Wirecard 2.0? Wirecard-Shortseller wirft MDax-Konzern Grenke Bilanzfälschung, Geldwäsche und Betrug vor

16.09.2020, 11:48  |  23684   |   |   

Der Shortseller Viceroy Research wirft dem MDax notierten Leasing-Anbieter Grenke Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche vor. Die Leasing-Firma aus Baden-Baden weist die Vorwürfe jedoch „auf das Schärfste zurück“. Nun ermittelt auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin in dem Fall.

Der Wirecard-Jäger Fraser Perring von Viceroy Research erhebt schwere Vorwürfe gegen den MDax-Konzern Grenke. In einem am Montag veröffentlichten 64-seitigen Bericht heißt es: „Viceroy rückt die Betrügereien von Grenke ins Rampenlicht“; Betrug an Kleinunternehmern, Geldwäsche für Kriminelle und Bilanzfälschung.“

Der Leasing-Konzern aus Baden-Baden weist die Vorwürfe von „Viceroy als unbegründet zurück“. In einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung schreibt ein Konzernsprecher: „Der Bericht enthält Unterstellungen, die Grenke auf das Schärfste zurückweist. Ein zentraler Vorwurf lautet, dass von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln ein substanzieller Anteil nicht existiere. Dies ist nachweislich falsch.“ Das Geld befände sich auf Konten der Deutschen Bundesbank. Am 15.09.2020 habe das Guthaben des Konzerns bei der Bundesbank 761 Millionen Euro betragen.

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Die deutsche Finanzaufsicht BaFin prüft unterdessen die Betrugsvorwürfe gegen Grenke, berichtet der Spiegel. Außerdem untersuche die BaFin, ob es vor der Publikation des Berichts Insiderhandel mit der Aktie gegeben habe.

Der Leerverkäufer Fraser Perring habe laut Informationen des Spiegels bereits Anfang August 2020 seine Recherchen zu Grenke schriftlich an die BaFin gesendet. Die BaFin dementiert dies jedoch: Die Behörde habe weder postalisch noch per E-Mail ein Schreiben von Perring erhalten. Perring war bereits bei Wirecard als Shortseller aktiv und warnte schon 2016 vor Unregelmäßigkeiten bei dem Skandal-Konzern.

Am Mittwochvormittag steht die Grenke-Aktie im Xetra-Handel mehr als 20 Prozent im Minus. Ein Anteilsschein kostet aktuell 35,60 Euro: (Stand: 16.09.2020, 11:09 Uhr):

GRENKE

Das Analysehaus Warburg Research hat Grenke heute trotz der Vorwürfe von Viceroy Research auf "Buy" mit einem Kursziel von 99 Euro belassen. Analyst Marius Fuhrberg bleibe bis zu einer weiteren Klärung bei seiner Bewertung. Doch auch er schreibt: „Zusammenfassend muss man zugeben, dass die Unternehmensstruktur und die Bilanz von Grenke etwas komplex und verwirrend sind“.

Autor: Ferdinand Hammer

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3 Kommentare

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Kommentare

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16.09.20 18:25:37
Ob da jemand den Wirecard Skandal für sich nutzen möchte. Der Gründer macht nicht den Eindruck eines Betrügers...
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16.09.20 13:50:52
Castafiore 😂😂😂
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16.09.20 13:28:45
Na wenn die BaFin ermittelt, kann man davon ausgehen, dass BaFin-Mitarbeiter bereits am Shorten beteiligt sind. So einen Laden wie die BaFin kann man getrost vergessen. Als nächstes kommt - wie bei wirecard - ein Shortverbot, weil nicht sein darf was sein könnte.

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