Gröschls Mittwochskommentar: 06/2021

Gastautor: Simon Weiler
10.02.2021, 12:02  |  108   |   |   

Advantage Virus! – würde man in der Tenniswelt wohl sagen, wobei noch nicht ganz sicher ist, ob wir uns bereits im Tiebreak des letzten Satzes befinden oder uns noch der ein oder andere Satz bevorsteht. Dabei hat alles so vielversprechend ausgeschaut. Die Papierform war mit all den zugelassen Impfstoffen und mit der vermeintlich reichsten und entwickeltsten Region als Käufer im Hintergrund, zumindest in Europa, eigentlich eine sehr viel versprechende. Leider war das Virus (wenn man es hier als schwarm-intelligentes Konstrukt betrachten will ;-)) in der Anpassung seiner Taktik dann aber doch deutlich schneller und flexibler als die europäische Bürokratie. Was eigentlich, wenn man hier Past-Performance wider allen Regeln ;-) – als Proxy für die zukünftige Entwicklung nehmen will, eigentlich niemanden überraschen sollte.

Was auch ein weiteres Mal deutlich geworden ist, dass Fairness und Vertragstreue etwas ist, das sich die Gewinnler nur in Friedenszeiten leisten. Man möchte, als im Grunde seines Herzens doch kapitalistisch denkender Mensch meinen, dass man im Extremfall selber doch auch eher lieber nicht Zweiter wäre, wenn es sich vermeiden ließe. In nicht ganz so kapitalistischen Ländern, wie im Ö.Reich der Mitte, hilft das allerdings alles nicht, da muss man schon ein alt-gedienter Apparatschik/Bürgermeister sein, um sich ordentlich vordrängln zu können. Auch eine interessante Variante haben indes die Briten gewählt. Sie ziehen es vor, sich selbst zu beschwindeln, indem sie die empfohlene Periode zwischen der ersten und der zweiten Impfung bis zum Maximum hinauszögern und mithin mehrere Wochen gewinnen, bevor sie in der Impf-Statistik auf EU Niveau zurückfallen. Was für eine Ironie! :-)

Die Märkte zeigen sich von alledem natürlich völlig unbeeindruckt, befinden wir uns nun ja auch schon am Ende des ersten Jahres des Durchschauens und des Herausrechnens der Seuchen-Effekte. Ein wenig reduziert betrachtet fügen wir hier also sämtlichen Bewertungsberechnungen, die durch die prolongierten negativen Zinsen eh schon am Rande der Sinnhaftigkeit operieren noch eine Unbekannte hinzu. Ohne ein großer Mathematiker zu sein, muss man die Treffsicherheit der Berechnung beziehungsweise die Dispersion der möglichen Ergebnisausprägungen wohl recht breit annehmen, was natürlich wiederum den positiven Effekt hat, da man am Ende schon irgendwie richtig liegen wird.

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Disclaimer

Gröschls Mittwochskommentar: 06/2021 Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH.

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