GESAMT-ROUNDUP 2 Beschränkungen wegen hoher Corona-Zahlen in weiteren Regionen - Seite 2

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
24.09.2020, 21:03  |  131   |   |   

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sprach sich für eine neue Art der Risikobewertung in der Corona-Pandemie aus. "Mit Corona leben lernen bedeutet in erster Linie, alle Entwicklungen genau im Blick zu haben. Dabei dürfen wir nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Freitag). Laschet forderte, die Kapazität der Krankenhäuser und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten Covid-19-Patienten stärker in die Lagebewertung einfließen zu lassen. Gleiches gelte für den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen, die Anzahl der Tests und den Anteil positiver Testergebnisse. "Wir brauchen für ganz Deutschland ein standardisiertes Corona-Monitoring, das die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet", sagte Laschet. Er stellte sich damit hinter den Vorschlag seines Corona-Expertenrats, der sich für ein "Ampel"-System ausspricht.

Die Bundesregierung erklärte am Mittwochabend Regionen in elf EU-Ländern neu zu Corona-Risikogebieten. Darunter sind an Deutschland grenzende Regionen in Tschechien und Österreich sowie die Hauptstädte Dänemarks, Portugals und Irlands. Der niederländische König Willem-Alexander sagte einen Besuch in Deutschland ab. Dies sei nach gemeinsamen Überlegungen mit den deutschen Behörden beschlossen worden, teilte das niederländische Regierungspresseamt mit. Zuvor hatte das RKI die Provinzen Süd- und Nordholland zu Risikogebieten erklärt. Dort liegen auch der Amts- und der Wohnsitz des Königs.

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Mit Blick auf Herbst und Winter zeichnen sich geplante Neuregelungen für Einreisende deutlicher ab. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will eine Teststrategie ab 15. Oktober vorlegen, die ein größeres Augenmerk auf Risikogruppen wie Ältere und Pflegebedürftige legt und auch neue Schnelltests umfasst. Zeitgleich soll auch eine digitale Anmeldung für Einreisende aus Risikogebieten eingeführt werden, wie das Innenministerium erläuterte. Demnach erarbeiten beide Ressorts auch eine neue Musterquarantäneverordnung, die dann jeweils von den Ländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden muss. "Die digitale Einreiseanmeldung wird aus diesem Grund ebenfalls erst zu diesem Zeitpunkt - am 15. Oktober - eingeführt", sagte ein Sprecher.

In der Bundesregierung haben sich Außenminister Heiko Maas (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach möglichen Kontakten mit Corona-Infizierten vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Auf die Arbeitsfähigkeit im Kabinett soll das keine Auswirkungen haben.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warb für ein transparentes Vorgehen der Regierungen in der Corona-Krise. "Unser politisches Handeln basiert auf Forschung und auf Fakten, die verständlich und nachvollziehbar vermittelt werden müssen, um Desinformation, Verschwörungstheorien und fatale Rückschlüsse daraus entgegen zu wirken", sagte sie in einer Video-Ansprache am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte davor, die Pandemie weniger ernst zu nehmen. "Corona kann man nicht ausblenden. Fakt ist, dass Corona nie weg war und nun sogar mit voller Wucht zurückkehrt", sagte er beim "Welt"-Summit Vienna, einem Treffen, das unter anderem vom Medienkonzern Axel Springer ausgerichtet wird. Das Virus sei genauso gefährlich wie vorher, "und es ist wohl noch ansteckender als früher". Die Eindämmung der Pandemie sei die einzige vernünftige Maßnahme. "Die Durchseuchung kann für uns keine Strategie sein", sagte Söder. Ein zweiter Lockdown müsse unbedingt verhindert werden./sam/mfi/abc/bk/DP/fba


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