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Smart Investor Weekly 35/2010 Vom Protektionismus – und seinen Folgen

Gastautor: Ralf Flierl
31.08.2010, 18:18  |  1632   |   |   
Während immer noch über die Globalisierung als solche und offene Märkte als Wohlstandmehrer philosophiert wird, praktizieren die einzelnen Staaten mehr und mehr den Protektionismus.

USA, China, Frankreich…
…und die Reihe ließe sich beliebig fortsetzten. Sei es der US-Präsident Obama, der die Bürger seines Landes auffordert, sie sollen nur noch amerikanische Produkte kaufen („Buy America“) und sich zeitgleich am liebsten wegen Autoreifen, Hühnchenfleisch und Stahlträgern in einen Handelskrieg mit China stürzen wollen würde. Oder der zähe Widerstand der Franzosen ihre Märkte (Eisenbahn, Energie, Elektronik) der europäischen Konkurrenz zu öffnen oder die von den Chinesen nach wie vor meisterlich praktizierte Methode Ausländer nur zu ihren Konditionen ins Land zu lassen und entsprechend mehr daran zu verdienen. Schutzzölle, Strafzölle, Subventionen, Gesetzesbestimmungen, Import- und Exportbeschränkungen – alles Werkzeuge mittels derer alle Staaten dieser Welt glauben ihre heimische Wirtschaft schützen zu müssen. Dass aber all diese Regierungen am Ende mit ihren Versuchen der heimischen Wirtschaft Vorteile zu verschaffen denjenigen ganz massive Nachteile bescheren, zu dessen Wohl sie einmal ins Amt gewählt wurden, interessiert von den Regierenden eigentlich niemanden.

Bürger zahlen die Zeche
Denn am Ende sind es die Bürger eines jeweiligen Landes, welche für diesen vermeintlichen Schutz tief in die Tasche greifen müssen. Entweder weil mittels ihrer Steuern die Subventionen finanziert werden, dank derer die heimischen Wirtschaftbetriebe der Konkurrenz enteilen sollen. Oder weil die heimischen Anbieter nun eine quasi Monopolstellung inne haben und sie diese leidlich ausnutzen, sprich die Preise dramatisch erhöhen oder auch nur, weil natürlich jeder Importeur die zu entrichtenden Schutz- bzw. Strafzölle eins zu eins auf seine Waren- und Verkaufspreise umschlägt. Natürlich fragen Sie sich jetzt, was das denn alles soll: Jedes Kind weiß doch das Protektionismus schlecht ist, aber Politiker wollen eben wieder gewählt werden und deshalb müssen sie ein bisschen protektionistisch sein. Nun, zunächst ist ein bisschen Protektionismus nicht möglich und der einmal eingeschlagene Weg nur schwer zu verlassen. Die dem Protektionismus innewohnende Logik verlangt immer mehr „Schutz“ bis am Ende die heimische Wirtschaft nahezu komplett abgeschottet ist und aufgrund von Unflexibilität, mangelnder Innovation und vor allem völlig überteuerten Preisen kollabiert. Dann ist Protektionismus eines der klassischen Merkmale des Crack-up-Booms (CuB). Es ist neben der Druckerpresse eine Methode dem Volk (sehr kurzfristig) höheren Wohlstand vorzugaukeln, während tatsächlich die Wirtschaft zusammenbricht. Und schließlich darf nicht vergessen werden, dass gerade Volkswirtschaften, die sehr auf den Export ausgerichtet sind (wie beispielsweise Deutschland), von protektionistischen Maßnahmen besonders hart getroffen werden.
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