form von Würsten am Haken hängt, oder als Koteletts unter der Glastheke liegt.

Wenn sich Finanzexperten also heute die Köpfe heißreden über die MMT, die ‚Modern Monetary Theory‘, dann sagt uns das Bild der Sau im Dorf, dass wir hier einen neuen Begriff für ein uraltes Thema vor uns liegen haben. Dies zeigen wir hier und schlagen dann die Brücke zur aktuellen Krise.

Was ist denn die Modern Monetary Theory?

Die Modern Monetary Theory beschreibt in seiner einfachsten Form, dass der Staat, also die Regierung eines Landes, mit verschiedenen Mitteln den Wert einer Währung, und damit gewisse Wirtschaftskreisläufe lenkt. Diese Mittel bestehen weitgehend aus drei Methoden des Finanzmanagements: Leitzinsen, Geldschöpfung und Konjunkturpakete.

Leitzinsen

Modern strukturierte Länder verfügen über große, eigene Geldreserven, die der Stabilisierung der Währung dienen. Auf diese Sicherheiten, die in der Zentralbank verwaltet werden, greifen die restlichen Banken des Landes zu, um wiederum deren eigene Geldkreisläufe stabil und flüssig zu halten. Es steht der Zentralbank frei, nach eigenem Gutdünken Zinssätze für Kredite an die Banken festzulegen, zu heben und zu senken. Dies geschieht regelmäßig, und wenn auch nach reiflichen Gesprächen und Überlegungen, gleichwohl willkürlich.

Eine Senkung der Leitzinsen führt unweigerlich zu einer Konjunkturbelebung, weil durch die Verfügbarkeit von günstigem Geld Investitionen gefördert werden. Damit gehen neue Märkte einher sowie die Modernisierung etablierter Wirtschafts- und Industriezweige. Dieses Mittel muss mit Bedacht eingesetzt werden, denn wenn sich der Leitzins der Null nähert, verpufft dessen Wirkung. Diese Erfahrung haben Länder wie Japan schon hinter sich, im EU-Raum steht sie uns unmittelbar bevor.

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